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Gibt Fernando Alonso IndyCar-Chef Mark Miles den benötigten Boost?
Gibt Fernando Alonso IndyCar-Chef Mark Miles den benötigten Boost? © IndyCar

Kann Fernando Alonso eine neue IndyCar-Begeisterung in Europa entfachen wie einst Nigel Mansell? Die Führungsebene hofft auf die Zugkraft des Spaniers

Fernando Alonso fährt das Indianapolis 500 2017 (am 28. Mai LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Diese Nachricht musste diese Woche erst einmal verdaut werden. Als erster Fahrer seit Jim Clark im Jahre 1965 lässt der zweimalige Formel-1-Weltmeister den Großen Preis von Monaco sausen, um sich auf dem Indianapolis Motor Speedway mit bis zu 400 km/h mit den besten IndyCar-Piloten zu messen. Die IndyCar-Serie hofft derweil auf eine Sogwirkung. Ein Formel-1-Superstar im IndyCar, das ist für die Meisterschaft wie ein Sechser im Lotto.

Die IndyCar-Serie sucht auch beinahe zehn Jahre nach dem Ende der leidträchtigen Split-Zeit nach einem Weg, ihre Popularität wieder zu erzielen. Sowohl in den Vereinigten Staaten, als auch weltweit. Die Fans haben es der Meisterschaft bis heute nicht verziehen, dass die IRL damals Champ-Car quasi übernommen hat. Doch die Führungsspitze mit Mark Miles auf der kommerziellen und Jay Frye auf technischer Seite versucht alles, um die Meisterschaft wieder in Richtung der erfolgreichen CART-Ära zu führen. Dazu wird die Optik der Boliden ab 2018 wieder an die Champ-Car-Zeit angelehnt.

CART erlebte einen internationalen Boom, als Nigel Mansell als amtierender Formel-1-Weltmeister 1993 in die damalige IndyCar World Series wechselte (erst drei Jahre später wurde der Split vollzogen). Kann Fernando Alonso nun eine ähnliche Begeisterung entfachen? "Wir glauben das durchaus", sagt Miles auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz. "Wir haben bereits von zahlreichen internationalen Fernsehstationen Anfragen erhalten und sie sind natürlich äußerst gespannt. Alle sind richtig aufgeregt wegen dieser Sache."

Reicht ein einziges Rennen mit Alonso aus?

Seines Erachtens sei die 100. Auflage des 500-Meilen-Rennens von Indianapolis bereits "unglaublich" gewesen. "Und das ist in diesem Land und auch im Rest der Welt nicht vergessen worden. Aber ich sehe viele Parallelen (zu Mansell 1993; Anm. d. Red.), wobei es natürlich Unterschiede gibt." Der offensichtlichste ist natürlich, dass Mansell 1993 die gesamte IndyCar-Saison gefahren ist. Alonso aber wird sich auf das Indy 500 beschränken. Dass der Boom über das Rennen des Jahres hinaus anhält, ist also fraglich. Wenn das Indy 500 nicht einen Nerv bei den Gelegenheitszuschauern trifft.

In den USA hat das bislang nicht funktioniert. Während das Indianapolis 500 stets ein Millionenpublikum anlockt, dümpeln die regulären IndyCar-Rennen auf dem Hauptsender NBCSN weiterhin bei gerade einmal einer halben Million Zuschauern vor sich hin. Dennoch ist sich Miles sicher, dass die einmalige Teilnahme von Alonso eine größere Begeisterung entfachen kann: "Ich denke, es wird einen Unterschied für uns ausmachen. Nicht nur für das 101. (Indianapolis 500; Anm. d. Red.) und die globale Rezeption des Rennens. Wahrscheinlich werden wir auch langfristige Effekte sehen."

Doug Boles, Präsident des Indianapolis Motor Speedway, erhofft sich vor allem mehr Ticketverkäufe. Nachdem das "500" vergangenes Jahr zur 100. Auflage erstmals ausverkauft war, will er den Erfolg nun wiederholen: "Es wird uns sicher von einem internationalen Standpunkt her helfen, mehr Leute dazu zu bewegen, in die Vereinigten Staaten zu reisen. Und eines der besten Dinge am Indianapolis 500 ist von Anfang an gewesen, dass sich die besten Fahrer hier messen. Und wir können es jedes Jahr im Mai vermelden, dass die Besten der Besten zum Indianapolis Motor Speedway kommen. Ich denke, das ist ein weiterer Grund, warum man hierher kommen sollte."

Die Tickets werden aber knapp, wie er vermeldet: "Die Ticketverkäufe sind infolge der 100. Auflage bereits fantastisch gewesen. Deshalb sind wir gespannt. Aber dies (Alonso; Anm. d. Red.) ist ein Grund, den Beginn des nächsten Jahrhunderts des Rennens nicht zu verpassen." Das Hauptevent kollidiert wie schon in den vergangenen Jahren am Motorsport-Großwochenende Ende Mai mit dem Großen Preis von Monaco und dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

© Motorsport-Total.com

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