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Doohan hätte nichts dagegen gehabt, hätte Marquez seine eigene Serie verbessert

Der fünfmalige 500er-Champion Mick Doohan zollt dem aktuellen MotoGP-Dominator Marc Marquez großen Respekt und hofft, dass der Spanier weiter Rekorde knackt

In seiner aktiven Karriere fuhr Mick Doohan zahlreiche Erfolge ein. In der 500er-Klasse der Motorrad-Weltmeister gewann der Australier in den Jahren 1994 bis 1998 fünfmal in Folge den WM-Titel. Schon 1992 war er auf dem besten Weg zum Titel, verpasste diesen aber, nachdem er aufgrund eines komplizierten Beinbruchs in Assen vier Rennen pausieren musste. In der Superbike-Weltmeisterschaft war Doohan sporadisch am Start. Dort er gewann er drei der vier Rennen, zu denen er angetreten ist.

Nach einem schweren Unfall im Qualifying zum 500er-Rennen in Jerez de la Frontera 1999 musste Doohan seine Karriere als Motorradrennfahrer an den Nagel hängen. In den Folgejahren trat er vereinzelt bei Tourenwagen-Rennen an. Heutzutage ist der mittlerweile 49-Jährige als "Investor" tätig, wie er selbst sagt.

"Sich von einem Sport, der einen so großen Teil deines Lebens ausfüllt, zu verabschieden, ist nie einfach. In den ersten Jahren nach meinem Rücktritt gab es Momente, in den ich überlegte, ob ich zurückkommen sollte. Dann aber denkt man ernsthaft darüber nach und stellt fest, dass es andere Dinge gibt, die einen glücklich machen", bemerkt Doohan gegenüber 'Crash.net' und fügt hinzu: "Es gibt viele Leute, die ihren Rücktritt bereuen. Ich gehöre nicht dazu. Das heißt aber nicht, dass mir der Sport nicht von Zeit zu Zeit fehlte."

Marquez "geschichtlich gesehen etwas ganz Besonderes"

So wird Doohan in der laufenden MotoGP-Saison bei den Grands Prix von Japan in Motegi (12. Oktober) und Australien auf Phillip Island (19. Oktober) vor Ort sein. "In Motegi bin ich im Namen von Honda zu Promotion-Zwecken. Beim Australien-Grand-Prix bin ich ebenfalls involviert. Das war es dann aber wohl für dieses Jahr", so der fünfmalige Weltmeister der Königsklasse.

Neben seinen fünf WM-Titeln hat es Doohan auf 54 Grand-Prix-Siege gebracht. In der Saison 1997 gewann der Australier zehn Rennen in Folge. Das gleiche Kunststück schaffte in der laufenden Saison Marc Marquez. Beim Grand Prix von Tschechien in Brünn hatte Marquez die Chance, Geschichte zu schreiben. Mit Platz vier verpasste der 21-jährige Spanier aber einen elften Sieg in Folge. Dies ändert für Doohan freilich nichts an der Einschätzung, dass der amtierende und wohl bald zweimalige MotoGP-Weltmeister aus ganz besonderem Holz geschnitzt ist.

"Geschichtlich gesehen ist er etwas ganz Besonderes, keine Frage. Er ist das aktuelle Beispiel der aufstrebenden jungen Talente. Die Statistik spricht aber klar für sich. Er hat einen unglaublichen Lauf und dominiert auf spektakuläre Art und Weise. Wenn es jemandem gelingt, Leute wie Lorenzo oder Pedrosa regelmäßig hinter sich zu lassen und Rekorde einzufahren, dann ist derjenige natürlich etwas Besonderes", so Doohans Loblied auf Marquez.

"Als ich selbst Rennen fuhr und den einen oder anderen Rekord aufstellte, spielte das in meinem Kopf keine große Rolle. Ich war voll auf das jeweilige Rennen und die Weltmeisterschaft konzentriert. Wenn ich aber sehe, wie Marquez die anderen reihenweise schlägt, dann ist das aufregend", analysiert der Weltmeister der Jahre 1994 bis 1998 aus seiner heutigen Sicht als Beobachter der Königsklasse.

"Es wäre schön gewesen, hätte er meine Serie von zehn Siege in Folge verbessert", sagt Doohan und erklärt, warum er nicht traurig gewesen wäre, wenn ihm Marquez diese Bestmarke abgenommen hätte: "Für den Sport sind solche Dinge doch großartig. Wenn jemand wie Marquez Rekorde jagt, dann sprechen die Leute darüber. Das kann nichts Schlechtes sein." Der jüngste Weltmeister der Königsklasse ist Marquez bereits. Mit inzwischen elf Siegen aus 13 Saisonrennen befindet er sich auf dem besten Weg, eine neue Rekordmarke zu setzen und im Alter von 21 Jahren der jüngste zweimalige Weltmeister zu werden.

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