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Hector Barbera konnte mit der Open- Kawasaki nur zwei WM-Punkte einfahren

Kawasaki versprach dem Avintia-Team Werksunterstützung, zog aber vor dem Start der Saison den Stecker - Hector Barbera reagiert verärgert

Nach dem Ende der CRT-Regel stand Avintia vor der Frage, mit welchem Material man die Saison 2014 bestreiten soll. Zusammen mit Kawasaki traf man eine Vereinbarung, ein mögliches MotoGP-Comeback vorzubereiten. Dazu vertraute man auf die weiterentwickelte CRT-Maschine, die bereits Ende 2013 mit pneumatischen Ventilen bestückt wurde. Hector Barbera und Mike di Meglio waren optimistisch, über die Saison hin zusammen mit Kawasaki ein konkurrenzfähiges Motorrad zu entwickeln.

Doch daraus wurde nichts. "Ursprünglich war geplant, dass Kawasaki mit uns als Werksteam teilnimmt. Wir sind davon ausgegangen, dass wir vom Werk unterstützt werden. Doch als die Saison begann, zuckte sich niemand von Kawasaki. Wir erhielten überhaupt keine Unterstützung", erklärt Barbera im Gespräch mit 'MotoGP.com'. "Wir sendeten unsere Daten an Akira, eine Tuningfirma, und nicht an Kawasaki."

Dass die Basis nicht besonders konkurrenzfähig ist, wussten Barbera und di Meglio bereits nach den Vorsaisontests. Die beiden Avintia-Piloten hofften, während der Saison Fortschritte zu erzielen. Doch durch die fehlende Unterstützung von Kawasaki trat Avintia auf der Stelle. "Die Entwicklung von Rennen zu Rennen war minimal. Sämtliche Updates kamen von Akira und nicht von Kawasaki. Dadurch verloren wir die Motivation", schildert Barbera.

"Selbst nach zehn Rennen hatten wir keine neuen Teile erhalten. Sämtliche Updates, die wir erhielten, waren schlechter als das, was wir bereits hatten, denn es kam nicht von Kawasaki", ärgert sich der Spanier, der in seiner MotoGP-Zeit bisher nie ein konkurrenzfähiges Motorrad fahren konnte. Bis zur Sommerpause gelang es Barbara lediglich zwei Mal, in die Top 15 zu fahren. In der Fahrerwertung tauchte der Name des ehemaligen 250er-Vizeweltmeisters ganz weit unten auf.

"Wir realisierten, in welcher Situation wir uns befinden und erkannten, dass man uns reingelegt hat. Ich war sehr enttäuscht", gesteht Barbara. "Alles, was man uns versprach, wurde nicht eingehalten. Sie versprachen uns, Werksteile von Showa zu liefern. Als die Saison begann, wurden uns ganz normale Showa-Teile bereitgestellt. Bei uns war nie ein Mitarbeiter von Showa. Wir erhielten keinen Einblick in die Daten."

"Von Barcelona an haben wir nach einem Ausweg gesucht. Wir hatten nicht mehr die Kraft, um die Situation länger auszuhalten. Wir haben fünf oder sechs Rennen überlegt, wie wir an eine Ducati kommen", berichtet der Avintia-Pilot, der dank Ducati-Rennleiter Luigi Dall'Igna seit Aragon auf einer Open-Ducati sitzt. "Es ist unglaublich, dass uns Ducati diese Chance ermöglichte. Gigi hat meine Entwicklung in den kleinen Klassen verfolgt. Der Fakt, dass er mir ermöglicht hat, die Ducati zu fahren, ist ein Beweis für sein Vertrauen in unser Potenzial."

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