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Stefan Bradl hatte mit der Open-Yamaha etwa 1,2 Sekunden Rückstand

Testauftakt voller Highlights: Marquez-Brüder zusammen auf der Strecke - Stefan Bradl gibt Forward-Debüt - MotoGP-Newcomer fahren sich warm

In den vergangenen Jahren verhagelte das Wetter meist aussagekräftige Runden beim Nachsaisontest in Valencia. Doch beim Auftakt des diesjährigen Tests herrschte reger Fahrbetrieb. Insgesamt hatten 27 für den Test genannt. Bis Mittwoch haben die Teams Zeit, die neuen Entwicklungen zu testen. Doch auch eine Vielzahl neuer Piloten fieberte dem Test gespannt entgegen. Interessierte Fans konnten das Spektakel kostenlos verfolgen. Die Streckenbetreiber in Valencia öffneten die Tribünen und verlangten keinen Eintritt.

Am Montag durfte von 12 bis 17 Uhr getestet werden. Suzuki-Pilot Aleix Espargaro war der erste Fahrer, der die Arbeit aufnahm. Die meisten Piloten mussten die vergangene Nacht noch verdauen, die teilweise bis in die Morgenstunden ging. Die Bedingungen für den Test waren perfekt. Der Kurs war den gesamten Tag über trocken. Zudem war es wärmer als am Renntag. Bis zum Ablaufen der Uhr nutzten die Piloten die Testzeit intensiv.

Am Ende sicherte sich Yamaha-Werkspilot Jorge Lorenzo die Tagesbestzeit. Der Spanier erlebte einen enttäuschenden Grand Prix, konnte am Montag aber in 1:30.975 die schnellste Zeit fahren. Der Spanier war mit der 2014er-Yamaha unterwegs und verpasste die Pole-Position-Zeit von Valentino Rossi nur knapp. Der Italiener benötigte am Samstag im Q2 1:30.843 Minuten.

Yamaha gibt den Ton an

Die beiden Tech-3-Piloten Pol Espargaro und Bradley Smith hinterließen mit der zweit- und drittschnellsten Zeit einen sehr starken Eindruck. Espargaro verlor nur 0,143 Sekunden auf die Tagesbestzeit, Smith hatte 0,229 Sekunden Rückstand. Die beiden Satelliten-Yamahas erhielten neue Teile und reduzierten damit den technischen Rückstand auf die beiden Yamaha-Werkspiloten.

Rossi bestätigte die starke Form der Yamahas mit der viertschnellsten Zeit des Tages. Der Routinier stieg verspätet in den Testtag ein. Bereits nach dem Rennen machte Rossi kein Geheimnis daraus, dass seine Motivation für den Test begrenzt ist. Ducati-Werkspilot Andrea Iannone war bester Nicht-Yamaha-Pilot. Der Italiener hatte mit seiner Desmosedici etwa eine halbe Sekunde Rückstand. Das Ducati-Werksteam beendet den Valencia-Test nach dem ersten Tag.

Die neue GP15 wird erst in Sepang einsatzbereit sein. Neue Entwicklungen für die GP14.2 gab es nicht. Pramac und Avintia werden aber auch am Dienstag und am Mittwoch in Valencia testen. Zudem bleibt Ducati-Testpilot Michele Pirro vor Ort. Zumindest war vor dem Test geplant, Pirro an allen drei Tagen testen zu lassen. Der Italiener stürzte 18 Minuten vor dem Ende der Trainingssession per Highsider und hielt sich seine linke Hand.

Cleverer PR-Gag von HRC

Die Honda-Werkspiloten wollten den ersten Testtag auslassen. Honda genehmigte Weltmeister Marc Marquez nach dem 13. Saisonsieg einen freien Tag, doch zusammen mit Bruder Alex Marquez sorgte der MotoGP-Champion für eine kleine PR-Sensation. Die beiden Marquez-Brüder gingen gemeinsam auf die Strecke. HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto schenkte dem neuen Moto3-Weltmeister diesen besonderen Test. Das Medieninteresse war extrem hoch. Vor der Repsol-Box standen extrem viele Fotografen, die den historischen Rollout einfangen wollten.

Honda-Pilot Dani Pedrosa wollte auf den Montag verzichten, da es in seiner Crew große Änderungen gibt. Crewchief Mike Leitner hat die Zusammenarbeit mit Pedrosa beendet. Trotzdem stieg der Spanier ins Testgeschehen ein und fuhr die sechstschnellste Zeit. In den finalen Minuten ging Pedrosa mit der unlackierten 2015er-Honda auf die Strecke und versuchte, ein Gefühl für die neue RC213V zu entwickeln. Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso sicherte sich mit seiner GP14.2 die siebtschnellste Zeit.

Ex-Teamkollege Cal Crutchlow hatte einen vielversprechenden Start ins neue Abenteuer. Der Brite beendete den ersten Tag als Honda-Pilot auf Position acht. Crutchlow verlor 0,872 Sekunden auf die Tagesbestzeit und war zwei Zehntelsekunden langsamer als Dovizioso. Ducati-Testpilot Pirro und Pramac-Ducati-Pilot Hernandez komplettierten die Top 10. Avintia-Pilot Hector Barbera fuhr mit seiner Open-Ducati am Montag die elftschnellste Zeit.

Bradl mit solidem Forward-Debüt

Stefan Bradl startete mit der zwölftschnellsten Zeit in das Forward-Abenteuer. Der Deutsche fuhr mit der für ihn neuen Open-Yamaha 48 Runden und hatte nach dem Ablaufen der Uhr 1,234 Sekunden Rückstand auf Lorenzo. Teamkollege und MotoGP-Neuling Loris Baz beendete seinen ersten Arbeitstag für Forward auf Position 20. Der ehemalige Superbike-WM-Pilot hatte 2,859 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit.

Bei Suzuki verlief der Tag ohne große technische Zwischenfälle. Im Gegensatz zum Rennwochenende hielt die neue GSX-RR durch. Aleix Espargaro war mit der Neuentwicklung als 14. etwa 1,3 Sekunden langsamer als Lorenzo. Der Spanier war bereits zwei Zehntelsekunden schneller als Suzuki-Testfahrer Randy de Puniet im Qualifying. Teamkollege Maverick Vinales beendete seinen ersten MotoGP-Testtag auf Position 17.

Bei Aprilia sammelte Testfahrer Alex Hofmann viele Erfahrungen mit der neuen MotoGP-Maschine. Der Deutsche testete einen neuen Motor, der durch pneumatische Ventile mehr Spitzenleistung haben soll als das Aggregat der ART. Der Plan sah vor, dass Hofmann am Montag fährt und Marco Melandri und Alvaro Bautista an den kommenden Tagen auf die Strecke gehen. Doch in den finalen Minuten gingen die beiden Stammpiloten der Saison 2015 doch noch auf die Strecke.

Melandri, der noch nicht offiziell bestätigt wurde, übernahm die Maschine von Hofmann. Die Aprilia-Mechaniker entfernten die Startnummer 66 und klebten Melandris 33 auf die Verkleidung. Etwa 22 Minuten vor dem Testende verließ Melandri die Boxengasse. Da es am Dienstag regnen soll, traf Aprilia vermutlich die richtige Entscheidung. Der Kurs in Valencia trocknet bekanntermaßen nicht so schnell ab wie andere Kurse.

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