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Rookie Jonas Folger ließ in der Freitags-Wertung alle Gegner hinter sich
Rookie Jonas Folger ließ in der Freitags-Wertung alle Gegner hinter sich © FGlaenzel

Jonas Folger überzeugt beim Trainingsauftakt in Misano mit der Freitags-Bestzeit - Marcel Schrötter auf Position 13, Sandro Cortese außerhalb der Top 20

Die Bedingungen beim Trainingsauftakt in Misano waren schwierig. Der Asphalt bot wenig Haftung und führte zu vielen Stürzen. Kalex-Pilot Jonas Folger kam mit den Bedingungen sehr gut zurecht und stellte sein Können im Regen erneut unter Beweis. Der Moto2-Rookie beendete den Tag als Schnellster und war deutlich schneller als seine Landsmänner Marcel Schrötter und Sandro Cortese.

"Das war natürlich ein überaus erfreulicher Start in das Wochenende", hält Folger fest. "Wegen des starken Regens am Vormittag bin ich erst spät auf die Piste gegangen. Schon wegen der vielen Stürze war es im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung. Ich wollte nämlich auf gar keinen Fall mit einem Sturz beginnen. Zum Schluss bin ich für ein paar Runden rausgefahren, um einfach ein Gefühl für das Motorrad und die Bedingungen zu bekommen. Das hat auch wunderbar funktioniert."

"Am Nachmittag waren die Verhältnisse zunächst ähnlich wie während des ersten Trainings. Erst gegen Ende der Session, als der Regen aufhörte, war die Piste zwar noch vollkommen nass, aber es war bei weitem weniger Wasser auf der Fahrbahn", berichtet der Kalex-Pilot. "Ich bin allerdings sofort mit Trainingsbeginn rausgefahren und mein Gefühl war auf Anhieb super. Auch das Vertrauen in das Motorrad und die Bedingungen hat gepasst."

"In der Schlussphase konnten wir das Setting geringfügig ändern, weshalb ich noch zulegen konnte. Bis auf die letzten zwei Kurven war das Gefühl einwandfrei. In diesen Abschnitt ist es hier im Regen immer extrem rutschig, weshalb es schwierig ist, das ans Limit zu pushen", erklärt Folger. "In meiner letzten Runde habe ich dort auch zwei Rutscher gehabt. In jeden Fall bin ich mit dem heutigen Trainingsauftakt sehr zufrieden und daher ist es das Ziel, morgen in die Top 3 zu fahren."

"Das gilt auch für den Fall, falls es trocken sein sollte. Vor zwei Wochen in Silverstone hat das Motorrad im Trocken hervorragend funktioniert, ich war in der Lage mit den Top-Jungs zu kämpfen und darüber mag ich die Piste hier in Misano. Von dem her erwarte ich einen genauso starken Samstag", so Folger. Im Vorjahr sicherte sich der Deutsche in der Moto3 die Pole-Position.

Cortese schimpft über den Asphalt

Weniger rund lief es bei Sandro Cortese. Der ehemalige Moto3-Weltmeister ging am Freitag gleich zwei Mal zu Boden: "Ich bin zweimal ganz harmlos gestürzt. Im Scheitelpunkt der Kurve ist mir das Motorrad einmal über beide Räder und einmal hinten weggerutscht. Die Rennstrecke zeigt dir einfach kein Limit", ärgert sich Cortese. "Bei anderen Strecken kennt man die Punkte, wo man aufpassen muss, um nicht abzufliegen. Man rutscht hier nicht erst, sondern man stürzt sofort."

"Die Strecke ist wirklich extrem kaputt", schimpft Cortese, der den Tag mit 3,453 Sekunden Rückstand nur auf Position 22 beendete. "Man sieht, dass sich viele Pfützen sammeln, weil durch die Bodenwellen das Wasser nicht mehr abfließt. Und gerade dort sind eigentlich die meisten Stürze passiert. Auch der Grip ist hier katastrophal im Regen. Jetzt hoffen wir, dass es morgen trocken wird. Dann wird es um vieles einfacher und wir fangen wieder bei Null an."

Schrötter mit solidem Auftakt

Tech-3-Pilot Marcel Schrötter lag am Freitag mit 2,223 Sekunden Rückstand auf Position 13. "Abgesehen des miserablen Wetters war es im Großen und Ganzen ein positiver Tag für mich", schildert Schrötter. "Eigentlich war es sogar gut, dass es geregnet hat. Erstens, weil wir in dieser Saison noch nicht wirklich viele Informationen im Nassen sammeln konnten, und zweitens, weil ich für meinen Teil immer etwas Zeit brauche, um in Schwung zu kommen. Von dem her war es gut, eine Session zu haben, in der ich in Ruhe ein Gefühl für die Piste und die Bedingungen aufbauen kann."

"Außerdem plagt mich seit dem Mugello-Sturz in einigen Kurven nach wie vor ein komisches Unbehagen, was in den ersten Trainings meistens viel Zeit raubt, dies zu überwinden. Nichtsdestotrotz hat der heutige Tag natürlich auch etwas Zeit gekostet, um unser Trocken-Setup weiter zu verbessern. Aber umso mehr überwiegt die Zufriedenheit über die achtschnellste Rundenzeit am Vormittag", berichtet Schrötter.

"In der zweiten Session lief es dann leider nicht mehr so rund. Die Streckenverhältnisse waren mit weniger Wasser auf der Fahrbahn recht unterschiedlich. Auf feuchter Piste war es für mich schwierig, das Limit zu finden, um schneller zu werden. Trotzdem konnte ich mich während der Session kontinuierlich steigern und ein immer besseres Gefühl aufbauen", bemerkt der Tech-3-Pilot. "Zum Schluss spürte ich sogar, dass es noch ein Stück schneller gegangen wäre. Leider hat dann das Timing nicht zu 100 Prozent gepasst."

"Nichtsdestotrotz bin ich mit diesem Start in das Wochenende zufrieden", bilanziert Schrötter. "Schon wegen der Tatsache, dass ich mir sicher bin, mich weiter steigern zu können - darüber hinaus natürlich auch aufgrund meiner Platzierungen, die im Bereich der Erwartungen liegen. Morgen soll es allerdings trocken sein, was mir auch sehr recht wäre. Hoffentlich gelingt es dann auch diese Performance zumindest zu wiederholen, wenn nicht sogar zu steigern."

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