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Scott Dixon wird sein Geheimnis womöglich mit anderen Honda-Teams teilen müssen
Scott Dixon wird sein Geheimnis womöglich mit anderen Honda-Teams teilen müssen © LAT

Mike Hull verspricht beim Wechsel auf Honda den anderen Teams, ganz selbstlos Daten zu teilen und verrät, warum Ganassi 2014 überhaupt zu Chevrolet gegangen ist

Der spektakuläre Wechsel von Chip Ganassi Racing soll auch anderen Honda-IndyCar-Teams helfen, verspricht Ganassi-Geschäftsführer Mike Hull. Sein Team hat in dieser Woche angekündigt, künftig wieder mit dem alten Motorenpartner Honda zusammenzuspannen. Erst 2014 hatte sich Ganassi zu einem Wechsel auf Chevrolet entschlossen, eine damals recht überraschende Entscheidung. Hull verrät, dass dies einer Vereinheitlichung des Partners mit den NASCAR-Aktivitäten geschuldet gewesen sei.

"Wir sind gewillt, ganz selbstlos Informationen (mit den anderen Honda-Teams; Anm. d. Red.) zu teilen, wie man den Prozess besser für uns, den Hersteller und die anderen Teams gestalten kann", sagt er. "Wir erwarten, dass die anderen Teams uns (als Partner) akzeptieren, weil wir sie akzeptieren und jedem im Kampf helfen." Er bescheinigt Honda auch, "gute Fortschritte" dank harter Arbeit gemacht zu haben.

Am kommenden Donnerstag wird Ganassi erstmals mit dem Honda-Paket ausrücken, wenn Testfahrten auf dem Gateway-Oval in Madison stattfinden. "Wir haben bislang nur die erste Fuhre Teile erhalten und werden nach Gateway in den kommenden Wochen unsere Lager füllen", legt Hull den Fahrplan dar. Die Testfahrten wird Tony Kanaan durchführen. Ob es für den Brasilianer eine Zukunft im Ganassi-Team über 2016 hinaus gibt, steht aber in den Sternen.

Der Wechsel zurück auf Honda erfolgt im Zuge einer Restrukturierung der Partnerschaften der einzelnen Renndivisionen innerhalb der Ganassi-Organisation. "Es schien uns damals wegen unserer NASCAR-Abteilung das Richtige zu sein", legt Hull den Grund für den einstigen Wechsel dar. Im Sprint-Cup setzt Ganassi ebenfalls auf Chevrolet. Doch seit man obendrein Ford-Werksteam im Sportwagenbereich ist, ist die Konzentration auf einen Hersteller hinfällig. "Wir mussten unsere Hersteller-Landschaft hinsichtlich IndyCar neu ausrichten und weil sich Honda langfristig verpflichtet hat, schien es für uns gut zusammenzupassen."

"Manchmal muss man im Rennsport instinktive Entscheidungen treffen, die den Output beeinflussen", so Mike Hull weiter. "Chevrolet und Honda sind beide großartige Partner. Bei Honda werden wir die Stärken und Schwächen des jeweils anderen genau kennen und daran arbeiten." Bei Chevrolet musste sich Ganassi diese Arbeit mit Penske teilen und stand obendrein noch im Schatten des Teams des Captains, daran ändert auch der Titelgewinn dank doppelter Punkte von Scott Dixon 2015 nichts.

Insbesondere in der Saison 2016 war Penske deutlich stärker, sodass sich Chevrolet bei der Entwicklung eher an diesen orientierte. Gleichzeitig fiel Andretti Autosport bei Honda in ein Loch, sodass HPD nach einem neuen Führungsteam gesucht hat. Da kam die Ganassi-Situation gerade recht.

© Motorsport-Total.com

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