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Valentino Rossi holte in Valencia seine erste Pole-Position seit Le Mans 2010

Valentino Rossi schnappt sich in Valencia seine 50. Pole-Position in der MotoGP, glaubt allerdings, dass er im Rennen nur Außenseiterchancen auf den Sieg hat

Kaum einer hatte Valentino Rossi auf der Liste, als es um die Favoriten für die Pole-Position in Valencia ging. Der Italiener tat sich am gesamten Wochenende schwer und hatte seine letzte Pole-Position in der MotoGP vor über vier Jahren in Le Mans eingefahren. Doch im Qualifying war der neunmalige Weltmeister plötzlich zur Stelle und raste im Windschatten seines Teamkollegen Jorge Lorenzo auf Startplatz eins.

"Es war eine tolle Überraschung", freut sich Rossi und berichtet: "Ich fühlte mich gut, ganz besonders im Qualifying. Wir konnten das Setup des Motorrads verbessern und mit dem ersten Reifen war es bereits nicht so schlecht. Für den zweiten Versuch haben wir dann eine kleine Veränderung vorgenommen und ich habe versucht, noch härter zu pushen. Ehrlich gesagt hatte ich auf dem zweiten Reifen eine Menge Grip und fühlte mich wirklich gut."

"Die erste Runde war nicht schlecht, aber ich wusste, dass ich noch besser sein konnte. Leider machte ich in Kurve zwei anschließend einen Fehler und ging vom Gas. Das war vielleicht im Hinblick auf den Grip des Hinterreifens wichtig, denn danach hatte ich noch eine Runde und konnte mich verbessern. Ich hatte erwartet, dass ich mit der 1:30.8 ziemlich weit vorne sein würde, aber die Pole-Position hatte ich nicht erwartet. Es ist eine tolle Leistung, denn normalerweise bin ich im Rennen besser."

"Ich habe viel mehr Rennsiege als Pole-Positions. Aber es ist toll, denn in Valencia tue ich mich eigentlich immer schwer. Es ist ganz besonders im Hinblick auf das Rennen morgen wichtig", so Rossi, der in Valencia die 60. Pole seiner Grand-Prix-Karriere und die 50. in der Königsklasse einfuhr. Der 35-Jährige weiß: "Die Pole-Position ist großartig und wichtig für den Start. Aber das Rennen wird entscheidend sein."

"Es ist schwierig, denn wir müssen versuchen, in Sachen Pace noch einen Schritt zu machen. Eine Menge Piloten liegen nah beieinander, weshalb es wichtig ist, vorne zu starten. Aber gleichzeitig verlieren wir nach einigen Runden eine Menge Performance. Wir müssen die Balance des Motorrads verbessern, um einen guten Rhythmus zu halten. Das Rennen geht 30 Runden und das ist sehr lange."

Eine Überraschung war die Pole nicht nur für Rossi selbst, sondern auch für Weltmeister Marc Marquez: "Als ich gesehen habe, dass er die Pole-Position hat, war das eine große Überraschung. Er hatte am ganzen Wochenende Probleme und schaffte es dann auf die Pole. Es wird morgen ein interessantes Rennen zwischen ihm und Jorge werden, denn sie kämpfen um den zweiten Platz (in der Weltmeisterschaft; Anm. d. Red.)."

Lorenzo ärgert sich währenddessen darüber, dass Rossi ausgerechnet in seinem Windschatten auf den ersten Startplatz fuhr. "Es war eine kleine Hilfe", sagt Rossi und ergänzt mit einem Lächeln: "Ehrlich gesagt hatte ich einfach Glück, dass ich am richtigen Ort war. Natürlich freut es mich, wenn er deswegen ein bisschen genervt ist. Aber das passiert."

"Mir ist das bestimmt schon 100 Mal passiert! Manchmal muss man eben auch am richtigen Ort sein. Ganz besonders in diesem 15-minütigen Qualifying, was sehr strategisch ist. Aber ich denke, dass Jorge in großartiger Form ist. Er wird morgen eine etwas bessere Pace als ich haben. Damit ich mit ihm kämpfen kann, muss ich noch einen Schritt nach vorne machen", so der Italiener.

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