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Jack Miller hat in der Moto3 noch Chancen auf den WM-Titel

Cal Crutchlow sieht bei seinem nächstjährigen Teamkollegen Jack Miller viel Potenzial - Allerdings muss "Jackass" in der MotoGP besonnener zu Werke gehen

Mit der Saison 2015 beginnt für Lucio Cecchinello und sein Team eine neue Zeitrechnung. Seit dem Jahr 2006 ist der ehemalige Rennfahrer mit seinem eigenen Rennstall in der MotoGP vertreten und es kam jeweils eine Honda zum Einsatz. In dieser Periode waren Casey Stoner, Carlos Checa, Randy de Puniet, Toni Elias und Stefan Bradl die Fahrer. Stoner, de Puniet und Bradl eroberten je einen Podestplatz. Dazu kommen je eine Pole-Position von Stoner und Bradl. Im kommenden Jahr übernimmt Cal Crutchlow die Honda RC213V. Dazu setzt LCR eine Open-Honda RC213V-RR für Jack Miller ein.

Während für den Australier alles neu sein wird, ist Crutchlow mit der Factory-Honda die klare Nummer eins des Teams und muss die Ergebnisse holen. Honda überarbeitet das Open-Bike für die kommende Saison und es soll deutlich konkurrenzfähiger als die gegenwärtige RCV1000R sein. Dennoch wird Crutchlow das bessere technische Material erhalten, weshalb direkte Vergleiche mit Miller kaum zu ziehen sein werden.

Der direkte Aufstieg von "Jackass" von der Moto3 in die MotoGP hat im Sommer für viel Wirbel gesorgt. Crutchlow wird mit Miller direkt zusammenarbeiten. "Ich glaube, dass Jack ein guter Kerl ist und glaube, dass er in der MotoGP viel Potenzial haben wird. Hoffentlich macht er es gut", wird der Brite von 'Crash.net' zitiert. "Ich glaube aber auch, dass er in der MotoGP ruhiger werden muss, denn er kann nicht wie in der Moto3 die Arme ausfahren und all diese Dinge tun, die er dort macht."

Mit seiner kompromisslosen Fahrweise hat Miller in den vergangenen Wochen für viel Aufregung und Diskussionen gesorgt. Höhepunkt war das Duell mit Alex Marquez zuletzt in Malaysia, als es zu mehreren Berührungen kam. Auch die MotoGP-Fahrer beobachten die spannenden Rennen der kleinen Klasse genau. "Die Moto3 ist keine einfache Meisterschaft, dann alle Klassen sind hier konkurrenzfähig", meint Crutchlow.

"Es sind sehr schwierige Meisterschaften, aber die MotoGP ist die Königsklasse. Manchmal warten die Fahrer in der Moto3 und glauben, sie können in der nächsten Runde zwei Gegner überholen. In der MotoGP geht das nicht. Man ist vom Start weg am Limit", beschreibt der Brite das immens hohe Level in der Königsklasse. "Von der ersten Kurve an bist du mental und physisch am Limit, am Limit des Motorrades. Man kann nicht cruisen."

Miller hat keine Erfahrung mit 1.000 Kubik

Miller wird bei den Testfahrten nach dem Saisonfinale in Valencia erstmals die Open-Honda testen. Für den 19-Jährigen wird es ein großer Schritt. "Die 250er-Moto3-Maschine ist das größte Motorrad, das ich bisher fuhr", verweist er auf seine geringe Erfahrung. "Ich fahre seit der Saison 2009 Straßenrennen. Ich fuhr ein Jahr in Australien und ging dann nach Europa. Ich fuhr bei den 125ern. Die 250er ist also das größte Motorrad, das ich bisher gefahren bin."

In der Regel wechseln die Moto3-Fahrer in die Moto2 und, wenn sich die Chance ergibt, in die MotoGP. So werden Millers Rivalen Alex Marquez und Alex Rins im kommenden Jahr in der Moto2 für Topteams fahren. Auch Maverick Vinales wechselte nach seinem Titelgewinn in der Moto3 in die mittlere Klasse und steigt im kommenden Jahr als Suzuki-Werksfahrer in die Königsklasse ein.

Vinales feierte in seiner einzigen Moto2-Saison schon vier Siege und betont, wie wichtig diese Erfahrungen sind. "In der Moto2 muss man viel lernen, auch über die Reifen", so der Spanier. "Er geht aber direkt in die MotoGP, aber ich bin mir sicher, dass er einen guten Job machen wird." Auch Vinales wird bei den Testfahrten in Valencia erstmals auf die neue MotoGP-Suzuki steigen.

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