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Tom Lüthi hielt dem Druck von Maverick Vinales stand und holte den Sieg
Tom Lüthi hielt dem Druck von Maverick Vinales stand und holte den Sieg

Der Schweizer Tom Lüthi gewinnt in Motegi vor den beiden Spaniern Maverick Vinales und "Tito" Rabat - Jonas Folger holt als einziger Deutscher WM-Punkte

Feiertag für die Schweizer Motorradfans: Tom Lüthi feierte beim Grand Prix von Japan in Motegi einen Start-Ziel-Sieg und durfte erstmals seit Le Mans 2012 den größten Pokal in Empfang nehmen. Lüthi wurde bis ins Ziel von Maverick Vinales (Kalex) gejagt, doch mit all seiner Routine behauptete Lüthi den entscheidenden Vorsprung. Esteve "Tito" Rabat (Kalex) fuhr als Dritter ins Ziel und baute seinen WM-Vorsprung auf 38 Punkte aus. Jonas Folger (Kalex) sammelte als einziger Deutscher WM-Punkte. Sandro Cortese (Kalex), Marcel Schrötter (Tech 3) und Dominique Aegerter (Suter) verspielten WM-Punkte durch Stürze.

Der Grand Prix über 23 Runden wurde zur großen Lüthi-Show. Beim Start schnappte sich der Schweizer sofort die Führung und verteidigte sie über die erste Runde. Dahinter folgten Johann Zarco (Caterham-Suter), Mika Kallio (Kalex), Vinales und Rabat. Schrötter und Aegerter lagen auf zehn und elf. Cortese und Folger hatten in der Startphase Plätze verloren und lagen knapp außerhalb der Punkteränge. Lüthi zeigte eine starke Anfangsphase und setzte sich gleich mit schnellsten Rennrunden um mehr als eine Sekunde von den Verfolgern ab.

Hinter Lüthi suchte in der Anfangsphase Vinales einen Weg an Zarco vorbei. Da sich Kallio einmal verbremste, ging zu Platz vier eine kleine Lücke auf. Das Marc-VDS-Duo Rabat und Kallio hatte nach fünf Runden knapp eine Sekunde Rückstand auf Zarco/Vinales. Nach neun Runden fanden schließlich Vinales und Rabat einen Weg an Zarco vorbei. Die Jagd auf Lüthi, der zu diesem Zeitpunkt 2,3 Sekunden Vorsprung hatte, war eröffnet.

Vinales machte Druck, aber Lüthi konnte ebenfalls sein hohes Tempo halten. Dennoch kam der spanische Kalex-Zug Vinales/Rabat in der zweiten Rennhälfte Zehntel um Zehntel an den Schweizer heran. Einmal war Vinales schneller, dann wieder Lüthi. Fünf Runden vor dem Ende hatte der Suter-Pilot eine Sekunde Vorsprung. Rabat fuhr sicher auf dem dritten Platz und dachte an die WM. Im letzten Rennviertel zündete Vinales den Turbo und kam Lüthi deutlich näher.

Lüthi fuhr aber abgebrüht, hielt sein Tempo und verteidigte bis zum Zielstrich acht Zehntelsekunden Vorsprung. Somit feierte der 125er-Weltmeister von 2005 seinen ersten Saisonsieg. Es war sein insgesamt dritter Triumph in der mittleren Klasse und der erste seit Le Mans 2012. Außerdem war es der zweite Saisonsieg für Chassishersteller Suter. "Es war hart, er (Vinales; Anm. d. Red.) hat viel Druck gemacht", blickt Lüthi auf die spannende Zeitenjagd.

"Zu Beginn konnte ich eine Lücke herausfahren, aber ich fühlte mich nie sicher, denn es waren nur rund zwei Sekunden und das ist in der Moto2 nicht genug. Ich wollte mein Rhythmus halten und während des gesamten Rennens pushen, was sehr schwierig war. Letztendlich kam er zwar etwas näher, aber ich konnte meinen Vorsprung halten. Jetzt bin ich einfach glücklich. Es ist toll, diesen Sieg und und diese Punkte zu haben. Es ist ein toller Start in diese Serie von drei Rennen."

Vinales, der bereits als Rookie des Jahres feststeht, hatte im Ziel 1,209 Sekunden Rückstand. "Ich dachte, dass ich Tom noch schnappen könnte. Aber es war schwierig, er ist heute sehr gut gefahren", lobt der nächstjährige MotoGP-Werksfahrer den Schweizer. "Ich bin einfach auf meinem Level gefahren und habe meinen Kampf mit Tito und Kallio genossen. Letztendlich müssen wir uns im Qualifying verbessern, denn ein Start aus der ersten Reihe wäre wichtig gewesen."

Als Dritter fuhr Rabat ins Ziel. Da sein Teamkollege Kallio dahinter Fünfter wurde, baute Rabat seinen WM-Vorsprung auf 38 Punkte aus. Der Finne musste sich am Ende noch Zarco geschlagen geben. "Ich habe mein Bestes gegeben, aber beim Start haben mich alle überholt", sagt Rabat über sein Rennen. "Ich wollte mich wieder nach vorne arbeiten, aber es ging einfach nicht. Ich hatte Probleme am Kurveneingang, so konnte ich einfach nicht schnell fahren."

"Trotzdem ist Platz drei nach meiner Performance im Rennen nicht schlecht. In Australien will ich meinen Fahrstil verbessern." Die weiteren Plätze in den Top 10 gingen an Franco Morbidelli (Kalex), Hafizh Syahrin (Kalex), Ricard Cardus (Tech 3) und Xavier Simeon (Suter). Folger kam hinter Jordi Torres (Suter) auf Platz zwölf ins Ziel und war damit der einzige Deutsche in den WM-Punkten.

Cortese stürzte zu Beginn der sechsten Runde in Kurve eins. Er konnte weiterfahren, gab dann aber an der Box auf. Sieben Runden vor dem Ende erwischte es Schrötter in Kurve zehn. Es war ein harmloser Ausrutscher und der Tech-3-Pilot fuhr noch als 29. ins Ziel. Aegerter rutschte kurz vor dem Ende in Kurve zehn aus. Der Schweizer erreichte das Ziel schließlich auf Platz 18 und ging somit ebenfalls leer aus. Randy Krummenacher (Suter) wurde 21. und Rookie Robin Mulhauser (Suter) 28. Der nächste Grand Prix findet am kommenden Wochenende in Australien (Phillip Island) statt.

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