Motegi - Das Wunderkind greift die Großen an. Kein Rekord ist vor Marc Marquez sicher - ob Valentino Rossi, Phil Read, Angel Nieto oder Giacomo Agostini, die Legenden müssen fürchten, vom neuen Stern am Motorrad-Himmel überholt zu werden.

Mit dem zweiten MotoGP-Titel ist der junge Spanier am vorläufigen Höhepunkt einer Karriere angekommen, die irgendwann einmal alles in den Schatten stellen könnte.

Marquez dominiert nach Belieben

Marquez, aufgewachsen in der 10.000-Seelen-Gemeinde Cervera, gut 100 Kilometer von Barcelona entfernt, dominiert die Szene nach Belieben. Im Vorjahr hatte der Katalane als jüngster Champion in der Geschichte der Königsklasse (20 Jahre, 266 Tage) noch für eine Sensation gesorgt, mittlerweile ist er die unangefochtene Nummer eins.

Die ersten zehn Läufe hatte der Honda-Pilot in Serie gewonnen und die Frage aufkommen lassen, ob er wohl alle Grand Prix in diesem Jahr für sich entscheidet. Sie konnte in Brünn zur Erleichterung der Konkurrenz mit Nein beantwortet werden.

 

Weltmeister hat die Balance gefunden

Perfekt ist der 21-Jährige nicht, aber nahezu. Früher ging Marquez oftmals zu viel Risiko, heute hat der 1,68 m kleine und 59 kg leichte Überflieger die Balance gefunden. Marquez fährt wie bei seinem Meisterstück in Motegi hart am Limit, geht aber nicht mehr darüber hinaus.

Und ist auch immer für einen Spaß zu haben.

Nach seinen Triumph wurde er von einem Samurai-Krieger geehrt.

Er nahm das Samurai-Schwert feierlich an, zog es ehrfürchtig aus der Scheide und kappte einen Faden auf der eine große Nummer eins Stand.

Dann viel er auf die Knie und ließ sich feiern.

Star sorgt für Langeweile

Mit 44 Grand-Prix-Siegen ist Marquez die Nummer zwölf der ewigen Bestenliste. Auf der gleichen Position liegt er mit seinen vier WM-Titeln (2010: 125 ccm, 2012: Moto2, 2013 und 2014: MotoGP). Doch dabei wird es ganz sicher nicht bleiben.

In naher Zukunft wird Marquez stets der Fahrer sein, den es zu schlagen gilt.

Der neue Star tut der MotoGP gut, doch er sorgt auch für Langeweile. Weil er in Serie siegt, so wie einst Michael Schumacher in der Formel 1, Sebastien Loeb in der Rallye-WM oder Yamaha-Konkurrent Rossi, immer noch der Publikumsliebling.

Marquez, der seinen deutschen Rivalen Stefan Bradl zeitweise in ungläubiges Staunen versetzt hat ("ein unheimlicher Typ"), prägt mit seiner Dominanz eine neue Ära. Unter normalen Umständen kann er noch 15 Jahre fahren. Vielleicht tritt er dann als der Größte unter den Großen ab.

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