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Dovizioso (04) hatte im Ziel nur 0,068 Sekunden Vorsprung vor Crutchlow (35)

Andrea Dovizioso setzt sich im harten, aber fairen Ducati-Duell gegen Cal Crutchlow durch und erobert in Valencia den vierten Platz - Beide sind glücklich

Die Rad-an-Rad-Duelle zwischen Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow sind in der MotoGP schon legendär. Vor zwei Jahren sorgte das Duo als Tech-3-Teamkollegen für beste Unterhaltung der Fans. Nachdem Crutchlow in seiner ersten und letzten Saison bei Ducati viel Mühe hatte, fuhr der Brite beim Saisonfinale in Valencia auf Augenhöhe mit Dovizioso und lieferte dem Italiener einen spannenden Kampf über die komplette Renndistanz.

"Es ist immer toll, mit Andrea zu kämpfen", schwärmt Crutchlow und lobt seinen Teamkollegen: "Er hatte eine tolle Saison, ist aus gutem Grund WM-Fünfter und war auch auf dem Podium. Deshalb ist es schön, dass ich mit der alten Ducati gegen ihn kämpfen konnte." Crutchlow musste mit der GP14 vom Saisonbeginn vorliebnehmen, während Dovizioso die GP14.2 zur Verfügung hatte. In Valencia setzte sich der Italiener auch hauchdünn durch und eroberte den vierten Platz.

"Das Duell mit Cal war sehr schön", sagt auch "Dovi" mit einem Lächeln im Gesicht. "Unser Zweikampf ist zwar immer aggressiv, aber auf der sicheren Seite." Mit dieser Leistung verabschiedete sich Crutchlow positiven von Ducati. "Dovi und ich hatten auch schon bei Tech 3 einen ähnlichen Speed. Das war auch bei Ducati in Katar der Fall, aber dann habe ich durch den Sturz in Texas meinen Rhythmus verloren", blickt der Brite auf die schwierige Saison zurück. "In den letzten Rennen habe ich wieder meinen Speed gefunden. Für uns beide ist es ein sehr gutes Resultat."

Aufgrund der wechselhaften Bedingungen relativiert Dovizioso den Umstand, dass ihn Crutchlow mit dem älteren Modell fordern konnte: "Niemand ist ans Limit gegangen, denn es war kein normales Rennen. Deswegen hat man das Level der Motorräder nicht sehen können. Cal war auf dieser Strecke schon immer schnell, während es für mich einer der schlechtesten Kurse ist. Deshalb bin ich glücklich, dass ich ihn geschlagen habe."

"Ich bin sehr zufrieden mit unserem Rennen", so der Italiener weiter. "Gestern im Qualifying hatten wir Mühe und ich stand nur in der dritten Reihe. Es war am Anfang auch schwierig, einige Positionen gutzumachen. Ich freue mich sehr, denn wir haben heute das Maximum herausgeholt. Das ist ein weiteres Zeichen, dass unser Motorrad besser wird. Vor dem Rennen wäre ein vierter Platz sehr schwierig zu schaffen gewesen."

Motorradwechsel ausgeschlossen

Im Gegensatz zu Markenkollege Andrea Iannone hatten die beiden Werksfahrer keinen Motorradwechsel in Betracht gezogen. "Nein", antwortet Crutchlow. "Einmal hatte ich das Visier voller Regentropfen, aber ich wollte kein Abreißvisier abreißen, weil ich sehen wollte, ob es noch stärker regnet. Bevor ich nicht gerutscht bin, hatte ich nicht das Gefühl, dass die Strecke zu nass ist. Ich habe nie daran gedacht an die Box gekommen. Ich hatte heute nichts zu verlieren."

Dovizioso sieht es genauso: "Nein, denn der Regen war nicht stark genug. Es regnete zwar überall, aber nur leicht." Für Crutchlow beginnt am Montag ein neuer Karriereabschnitt, denn er wird im nächsten Jahr bei LCR eine Factory-Honda fahren. Dovizioso bleibt bei Ducati und muss bis zum Sepang-Test im Februar auf die neue Ducati GP15 warten.

Die Fortschritte der abgelaufenen Saison lassen Dovizioso zuversichtlich in die Zukunft blicken: "Generell bin ich sehr zufrieden mit dem fünften Platz in der WM. Ich bin auch sehr zufrieden mit der Arbeit unseres Teams in diesem Jahr. Deswegen freue ich mich auf das neue Jahr, weil ich an das Projekt glaube. Wir haben uns in diesem Jahr stark verbessert, was ich nicht erwartet hatte."

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