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Bernd Felden berichtet für SPORT1 von der MotoGP.

Bernd Felden erlebt beim Grand Prix in Silverstone aus nächster Nähe die Faszination der MotoGP und berichtet SPORT1 davon.

Hallo Freunde des Motorsports,

Das Flair der MotoGP erlebte ich schon bei der Anreise zum diesjährigen Hertz British Grand Prix.

Diese erfolgte bei mir zwar nicht gerade standesgemäß im Auto, aber nach einer Runde in der Funzone auf dem neuen PS14 Simulator im Laufe des Tages stellte sich die Autowahl für mich als die deutlich sicherere Alternative heraus.

Je näher ich der Rennstrecke in Silverstone kam, desto mehr rennsportbegeisterte Fans sah ich auf ihren eigenen Motorrädern anreisen. Sobald das Auto geparkt war, wurde ich vom Geräusch laufender Rennmotoren begrüßt. Das legte sich das ganze Wochenende hinweg über die gesamte Rennstrecke selbst bis spät in die Abendstunden.

Die Mechaniker waren oft bis mitten in der Nacht damit beschäftigt die ideale Abstimmung eines Motorrads sicherzustellen, oder die Schäden eines Sturzes zu reparieren.

Mit 5,902 Meter ist Silverstone die längste Rennstrecke im WM-Kalender. Trotz der 67.500 Zuschauer, die am Sonntag angereist waren, konnte man ohne jedes Gedränge diesen fantastischen Sport genießen.

Das Ganze vermittelte die Stimmung einer Familiensommerparty, und so saß ich auf der Tribüne auch mal unvermittelt neben Sami Hyypiä samt seiner Familie.

Picknicks, Campingstühle und Zelte waren an der ganzen Strecke zu sehen, viele Fans waren in ihrer Motorradkluft unterwegs - oder zumindest stolz, die Nummern und Farben Ihrer Favoriten zu präsentieren.

Dabei war erstaunlich, dass hier natürlich neben den Farben der britischen Fahrer, wie zum Beispiel Bradley Smith oder Scott Redding, nach wie vor die berühmte 46 und die Farben der Legende Valentino Rossi - "The Doctor" bei weitem überwogen.

Die Nummer eines Jorge Lorenzo, immerhin zweimaliger Weltmeister sah man fast gar nicht, und selbst die Farben des momentanen Überfliegers Marc Marquez, der jetzt seit zwei Jahren alles in Grund und Boden fährt, fielen nicht großartig ins Auge. Genau diese Teufelskerle auf zwei Rädern machen natürlich den ultimativen Reiz dieses begeisterten Spektakels aus.

Im Fahrerlager, in dem eine fast freundschaftliche und lockere Atmosphäre herrschte, waren die Rossis, Bradls und Co. genau wie alle Mechaniker nur auf Scootern unterwegs, was zusammen mit der Ablenkung durch etliche Grid Girls meinen Rundgang dort zu einem richtigen Abenteuer gemacht hat.

Wurden sie allerdings auf Ihren Rennmachinen losgelassen, hörte jegliche Freundschaft auf und sie verwandelten sich zu regelrechten Artisten.

Die Schräglagen, die sie dabei vorführten, hebelten eigentlich alle physikalischen Gesetze aus den Angeln. Und mir als Laie fällt es schwer nachzuvollziehen, wie sich ein Fahrer so überhaupt auf seinem Motorrad halten kann.

Und so passierten zur Melodie der heulenden Motoren meist in wenigen Runden eines Grand Prix mehr spektakuläre Überholmanöver als bei einem kompletten Formel-1-Rennen. Und dabei sind die Teufelskerle jederzeit nur einen Bruchteil einer Sekunde von einem Sturz entfernt.

Auch wenn ich nie selbst Motorrad gefahren bin, ist so ein MotoGP-Rennen für mich nicht erst seit diesem Wochenende der geilste und faszinierenste Motorsport mit der meisten Action.

Und zum Abschluß wurde ich noch unverhofft zum Chauffeur von Luca Grünwald, dem Deutschen Moto3-Talent. Fahrtipps auf unserem Weg zum Flughafen hat er mir allerdings keine gegeben.

Etwas unverständlich für mich ist allerdings die Tatsache, dass ich vielleicht Zeuge des vorerst letzten MotoGP-Wochenendes in Silverstone geworden bin.

Den Plan, eine weitere Rennstrecke in Wales für etwa 300 Millionen Euro zu bauen, kann ich sowohl ökonomisch wie logistisch nicht nachvollziehen.

Laut meinen Recherchen hat sich der neue Betreiber, der dahinter steckt, allerdings bereits die Rechte an der MotoGP für die nächsten fünf Jahre gesichert. Ob die neue Strecke bereits 2015 fertiggestellt ist, bleibt aber noch abzuwarten.

Trotz allem werde auch ich sicherlich eine Reise nach Wales gerne in Kauf nehmen, um diesem grandiosen Spektakel ein weiteres Mal beizuwohnen.

Euer Bernd Felden

Bernd Felden lebt mittlerweile schon seit über 15 Jahren in der Nähe von London. Für SPORT1 berichtet er vom Großen Preis der MotoGP in Silverstone.

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