vergrößernverkleinern
Cal Crutchlow interessiert sich nicht für das, was seine Kritiker über ihn sagen

Cal Crutchlow will sich den Platz auf dem Podium von seinen Kritiken nicht madigmachen lassen - Fortschritt seiner Meinung nach auch im Trockenen erkennbar

Cal Crutchlow ist dafür bekannt, dass er sich nicht verbiegen lässt und immer unverblümt seine Meinung sagt. Auch nach seinem überraschenden dritten Platz in Aragon teilt der Brite wieder einmal gegen seine Kritiker aus und will sich sein erstes Podium auf der Ducati nicht schlechtreden lassen. Gleichzeitig beweist er auch wieder einmal eine gehörige Portion Selbstironie.

"Ich hoffe, dass ich in der kommenden Woche auf der Titelseite bin. Wenn nicht, dann bin ich verdammt enttäuscht", spaßt der Brite nach dem Rennen in Aragon mit den anwesenden Journalisten. Trotzdem wird der Ducati-Pilot sich insgeheim ins Fäustchen gelacht haben, dass ausgerechnet er in Spanien aufs Podium gefahren ist - auf der alten GP14.

Denn während Teamkollege Andrea Iannone und Pramac-Pilot Andrea Iannone, der Crutchlow in der kommenden Saison ersetzen wird, von Ducati die neue GP14.2 zur Verfügung gestellt bekamen, musste Crutchlow weiterhin mit dem Vorgängermodell vorliebnehmen. Doch während die beiden Italiener ihre neuen Maschinen im Kiesbett versenkten, war Crutchlow im wahrsten Sinne der lachende Dritte.

"Habe die Situation richtig eingeschätzt"

"Jeder der sagt, dass ich dieses Podium nur geholt habe, weil es zuerst trocken und dann nass war, der hat recht. Aber das interessiert mich nicht", sagt Crutchlow und erklärt: "Ich bin auf dem Motorrad geblieben und habe die Situation richtig eingeschätzt. Ganz genau wie Aleix. Ich denke, ich hätte sogar noch eine Runde früher reinkommen sollen, denn dann wäre ich viel näher an Jorge dran gewesen, vielleicht vier oder fünf Sekunden."

So kam Crutchlow am Ende hinter Jorge Lorenzo und Aleix Espargaro ins Ziel. "Ich sah die Rundenzeit und wusste, dass der Regen stärker wurde", schildert der Brite die entscheidenden Sekunden vor seinem Boxenstopp: "Ich glaube, ich fuhr eine 1:57er Zeit. Und am Morgen war ich im Regen eine 2:03 gefahren. Aber ich musste rein, denn ich wusste, dass ich in der Runde danach nur noch eine 2:20 gefahren wäre, weil der Regen noch stärker geworden wäre."

Auf die Frage, ob er das Rennen auch auf Slicks hätte beenden können, antwortet der Brite: "Darüber habe ich nachgedacht. Sieben Runden vor Schluss habe ich gedacht, dass das möglich wäre, denn es regnete nur ganz leicht. In einer Runde wurde es dann aber wirklich schlimm. Ich bin zwar noch eine Runde draußen geblieben, aber danach musste ich rein, kein Zweifel."

Fortschritte auch im Trockenen

Nun hofft der Brite, dass er in den kommenden Wochen auch bei trockenen Bedingungen konkurrenzfähiger sein kann. "Dieses Wochenende war ein guter Anfang. Wir wären im Trockenen wohl 20 oder 25 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel gekommen. Damit bin ich sehr zufrieden", erklärt Crutchlow, dem in den Rennen zuvor teilweise bis zu 40 Sekunden fehlten.

"Misano war bereits ein Schritt nach vorne, denn wir kamen knapp hinter Bautista und Espargaro ins Ziel, wo wir Anfang des Jahres noch nicht waren", erinnert der Ducati-Pilot und ergänzt: "Wir hatten keine neuen Teile, aber haben uns dafür mehr auf die Auswertung der Daten und einige andere Sachen konzentriert. Ich denke, wir brauchen etwas mehr Aerodynamik am Motorrad. Hoffentlich bekommen wir das bis zum Ende der Saison hin."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel