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Nach dem Visums-Chaos auf Rang zehn: Michail Aljoschin hate eine hektische Woche
Nach dem Visums-Chaos auf Rang zehn: Michail Aljoschin hate eine hektische Woche © LAT

Michail Aljoschin schafft es gerade noch pünktlich nach Elkhart Lake, nachdem er lange Zeit nicht in die USA einreisen konnte. Am Ende gibt es ein Happy End.

Als Russe ist das Standing in den USA schon immer nicht das Leichteste gewesen. Michail Aljoschin bekommt seit Jahren die diplomatischen Verwerfungen zwischen den beiden Staaten zu spüren, deren Beziehung in den 2010er-Jahren wieder schwieriger geworden ist. Nachdem er 2015 bereits aufgrund der Sanktionen gegen Russland nach der Krim-Annexion nicht in der IndyCar-Serie starten konnte, hätte er nun beinahe das Rennen in Elkhart Lake verpasst.

"Ich bin die ganze Zeit nur auf Achse gewesen", stöhnt der 30-Jährige. "Nach Detroit ist es für mich nach Le Mans gegangen. Ich wusste, dass ich für meine Rückkehr einen neuen Stempel im Pass benötigen würde. Normalerweise ist das eine Formalität, aber diesmal hat es enorm lang gedauert." Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland haben seit der Wahlkampf-Affäre um Vertraute Donald Trumps einen neuen Tiefpunkt erlitten.

Michail Petrowitsch Aljoschin blieb nichts anderes übrig als sein darüber zu informieren, dass er es nicht pünktlich nach Wisconsin schaffen würde. Schmidt/Peterson engagierte kurzerhand DTM-Pilot Robert Wickens, der kurzfristig einen Trip nach Kanada unternommen hatte. "Für das Team war es sehr wichtig, dass jemand im Auto saß, denn so konnten sie die doppelte Menge an Daten gewinnen", weiß der Russe.

Wickens hatte im Winter im Rahmen eines Austausch-Programms mit James Hinchcliffe einen SPM-Honda getestet. "Es war gut, dass sie Robert gewählt haben, da er ein erfahrener Pilot ist, aber ich bin glücklich, dass ich es doch noch geschafft habe", kommentiert Aljoschin. Hätte er es bis zum Qualifying nicht geschafft, hätte Wickens das ganze Wochenende bestritten.

Doch Aljoschin konnte am Freitag endlich den Flug wahrnehmen und in die USA einreisen, sodass er es zum Qualifying packte. "Ich bin okay und habe nur ein wenig Jetlag", strahlt er. Der Jetlag nach Westen gilt gemeinhin als angenehmer, da es für den menschlichen Körper leichter ist, Tage zu verlängern als zu verkürzen. Zu allem Überfluss gab es dann am Samstag auch noch mysteriöse Performance-Probleme, die das Team aber in den Griff bekam.

Und so ließ sich Aljoschin nichts von der Müdigkeit anmerken und fuhr im Rennen auf einen starken zehnten Rang. "Das war ein starker Job des Teams, das Auto hier in die Top 10 zu bringen", so sein Kommentar zum Rennen. "Wir hatten gute Boxenstopps und die Fahrzeugbalance hat gestimmt. Dieses Resultat ist angesichts der Probleme am Samstag und dem fehlenden Training am Freitag nicht schlecht. Es war ein intensives Rennen." Dennoch verläuft die IndyCar-Saison 2017 für Aljoschin bislang eher enttäuschend, nachdem er vergangenes Jahr in Mid-Ohio noch kurz vor seinem ersten Sieg gestanden hatte.

© Motorsport-Total.com

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