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Stefan Wilson macht seinen Platz bei Andretti für Fernando Alonso frei
Stefan Wilson macht seinen Platz bei Andretti für Fernando Alonso frei © LAT

"Was für eine Geste": Stefan Wilson verzichtet auf seinen Startplatz beim Indy 500, damit Formel-1-Star Fernando Alonso mit Andretti teilnehmen kann

Nachdem am Dienstag überraschend das Engagement von Fernando Alonso beim diesjährigen Indianapolis 500 bekannt gegeben wurde, ging ein Name in der Berichterstattung fast unter: Stefan Wilson. Der jüngere Bruder von Justin Wilson machte den Sensationstransfer des Formel-1-Stars in die IndyCar-Serie, zumindest für ein Rennen, erst möglich. Wilson hatte bereits einen Fixplatz für das prestigeträchtige Rennen, verzichtet nun jedoch darauf.

Mit dem Andretti-Team wird Alonso sein Gastspiel am 28. Mai bei der 101. Auflage des Indy 500 bestreiten. Erst vor wenigen Tagen hatte der 27-jährige Wilson seinen Vertrag unterschrieben. IndyCar-Geschäftsführer Mark Miles erklärte gegenüber 'Racer', wie es zu dem Verzicht und dem Megadeal kam: "Ich bekam vor ein paar Wochen einen Anruf von Zak (Brown, McLaren-Geschäftsführer; Anm. d. Red.). Er fragte, ob es eine Möglichkeit gebe, einen Honda-Deal einzufädeln, damit Fernando im diesjährigen Indy 500 fahren könnte", schildert der US-Amerikaner. "Ich sagte, wir werden Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit das klappt."

Nachdem Miles und Brown insgesamt fünf Honda-Teams kontaktiert hatten, stand man immer noch vor einem Problem. "Wir konnten keinen Motor finden. Aber wir hatten Glück." Denn Wilson wurde persönlich von Miles kontaktiert. Dieser verzichtet nun auf sein Cockpit, damit der spanische Formel-1-Star seinen Traum ausleben kann. "So sehr er fahren wollte, so sehr hat er sich um das Gemeinwohl der IndyCar bemüht", lobt der IndyCar-Boss. "Was für eine Geste!"

"Die Helden in dieser Geschichte sind Alonso, Zak, Michael (Andretti; Anm. d. Red.) und Stefan. Ich glaube, dass das eine tolle Geschichte werden wird", hofft Miles. Der 27-Jährige Wilson gewann 2007 den McLaren-Autosport-BRDC-Award, der talentierten Nachwuchspiloten verliehen wird. Er durfte daraufhin 2009 sogar einen McLaren-Formel-1-Boliden in Silverstone testen. Seit jenem Jahr war er in der IndyLights-Meisterschaft unterwegs, bis er 2013 sein erstes IndyCar-Rennen bestritt. Nach einer dreijährigen Pause kam er 2016 zurück und fuhr sein Indy-500-Debüt.

Nun muss Wilson bis 2018 auf seinen Einsatz warten. Auf Twitter hat sich der Brite bereits mit einem lustigen Eintrag zu Wort gemeldet. Miles ist hingegen völlig entzückt von dem Alonso-Deal: "Die gesamte IndyCar-Gemeinschaft - Teilnehmer, Fans, Medien, alle - freuen sich, dass so ein brillanter Fahrer wie Fernando sein Debüt in unserer Serie gibt. Und welches Auto wird Fernando in diesem Jahr fahren? Genau, ein Andretti-Auto mit Honda-Power - das gleiche Paket, das das Rennen im vergangenen Jahr gewonnen hat."

Er erinnert auch an die McLaren-Tradition in Indianapolis: "Dreimal wurde das Indy 500 in den 1970ern von einem McLaren-Fahrer gewonnen: Mark Donohue gewann einmal und Johnny Rutherford zweimal." Er erinnert aber auch an den Namensgeber und Urvater der Marke: "Zuletzt sollten wir alle an Bruce McLaren denken, den Gründer des Teams und einen brillanten Fahrer, Ingenieur und Unternehmer, der vor 47 Jahren tödlich verunglückte. In diesem Jahr wurde er völlig zurecht in die Indianapolis Hall of Fame aufgenommen."

© Motorsport-Total.com

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