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Maverick Vinales feierte in seiner Rookie-Saison schon seinen dritten Sieg

Maverick Vinales zeigt in Australien sein Talent, setzt sich in der Spitzengruppe durch und feiert seinen dritten Saisonsieg - Tom Lüthi Zweiter - Titelentscheidung vertagt

Esteve "Tito" Rabat (Kalex) galt nach seinen starken Trainingsvorstellungen als haushoher Favorit für den Grand Prix von Australien, doch im Rennen unterliefen dem Spanier zu viele kleine Fehler. Stattdessen zeigte Maverick Vinales (Kalex), der bereits als Rookie des Jahres feststeht, eine souveräne Vorstellung und holte sich seinen dritten Saisonsieg. Auch der Schweizer Tom Lüthi (Suter) mischte wieder in der Spitzengruppe mit und wurde eine Woche nach seinem Sieg in Motegi Zweiter.

Die WM-Entscheidung ist auf Malaysia vertagt. Rabat kletterte als Dritter auf das Podest und kam direkt vor seinem Marc-VDS-Teamkollegen Mika Kallio ins Ziel. Bei 50 noch zu vergebenden Punkten in den verbleibenden zwei Rennen hat Rabat 41 Punkte Vorsprung. Der Brite Sam Lowes (Speed Up) zeigte sein bisher stärkstes Moto2-Rennen, kämpfte mit den Topstars mit und kam als Fünfter ins Ziel. Die beiden Deutschen Sandro Cortese (Kalex) und Marcel Schrötter (Tech 3) belegten die Plätze sechs und sieben.

Beim Start zum Rennen über 25 Runden setzte sich zunächst Rabat von der Pole-Position aus durch und ging in der ersten Kurve in Führung. Allerdings verbremste sich Rabat in der Honda-Haarnadel und büßte einige Positionen ein. Am Ende der ersten Runde führte Kallio vor Vinales und Lowes. Lüthi war hinter Johann Zarco (Caterham-Suter) Fünfter. Rabat war auf Rang sechs zurückgefallen. Bester Deutscher war nach der ersten Runde Schrötter, der direkt am Hinterrad von Rabat hing.

In den ersten Runden behauptete Kallio die Führung, während Rabat Platz um Platz aufholte und rasch wieder Zweiter war. Aber auch Schrötter hielt den Anschluss an die siebenköpfige Spitzengruppe. Zu Beginn der achten Runde schnappte sich Rabat in Kurve eins die Führung von Kallio. Vinales, Lowes und Lüthi waren ebenfalls noch dran, während Zarco und Schrötter schon eine Sekunde verloren hatten.

Nach zehn Runden sah es danach aus, dass sich Rabat an der Spitze absetzten könnte, doch dann verbremste er sich in der Honda-Haarnadel erneut und Rabat fiel ans Ende dieser Gruppe auf Rang fünf zurück. Vinales führte und alles war wieder offen. Vinales, Lüthi, Rabat, Kallio und Lowes hatten Siegchancen. Rabat eroberte sich die Führung auch wieder zurück und lag zehn Runden vor Rennende wieder auf Platz eins.

Kallio gab aber nicht auf. Als sich Rabat in der Honda-Haarnadel erneut leicht verbremste, nutzte der Finne die Chance und überholte innen - inklusive einer kleinen Berührung. Eine Runde später machte aber Kallio in der Honda-Haarnadel den entscheidenden Fehler und fiel ans Ende der fünfköpfigen Spitzengruppe zurück. Schließlich schnappte sich Vinales fünf Runden vor dem Ende die Führung, indem er Rabat außen überholte, und erhöhte das Tempo.

Sofort setzte sich Vinales von Rabat um eine halbe Sekunde ab. Der nächstjährige Suzuki-Werksfahrer in der MotoGP machte den Sieg mit der schnellsten Rennrunde im allerletzten Umlauf klar. Nach Austin und Aragon kletterte Vinales zum Dritten Mal auf die höchste Stufe des Podiums. "Ich hatte nicht damit gerechnet, denn die anderen Fahrer waren sehr schnell", gibt Vinales zu.

Nach nur einer Saison Moto2 wird der Spanier in die Königsklasse aufsteigen. Mit Leistungen wie in Australien zeigte er sein Talent: "Natürlich habe ich gehofft, dass ich mit einer guten Pace eine Lücke herausfahren und gewinnen könnte. Wir haben an diesem Wochenende einen guten Job gemacht und werden versuchen, noch einige Rennen mehr zu gewinnen. Wir haben jetzt ein gutes Level erreicht und wollen uns noch weiter verbessern und die letzten Rennen in der Moto2 genießen."

Lüthi erobert Rang zwei

Nachdem in Japan noch Lüthi vor Vinales gewonnen hatte, wurde der Schweizer diesmal Zweiter. Im Ziel fehlten ihm 1,3 Sekunden. In den letzten Runden hielt Lüthi noch erfolgreich Rabat in Schach. "Ich wusste, dass er die WM im Kopf hatte. Also konnte ich pushen und versuchen, ihm die Tür zuzumachen. Am Ende hat es gereicht, aber es war ein schwieriges Rennen, ganz besonders bei diesen Windbedingungen."

Durch den Wind änderte sich unter andere der Bremspunkt für die Honda-Haarnadel, aber die Reifen kühlten nicht zu stark ab. "Das war gar nicht so schlimm", sagt Lüthi. "Es war schwierig, aber im Rennen war es kein so großes Problem, denn ich pushte die ganze Zeit und hielt die Reifen dadurch auf Temperatur." Mit diesem zweiten Platz verbesserte sich Lüthi in der WM auf den vierten Platz.

Obwohl es nicht mit dem Sieg klappte, jubelte Rabat auch über Rang drei, denn er machte einen weiteren Schritt Richtung WM-Titel. "Ich bin zufrieden, denn ich bin ein intelligentes Rennen gefahren", kommentiert der Spanier. "Mein Start war gut und ich habe keine Ahnung, was dann in Kurve vier passiert ist."

"Die Windrichtung hatte sich geändert und der Bremspunkt war ein anderer als heute morgen. Bei diesen Bedingungen habe ich mir nach meinen beiden Fehlern dann gesagt, dass ich einfach versuchen sollte, das Rennen so weit wie möglich vor Mika zu beenden. Natürlich ist es nicht das beste Ergebnis für mich, aber im Hinblick auf die Weltmeisterschaft ist es gut."

Cortese Sechster, Schrötter Siebter

Während Rabat feierte, stapfte Kallio enttäuscht ins Fahrerlager zurück. Im Duell der beiden Deutschen setzte sich schließlich Cortese durch. Der ehemalige Moto3-Weltmeister verlor zunächst beim Start erneut einige Positionen, fuhr dann aber die gleichen Rundenzeiten wie die Spitze und arbeitete sich noch auf Rang sechs nach vor. Für Schrötter war Platz sieben sein bestes Ergebnis in der Moto2-Klasse.

Rund sechs Sekunden hinter dem deutschen Duo wurde die nächste große Verfolgergruppe von Dominique Aegerter (Suter) angeführt. Der Schweizer setzte sich als Achter gegen Xavier Simeon (Suter), Jordi Torres (Suter), Takaaki Nakagami (Kalex), Louis Rossi (Kalex), Franco Morbidelli (Kalex) und Lorenzo Baldassari (Suter) durch. Jonas Folger (Kalex) sammelte am Ende dieser Gruppe als 15. den letzten WM-Punkt. Randy Krummenacher (Suter) ging als 19. leer aus. Der nächste Grand Prix findet bereits am kommenden Wochenende in Malaysia (Sepang) statt.

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