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Jorge Lorenzo nimmt den Sieg aus der zweiten Reihe ins Visier

Jorge Lorenzo ärgert sich, dass Valentino Rossi in seinem Windschatten die Pole-Position erobert hat - Der Spanier hat den Sieg in Valencia fest im Visier

Für Jorge Lorenzo geht es beim Saisonfinale in Valencia um WM-Platz zwei. Sein Yamaha-Teamkollege Valentino Rossi hat zwölf Punkte Vorsprung. Im Qualifying musste sich Lorenzo am Ende mit Platz vier zufriedengeben. Rossi schnappte sich überraschend die Pole-Position. Dabei folgte der Altmeister dem Spanier um den Kurs. Ärgert Lorenzo diese Niederlage? "Man gibt sein Bestes, um die bestmögliche Runde zu fahren. In meinem zweiten Versuch habe ich in der ersten Kurve einen Fehler gemacht und dort eine oder zwei Zehntel verloren", berichtet Lorenzo sein Qualifying.

"Ich habe alles gegeben, und es passiert manchmal, dass Fahrer dir folgen und am Ende dann vor dir landen. Natürlich war es eine Überraschung, denn es war Valentino. Normalerweise folgen dir langsame Fahrer, aber in diesem Jahr hat es auch Valentino einige Mal gemacht. Ich habe gepusht und er hat die Rundenzeit aufgestellt. Natürlich ist das etwas frustrierend. Vielleicht war ich auch etwas schneller. Wenn ich das Gas zugedreht hätte, wäre Valentino nicht auf die Pole gefahren."

Am Ende lag Lorenzo auf dem dritten Platz und somit in der ersten Startreihe, doch dann verdrängte ihn noch Honda-Konkurrent Dani Pedrosa. "Als ich das letzte Mal auf der Geraden war, war ich noch Dritter", schildert Lorenzo die Schlussmomente des Qualifyings. "Den großen Monitor konnte ich nicht sehen. Dann habe ich gehört, dass Dani den dritten Platz erobert hat. Natürlich wollte ich es in die erste Reihe schaffen, aber ich habe es aus verschiedenen Gründen nicht geschafft."

Lorenzo will unbedingt gewinnen

Vom vierten Startplatz hat Lorenzo dennoch noch alle Chancen auf ein starkes Rennen. Sein Ziel an diesem Wochenende ist wie im Vorjahr der Sieg. "Ich will hier das Rennen gewinnen. Vielleicht sind Valentinos Chancen auf einen Podestplatz größer, als dass er es nicht auf das Podest schafft. Es kann aber passieren. Ich muss schnell sein und versuchen, das Rennen zu gewinnen. Dann sehen wir weiter." Und Lorenzo rechnet sich gute Chancen aus, denn in den Trainings spielte Rossi nie vorne mit.

Weltmeister Marc Marquez deutete sich in den Trainings als großer Favorit an. Dazu präsentierten sich auch Lorenzo und Pedrosa stark. Deswegen rechnet Lorenzo im Rennen eher mit einem Dreikampf mit dem Honda-Duo. "Marc war mit Ausnahme des Qualifyings Schnellster. Im Qualifying war es sehr windig. Normalerweise wird Honda vom Wind nicht so sehr beeinflusst. Sie haben aber eine sehr gute Pace, in den langsamen Kurven profitieren sie von der guten Bremse und der Beschleunigung", schätzt Lorenzo die Konkurrenz ein.

Dennoch ist er zuversichtlich: "Wir stehen aber nicht schlecht da, denn unsere Pace ist sehr ähnlich. Es wird ein enges Rennen. Wenn ich kämpfen kann, dann werde ich alles versuchen, denn ich habe nichts zu verlieren." Nachdem der Yamaha-Werksfahrer am Freitag bei der Wahl des Hinterreifens noch unschlüssig war, ist es mittlerweile klar: "Die Reifen sind bekannterweise anders als im Vorjahr. Sie haben in der Kurve weniger Grip, und wenn man das Bike aufrichtet, dann dreht der Hinterreifen stärker durch."

"Für unser Motorrad ist es nicht der optimale Reifen. Wir kommen damit aber zurecht und die Situation ist schon besser als zu Saisonbeginn. Der Rennreifen wird die weiche Mischung sein", bestätigt Lorenzo. "Ich habe den härteren Reifen probiert, aber er ist für das Rennen unmöglich zu gebrauchen. Man muss die Abstimmung so hinbekommen, dass man die rechte Flanke des Reifens schont. Dafür muss man auch seinen Fahrstil etwas anpassen, wenn im Rennen die Reifen nachlassen." Beim Vorderreifen hat sich Lorenzo noch nicht entschieden.

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