vergrößernverkleinern
"Aussie" Jack Miller eroberte den wichtigen Heimsieg auf Phillip Island

Jack Miller (KTM) setzt sich auf Phillip Island im Zielsprint durch und feiert einen triumphalen Heimsieg - Alex Marquez (Honda) behauptet als Zweiter die WM-Führung

Die australischen Motorradfans durften erstmals seit Casey Stoner wieder über einen Heimsieg jubeln. Jack Miller (KTM) setzte sich auf Phillip Island in einem spannenden Moto3-Rennen im Zielsprint gegen die Honda-Fahrer durch und holte sich den wichtigen Triumph. Alex Marquez musste sich um 0,029 Sekunden geschlagen geben und wurde Zweiter. Dadurch büßte der Spanier fünf Punkte seines WM-Vorsprungs ein und hat zwei Rennen vor Saisonende noch 20 Zähler Vorsprung.

Dritter wurde Alex Rins (Honda), dessen Rückstand in der WM auf 41 Punkte angewachsen ist. Efren Vazquez (Honda) verpasste als Vierter den Sieg auch nur um weniger als eine Zehntelsekunde, ist aber nun auch mathematisch nicht mehr im Titelrennen. In der Herstellerwertung führt Honda nur noch vier Punkte vor KTM. Die beiden Deutschen holten auch in Australien keine WM-Punkte.

Im Mittelpunkt des Rennens stand Lokalmatador Miller, der trotz des Drucks den Sieg eroberte. "Ich habe 120 Prozent gegeben und wäre in der letzten Runde fast gestürzt, weil ich die letzten Kurven wirklich perfekt erwischen wollte", sagt der nächstjährige MotoGP-Pilot. "Es hat sich zum Glück ausgezahlt. Ich bin unglaublich glücklich und kann meinem Team gar nicht genug danken." Für Miller war es nach dem Fehler in Motegi ein wichtiger Sieg, denn sonst wären seine WM-Chancen deutlich geringer.

Beim Start zum Rennen über 23 Runden kamen alle Fahrer gut durch die ersten schnellen Kurven und die Honda-Haarnadel. Das Honda-Duo Marquez und Rins hatte sich an die Spitze gesetzt, während Miller die erste Runde als Sechster beendete und sich im Zweikampf mit Romano Fenati (KTM) befand. In der Anfangsphase setzte sich eine elfköpfige Spitzengruppe vom Rest des Feldes ab. Die Youngster zeigten viele Überholmanöver.

Niemand konnte sich absetzen, denn der Windschatten auf der Gardner-Straight wirkte sich in der großen Gruppe doppelt und dreifach aus. In der zehnten Runde kam es in der Spitzengruppe zwischen Juanfran Guevara (Kalex-KTM) und Isaac Vinales (KTM) zu einer Kollision und beide stürzten. Bei Rennhalbzeit duellierten sich Marquez und Miller um die Führung, aber auch Rins und Fenati mischten mit. Schließlich hatten in den letzten vier Runden noch neun Fahrer Chancen auf den Sieg.

Zu Beginn der vorletzten Runde wurde Fenati von Vazquez angerempelt und stürzte. Kurz darauf gab es einen Unfall zwischen Brad Binder (Mahindra) und Danny Kent (Husqvarna), die beide zu Boden gingen. Auslöser dafür war Miller, der sich in der Honda-Haarnadel innen hineingebremst hatte. Somit wurde die Spitzengruppe für die letzte Runde auf sechs Fahrer reduziert. Miller kämpfte gegen das Honda-Duo Rins und Marquez. Die Entscheidung fiel im Zielsprint.

Miller beschleunigte als Erster auf die Zielkurve, während dahinter die Fahrer auffächerten. Es war knapp, aber Miller überquerte als Erster die Ziellinie. Marquez hatte als Zweiter nur 0,029 Sekunden Rückstand. Rins folgte einen Wimpernschlag daneben als Dritter und auch Vazquez fehlte weniger als eine Zehntelsekunde auf Miller. Dennoch verpasste Vazquez das Podium.

Marquez eroberte den wichtigen zweiten Platz und hat damit weiterhin die besten WM-Chancen. "Vier oder drei Runden vor dem Ende hatte ich in einer langsamen Kurve ein Problem und fiel auf Platz neun zurück", sagt der Spanier über die Schlussphase. "Ich kämpfte mich zurück und wusste in der letzten Runde, dass ich genau wie in Japan ein gutes Motorrad hatte. Auf der Zielgeraden wollte ich Jack und Rins überholen, aber wurde am Ende nur Zweiter. Trotzdem bin ich über die 20 Punkte für die Weltmeisterschaft sehr glücklich."

Honda-Teamkollege Rins ist mit dem dritten Platz ebenfalls noch im Titelrennen: "Ich wusste, dass die letzte Kurve schwierig für mich werden würde. Ich kam als Zweiter hinter Jack raus und wollte ihn auf der Geraden überholen, aber stattdessen zog Marquez an mir vorbei", sagt Rins, der im Vorjahr auf Phillip Island gewonnen hat. "Trotzdem bin ich zufrieden. Wir müssen jetzt an die nächsten Rennen denken."

John McPhee und Alexis Masbou (beide Honda) hielten bis zum Schluss den Anschluss und fuhren als Fünfter und Sechster über den Zielstrich. Zweieinhalb Sekunden dahinter folgten Miguel Oliveira (Mahindra) und Jakub Kornfeil (KTM) auf den Plätzen sieben und acht. Die nächste größere Gruppe wurde von Niklas Ajo (Husqvarna) auf Platz neun angeführt. Der Finne hatte sich gegen Niccolo Antonelli (KTM), Francesco Bagnaia (KTM), Jorge Navarro (Kalex-KTM), Karel Hanika (KTM) und Alessandro Tonucci (Mahindra) durchgesetzt.

Den letzten Punkt nahm schließlich Binder als 15. mit, der nach dem Unfall weiterfahren konnte. Die beiden Deutschen kamen einmal mehr außerhalb der WM-Punkteränge ins Ziel. Luca Grünwald (Kalex-KTM) wurde 19. und Philipp Öttl (Kalex-KTM) 21. Insgesamt erreichten 28 Fahrer das Ziel. Pech hatte Wildcard-Starter Remy Gardner. Seine KTM sprang beim Vorstart nicht an und er musste aus der Boxengasse starten. Der nächste Grand Prix findet bereits am kommenden Wochenende in Sepang (Malaysia) statt.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel