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Robert Wickens stand am Freitag im Mittelpunkt des Interesses
Robert Wickens stand am Freitag im Mittelpunkt des Interesses © IndyCar

Trainingseinsatz statt freiem Wochenende: DTM-Pilot Robert Wickens berichtet, wie es zu seinem spontanen IndyCar-Debüt in Elkhart Lake kam.

Unverhofft und für ihn selbst überraschend kam DTM-Pilot Robert Wickens am Freitag zu seinem Debüt in der IndyCar-Serie. Der Kanadier sprang in Elkhart Lake bei Schmidt-Peterson kurzfristig für Michail Aljoschin ein, der wegen Problemen bei der Erteilung eines Visums nicht rechtzeitig in die USA reisen konnte. "Das war wirklich ein Last-Minute-Trip. Ich habe es erst gestern Nachmittag um 14 Uhr erfahren und bin dann gestern Abend geflogen", berichtet Wickens am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Elkhart Lake.

"Gegen 22 Uhr war ich dann im Hotel, habe geschlafen, und war dann hier, sobald die Tore aufgemacht wurden", so der Mercedes-Werksfahrer, der in den ersten beiden Freien Trainings jeweils auf dem vorletzten Platz landete. Den Ausgangspunkt hatte Wickens IndyCar-Einsatz im Februar genommen. Damals hatte er im Rahmen eines Fahrzeugtauschs mit seinem Freund James Hinchcliff das Auto des Schmidt-Peterson-Stammfahrers in Sebring getestet.

Nach dem Test riss der Kontakt zum IndyCar-Team nie ab. "Wir haben uns gut verstanden und immer wieder Nachrichten geschrieben", sagt Wickens. So war der Kanadier erste Wahl, nachdem Aljoschin aufgrund der Visa-Probleme in Frankreich festhing. "'Hinch' hat mich dann gefragt, ob ich in Kanada bin. Eigentlich hätte ich an diesem Wochenende in Europa sein sollen, aber meine Pläne hatten sich kurzfristig geändert", berichtet Wickens über diesen für ihn glücklichen Umstand. "Ich war also in Toronto und hatte mich auf ein entspanntes Wochenende vor dem nächsten DTM-Rennen gefreut."

Zitterpartie für Wickens

Doch daraus wurde nichts, denn nun waren seine Dienste in Elkhart Lake gefragt. Vorher musste Wickens aber noch seinen Arbeitgeber Mercedes um die Freigabe bitten. "Mein Ansprechpartner war Ulrich Fritz, der DTM-Teamchef", sagt Wickens. "Er hat sich für mich gefreut, dass ich hier fahren kann. Er glaubt, dass Fahrer in ihrem eigentlichen Job besser werden, wenn sie unterschiedliche Autos fahren." Allerdings konnte Fritz nicht darüber entscheiden. "Er musste sich bei Toto (Wolff, Mercedes-Sportchef; Anm. d. Red.) das Okay holen."

Damit begann für Wickens eine Zitterpartie. "Ich habe mir vor allem wegen der Zeit Sorgen gemacht, weil das alles in letzter Minute passiert ist und ich wusste, dass Toto an diesem Wochenende beim Grand Prix (von Aserbaidschan; Anm. d. Red.) ist. Ich wusste nicht, ob er unterwegs ist, und wir brauchten eine schnelle Antwort", so Wickens. Aber schon fünf Minuten später kam der erlösende Rückruf: "Pack' deinen Helm ein und habe Spaß."

Allerdings war dieser Spaß für Wickens wohl nur von kurzer Dauer, denn am Freitag erhielt Stammfahrer Aljoschin sein Visum für die USA und machte sich auf den Weg nach Elkhart Lake, wo er nach jetzigem Stand am Samstag wieder im Honda mit der Startnummer 7 sitzen wird.

© Motorsport-Total.com

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