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Dario Franchitti gewann die 500 Meilen von Indianapolis selbst dreimal
Dario Franchitti gewann die 500 Meilen von Indianapolis selbst dreimal © LAT

Fernando Alonsos Teilnahme am Indy 500 sorgt auch bei Dreifach-Champion Dario Franchitti für Ekstase, doch der Brite warnt vor zu hohen Erwartungen

Fernando Alonsos Ankündigung, in diesem Jahr am legendären 500-Meilenrennen in Indianapolis teilzunehmen und dafür den Grand Prix in Monaco sausen zu lassen, hat die Motorsportszene in Aufregung versetzt. Sowohl seine Formel-1- als auch künftige Indy-500-Kollegen gratulierten dem Spanier zum Wagnis, das erste Mal in seiner Karriere den Motorsportklassiker in Angriff zu nehmen. In diesem Jahr findet das Rennen am 28. Mai 2017 statt.

Alonsos Teilnahme verschafft nicht nur der Formel 1 in den USA einen gehörigen Aufmerksamkeitsboost, sondern auch dem Indy 500 selbst. "Dass Fernando Alonso in diesem Jahr die 500 Meilen von Indianapolis fährt, ist großartig. Es ist großartig für die IndyCar-Serie, einfach nur großartig", freut sich Dario Franchitti in einem selbst geschriebenen Beitrag für das Motor Sport Magazine. Der Brite gewann die Indy500 in den Jahren 2007, 2010 und 2012.

Von dem Engagement des Formel-1-Stars in Indianapolis erhofft sich Franchitti viel: "Ihn Kopf an Kopf mit Scott Dixon, Tony Kanaan, Will Power, Helio Castroneves und anderen Fahrern sehen zu können, ist fantastisch und wird weltweit für Furore sorgen", ist sich der Ex-Champion sicher. Gleichzeitig warnt er davor, die Erwartungen an Alonsos Debüt zu hoch zu schrauben. Schließlich hat der Spanier bisher keinerlei Erfahrung im Oval.

Ovalfahren: Neue Herausforderung für Alonso

"Schwierig wird es, wenn sich die Bedingungen verändern und er sich daran anpassen muss", weiß Franchitti. "Der Wind kann sich schlagartig ändern, die Temperatur kann ansteigen, oder auch die Luftfeuchtigkeit. Darauf muss man mit dem Set-up und Fahrstil reagieren. Hier kommt die Erfahrung ins Spiel." Noch fehlt sie Alonso. Doch in den 46 Tagen bis zum Event will der 34-Jährige zwischen den Formel-1-Rennen so viel wie möglich lernen und sich wappnen.

Der McLaren-Pilot weiß, welche Herausforderung vor ihm liegt: "Das Ovalfahren ist neu für mich. Ich weiß nichts über die Strategie und das Procedere. Mir bleiben nur wenige Wochen Zeit. Aber ich habe keine Angst und werde bereit sein, wenn es losgeht", gibt er sich dennoch kämpferisch. Anders als in der Formel 1 werden ihm auf dem Indianapolis Motor Speedway auch keine Auslaufzonen zur Verfügung stehen.

"Es gibt keine zweiten Chancen", warnt Franchitti. "Wenn man einen Fehler macht, tut der sofort weh. Das Auto wird meistens beschädigt und wenn man selbst ohne Verletzungen davonkommt, ist es ein guter Tag. Die Mauer wartet nur auf einen. Das wird ihm bewusst sein, sobald er die Boxengasse verlässt. Er wird sich daran gewöhnen müssen", so der Brite. Er selbst brauchte sechs Anläufe, um das Indy 500 im Jahr 2007 erstmals für sich entscheiden zu können.

Alonso betont, dass er nicht mit der Erwartung antrete, aus dem Stand zu gewinnen, sagt aber auch: "Im vergangenen Jahr hat ein Rookie (Alexander Rossi; Anm. d. R.) das Indy 500 gewonnen. Das ist Motorsport, alles kann passieren. Ich gehe dort natürlich nicht hin, um mir die Autos anzusehen, wie sie ihre Runden drehen. Ich werde mein Bestes geben, um ein gutes Rennen zu fahren." Er wolle vor allem Erfahrungen sammeln und als Rennfahrer "kompletter" werden.

© Motorsport-Total.com

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