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Marc Marquez wollte unbedingt gegen seine Landsleute in Aragon gewinnen

Marc Marquez nimmt den Fehler und den Sturz in Aragon auf seine Kappe: Er wollte versuchen durchzufahren, hätte aber früher an die Box kommen sollen

Marc Marquez ging beim "Flag-to-Flag"-Rennen in Aragon ein großes Risiko ein und wurde am Ende nicht belohnt. Zunächst lieferte sich der Weltmeister einen spektakulären Dreikampf mit seinem Honda-Teamkollegen Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo (Yamaha). Die drei Spanier boten den knapp 70.000 Fans auf den Tribünen eine tolle Show, bis es schließlich in der Schlussphase stärker anfing zu regnen. Die Fahrer aus dem Mittelfeld steuerten die Boxen der Reihe nach an, doch die drei Spanier blieben draußen.

Schließlich entschied sich Lorenzo für den Poker, fuhr an die Box und wechselte auf die Yamaha mit Regenreifen. Die beiden Honda-Fahrer blieben auf der Strecke. Dani Pedrosa bezahlte als Erster den Preis und stürzte am Ende der Zielgeraden. Marquez fuhr weiter und weiter und wollte tatsächlich versuchen, mit Slicks das Rennen zu beenden. Schließlich war auch sein Talent begrenzt und auch er ging zu Boden. Da dadurch jegliche Siegchance verspielt war, fuhr Marquez an die Box und wechselte ebenfalls das Motorrad.

Am Ende fuhr er als 13. ins Ziel. Da Pedrosa dahinter das Rennen beendete, baute Marquez sogar seinen WM-Vorsprung auf 75 Punkte aus. Der Spanier wollte nach seinem Crash in Misano auf Sicherheit fahren, doch Aragon war die Ausnahme. Der Heimsieg wäre ihm wichtiger gewesen. "Es war komplett mein Fehler", nimmt der Weltmeister die Entscheidung, auf der Strecke zu bleiben, komplett auf seine Kappe. "Wir haben im Team vor dem Rennen darüber gesprochen. Wir machten uns aus, dass es meine Entscheidung ist, wenn ich das Motorrad wechseln will."

"Sie können im Fernsehen sehen, wie die Strecke ist, aber sie wissen nicht besser als ich, wie die Streckenverhältnisse tatsächlich sind. Deswegen war es komplett meine Entscheidung." Doch warum fuhr Marquez immer weiter und weiter, obwohl der Regen ständig zunahm. Seine Mechaniker warteten jede Runde an der Box und waren selbst verwundert, warum er nicht hereinkam. "Ich versuchte draußen zu bleiben, denn ich habe darüber nachgedacht, wie groß der Vorsprung auf den Zweiten ist."

"Das Problem war, dass ich ständig an diesen Abstand gedacht habe. Ich bin auch nicht langsam gewesen, aber ich habe das Risiko bei diesen Verhältnissen nicht bedacht", sagt Marquez. "Es gibt nicht mehr zu sagen, als dass es mein Fehler war. Das nächste Mal muss ich es besser machen. Das Team hat mir vor dem Rennen gesagt, dass es gegen Rennende regnen könnte. Das Problem war, dass es das ganze Rennen über ein wenig geregnet hat. Deshalb ist auch Dani draußen geblieben."

"Es hat nicht stark geregnet, aber dann hat der kurze Schauer gereicht, um die Reifen und die Strecke nass zu machen. Die Zeiten waren aber doch nicht so schlecht, denn ich war nur um acht Sekunden langsamer als die schnellsten Runden der Fahrer mit Regenreifen. Deshalb habe ich nur an das Rennen gedacht und nicht an das Risiko." Marquez wollte unbedingt für seine Fans gewinnen. "Man darf auch nicht vergessen, dass es für mich das erste Mal bei diesen Bedingungen war. Dazu habe ich beim Heimrennen um den Sieg gekämpft."

Trotz der Schlappe war Marquez im Anschluss an das Rennen wieder bester Laune. "Positiv ist, dass ich trotzdem meinen WM-Vorsprung vergrößert habe. Für mich war das Rennen sehr interessant und es ist gut, wenn ich jetzt diese Erfahrungen mache als im nächsten Jahr, wenn vielleicht alles knapper ist." Somit kann Marquez beim nächsten Rennen in Japan seinen zweiten WM-Titel fixieren. Er hat 75 Punkte Vorsprung vor Pedrosa.

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