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Tom Lüthi feierte beim Saisonfinale in Valencia seinen zweiten Saisonsieg

Tom Lüthi schnappt Weltmeister "Tito" Rabat den Sieg in Valencia auf den letzten Metern noch weg - Mika Kallio nach Kollision mit Maverick Vinales Vizeweltmeister

Weltmeister Esteve "Tito" Rabat (Kalex) hat seinen sechsten Saisonsieg in Valencia auf den letzten Metern verspielt. Der bereits vor dem Saisonfinale in Valencia als Champion feststehende Spanier wurde nach einem Fehler auf der Zielgeraden noch von Tom Lüthi (Suter) abgefangen. Der Schweizer konnte sich dadurch den vierten WM-Platz vor seinem Landsmann Dominique Aegerter sichern. Dritter wurde Johann Zarco auf der Caterham-Suter.

"Im ersten Moment dachte ich, dass es eine Rote Flagge oder so gegeben hat", wundert sich Lüthi nach dem Rennen über den Fehler seines Gegners und ergänzt: "Ich war überrascht, aber dann merkte ich, dass er einen Fehler gemacht hatte. Keine Ahnung, ob er sich verschaltet hat. Ich habe das Geschenk natürlich angenommen. Aber ich muss sagen, dass er im Rennen sehr stark war, ich hatte eigentlich keine Chance. Ich konnte ihn nicht überholen, ich kam jedes Mal von der Linie ab. Letztendlich ist es aber ein Sieg, ich bin einfach glücklich."

Rabat selbst verrät, dass er am Ende des Rennens zu wenig Sprit im Tank hatte. "Ich habe beim Verteidigen gegen Lüthi viele Meter zurückgelegt", berichtet der Spanier und erklärt: "Ich bin mit dem Rennen zufrieden, aber nicht mit dem Ergebnis. Wir haben unser Bestes gegeben und es war mein Fehler, dass ich zu viele Meter gefahren bin."

So konnte der Spanier auf der Zielgeraden nicht mehr optimal beschleunigen und verlor den eigentlich sicheren Sieg noch an Lüthi. Grund zur Freude gibt es für Rabat aber trotzdem: Mit 346 Punkten in der zweithöchsten Klasse hat der Spanier einen neuen Rekord aufgestellt. Auch seine insgesamt 14 Podiumsplätze im Jahr 2014 sind eine Bestmarke, diese teilt er sich allerdings mit Marc Marquez.

Ein schwieriges Rennen hatte Zarco, denn der Franzose war fast über die gesamte Distanz alleine unterwegs. "Ich war am gesamten Wochenende gut und konnte meine Pace halten", berichtet der Drittplatzierte und ergänzt: "Tito und Lüthi zogen davon. Ich wollte sie einholen, aber es ging nicht, mir fehlten einige Zehntel. Wir haben es versucht, aber das ist jetzt egal. Heute Morgen bin ich gestürzt, also ist ein Platz auf dem Podium nicht schlecht."

Spannung versprach eigentlich auch der Kampf um den Titel des Vizeweltmeisters, Mika Kallio ging mit 15 Punkten Vorsprung vor Maverick Vinales (beide Kalex) in das letzte Rennen der Saison. Gleich in der ersten Runde wurde dieser Kampf dann allerdings auf unschöne Art vorzeitig entscheiden. Der Spanier fuhr nach einem Fehler voll in die Maschine seines Konkurrenten, beide Piloten schieden aus dem Rennen aus.

"Es tut etwas weh, aber es ist nichts passiert. Ich war in dieser Kurve zu schnell und verlor die Front. Dann habe ich Kallio getroffen. Das tut mir leid für ihn, denn er ist ein gutes Rennen gefahren" , so Vinales, der wegen des Manövers nach dem Rennen noch zur Rennleitung zitiert wurde. Kallio verabschiedet sich damit ohne Punkte von seinem Marc-VDS-Team. Er wird in der kommenden Saison zu Italtrans wechseln.

Hinter dem Spitzentrio sortierten sich Luis Salom (Kalex), Xavier Simeon und Dominique Aegerter (beide Suter) auf den Rängen vier bis sechs ein. Durch den Sieg seines Landsmanns Lüthi hätte der Schweizer allerdings sowieso keine Chance mehr auf den vierten WM-Platz gehabt, er beendet die Saison als guter Fünfter. Den siebten Platz in Valencia sicherte sich Sam Lowes als bester Speed-Up-Pilot.

Für die deutschen Piloten hatte das Saisonfinale durchaus besser verlaufen können. Sandro Cortese schied nach einem Sturz gleich in der ersten Kurve aus und hätte dabei um ein Haar sogar noch Jonas Folger (beide Kalex) abgeräumt, der anschließend einen langen Umweg durch das Kiesbett nehmen musste. Mehr als Rang 13 war für ihn anschließend nicht mehr drin. In der WM verlor Cortese noch einen Platz an Salom, er beendet das Jahr als Neunter.

Pech auch für Folger: Er fiel noch bis auf den 15. WM-Platz zurück. Bester Deutscher war erneut Marcel Schrötter. Der Tech-3-Pilot war bereits im Qualifying bis auf Rang sechs nach vorne gefahren, im Rennen sprang dann immerhin noch Rang acht heraus. Somit verbesserte er sich in der Weltmeisterschaft auf Rang zehn und beendet die Saison 2014 in den Top 10.

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