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Stefan Bradl fuhr am Montag mit der Forward-Yamaha 50 Runden

Stefan Bradl testet in Valencia erstmals die Forward-Yamaha und fällt ein positives Urteil: Die M1 fühlt sich gut an, es gibt aber Unterschiede zur Honda

Einen Tag nach dem Saisonfinale in Valencia hat der neue Karriereabschnitt von Stefan Bradl begonnen. Der Deutsche stieg am Montag zum ersten Mal auf die Open-Yamaha des Forward-Teams und trat die Nachfolge von Aleix Espargaro an. Insgesamt drehte Bradl 50 Runden. In seinem 48. Umlauf blieb die Stoppuhr bei 1:32.209 Minuten stehen. Damit reihte sich Bradl an der zwölften Stelle ein und hatte 1,234 Sekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten Jorge Lorenzo (Yamaha).

Nachdem Bradl in der MotoGP ausschließlich für Honda gefahren ist, muss er sich nun auf die Open-Yamaha umstellen. "Es ist eine große Veränderung, aber nicht dramatisch", sagt der 24-Jährige nach dem ersten von drei Testtagen. "Ich fühlte mich von Beginn an gut auf dem Motorrad. Sich gut zu fühlen und schnell zu fahren, sind aber zwei Paar Schuhe."

"Mein erster Eindruck vom Motorrad ist, dass es sehr gut einlenkt und eine hohe Kurvengeschwindigkeit ermöglicht. Der Motor ist auch sehr sanft. Davon war ich überrascht. Viele Leute haben darüber gesprochen, dass man mit der Yamaha einen hohen Kurvenspeed fahren kann. Das stimmt, aber es fühlt sich anders an."

Bradls Honda entsprach dem Factory-Reglement, während Forward in der Open-Klasse fährt. Deswegen gibt es auch Unterschiede: "Natürlich spüre ich etwas weniger Motorleistung und auch die Tatsache, dass ich kein Seamless-Getriebe habe", spricht Bradl diese Punkte an. "Das Motorrad fühlt sich generell recht gut an und wir sind im Plan. Im Moment passt noch nicht das Bremsverhalten, wenn man geradeaus (nicht in Schräglage; Anm. d. Red.) bremst. Daran können wir arbeiten. Ich muss auch meinen Fahrstil an dieses Motorrad Schritt für Schritt anpassen."

Die Yamaha M1 muss generell mit hoher Kurvengeschwindigkeit gefahren werden. Ein ähnlicher Kurvenstil war auch schon in Bradls 125er-Jahren gefragt. Darauf muss er sich nach drei Honda-Jahren wieder einstellen: "Im Moment fahre ich noch etwas den Honda-Stil. Es wird aber Tag für Tag besser werden. Ich glaube, dass es gut werden wird. Noch fehlt mir etwas das Gefühl für den Vorderreifen, weil die Sitzposition noch nicht ideal ist."

In der Open-Klasse kommt außerdem die Einheitselektronik zum Einsatz. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich Bradls neue Yamaha von der gewohnten Honda. "Das ist eine große Veränderung", meint der Zahlinger. "Ich habe einige Techniker, die sich um die Magneti Marelli Elektronik kümmern. Man kann natürlich genauso viel einstellen wie bei der Honda, aber es ist etwas komplizierter."

"Ich denke, wir werden das aber hinbekommen. Am Anfang bin ich mit einer Standardeinstellung gefahren. Nun passen wir mit jedem Run die Elektronik mehr und mehr auf meinen Fahrstil an." In der Open-Klasse steht Bradl außerdem der weichere Hinterreifen zur Verfügung, mit der er im Qualifying für Überraschungen sorgen könnte. "Ja, ich habe ihn ausprobiert, spürte aber keinen großen Unterschied. Morgen werden wir einen Vergleichstest fahren. Es ist kein großer Vorteil", lautet sein Urteil.

Neu ist auch, dass Bradl mit Loris Baz nun einen Teamkollegen an der Seite hat. Bradl ist aufgrund seiner Erfahrung der Teamleader. "Ich denke, das Motorrad passt zu seiner Körpergröße, denn die Honda wäre etwas zu klein für ihn", sagt Bradl über den 1,93 Meter großen Franzosen. "Ich bin drei Jahre ohne Teamkollegen gefahren und eigentlich ist es mir egal. Er scheint sehr nett zu sein. Wir müssen uns noch kennenlernen, aber er macht einen sehr freundlichen Eindruck. Ich muss aber auf mich selbst schauen."

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