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In den meisten Fällen können die Piloten die Unfallstelle aus eigener Kraft verlassen

Stefan Bradl und Jack Miller sprechen über schmerzhafte Verletzungen, das Tabuthema Angst und die ständige Gefahr, zu stürzen.

Stürze und Verletzungen sind von Beginn an ein Teil des Motorradsports. Dennoch gelang es, die Sicherheit in den vergangenen Jahren immer weiter zu verbessern. Einen wesentlichen Anteil an den Verbesserungen tragen die Hersteller der Schutzkleidung, die durch Airbagkombis und immer bessere Helme die Sicherheit der Fahrer steigern konnten. Doch auch die Strecken wurden immer sicherer und gestatteten eine schnellere Behandlung der verletzten Fahrer.

Doch trotz aller Bemühungen bleibt der Motorradsport einer der gefährlichsten Sportarten. Allein am ersten Trainingstag zum Grand Prix in Misano wurden von der Rennleitung mehr als 60 Stürze registriert. Durch die schwierigen Bedingungen war es für die Fahrer schwierig, die Gripverhältnisse genau einzuschätzen.

Angst haben die Piloten dennoch nicht. "Ich glaube, da ist jeder anders", grübelt LCR-Honda-Pilot Stefan Bradl bei 'ServusTV'. "Ich habe keine Angst, wenn ich auf das Motorrad steige. Ich denke mir nicht: 'Oh, mir kann etwas Schlimmes passieren.' Aber ich denke, die Maschinen, mit denen wir unterwegs sind und die das ein andere PS haben, sollte man schon mit Respekt behandeln."

Moto3-Pilot Jack Miller wagt in der kommenden Saison den Schritt von der leichten Moto3-Maschine zur über 250 PS starken MotoGP-Honda. Obwohl Miller erst 19 Jahre alt ist, hat er schon einige Operationen erlebt. Aber auch der charismatische Australier hat keine Angst, wenn er auf sein Motorrad steigt, obwohl er weiß, dass er in der nächsten Kurve stürzen könnte.

"Es passiert natürlich öfter, als es dir eigentlich lieb ist. In einer perfekten Welt gäbe es keine Stürze, aber da sind wir eben nicht. Unfälle passieren, das gehört einfach dazu. Da muss man halt schauen und das Risiko abschätzen", erklärt der zukünftige LCR-Pilot. "Man nimmt das Risiko wegen der Belohnung in Kauf: Ab und zu wird man mal etwas durchgeschüttelt und am Ende wird man Weltmeister, das ist doch kein schlechter Deal."

In der Vergangenheit zählte Honda-Werkspilot Dani Pedrosa zu den Piloten, die immer wieder durch schwere Verletzungen beeinträchtigt wurden. Crewchief Mike Leitner erinnert sich: "Bei Dani ging es in den vergangenen Jahren, aber 2011, 2012 und 2013 hat er immer wieder schwere Verletzungen gehabt. Dass die Fahrer im Kopf dann so stark sind, ist glaube ich eigentlich eine Grundvoraussetzung für die Motorradfahrer", bemerkt er.

"Die stecken das schneller als ein Normalbürger weg. Es ist beeindruckend", betont der HRC-Crewchief, der seit vielen Jahren im MotoGP-Paddock Zuhause ist. "Oft ist er (Pedrosa) mit Schmerzen auf das Motorrad gegangen und hat dann versucht, den Schmerz zu überfahren. Da braucht man schon mentale Stärke."

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