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Marc Marquez konnte die positiven Eindrücke der Brünn-Tests nicht bestätigen

Der Weltmeister ist trotz der Bestzeit mit dem Valencia-Test unzufrieden: Die 2015er-Honda vermittelt dem Spanier kein gutes Gefühl

Honda-Werkspilot Marc Marquez setzte sich am finalen Tag des Nachsaisontests in Valencia an die Spitze. An den beiden ersten Tagen ließ es der Spanier ruhig angehen. Am Montag drehte Marquez nur ein paar Demorunden mit Bruder Alex Marquez. Durch den Regen am Dienstag waren aussagekräftige Runden am zweiten Testtag nicht möglich. Nachdem der Kurs am Mittwoch abtrocknete, spulte Marquez am finalen Tag 68 Runden ab.

"Am Mittwoch lief es ziemlicht gut, weil wir genug Zeit hatten, um Daten zu sammeln", bemerkt Marquez. "Wir verwendeten beide Maschinen: die Honda aus der abgelaufenen Saison und die 2015er-Maschine. Das neue Motorrad hat mehr Potenzial, doch ich fühlte mich mit der 2014er-Maschine wohler. Das ist normal. Ich fuhr damit meine schnellste Runde."

"Wir hatten am Mittwoch nicht genug Zeit, um den neuen Prototyp richtig abzustimmen, doch ich denke, dass das Motorrad Potenzial hat und dass dieser Test für Honda sehr wichtig war. Wir konnten viele Informationen sammeln", berichtet der Honda-Werkspilot, der bei den beiden Brünn-Tests mit der 2015er-Honda sehr gut zurechtkam und seine schnellsten Runden mit der Neuentwicklung fuhr. Doch in Valencia konnte der positive Eindruck nicht bestätigt werden.

"Der Kurs in Brünn ist komplett anders als der in Valencia. In Brünn funktionierte das Chassis sehr gut. Hier mochte ich das Verhalten nicht", bedauert Marquez. "Ich mag die Motorbremse des neuen Motors nicht. Ich hatte das Gefühl, dass das Hinterrad oft blockiert. Das mochte ich überhaupt nicht. Deswegen haben wir zurückgerüstet. Doch auch am Kurvenausgang müssen wir uns verbessern. Es scheint, als ob der Motor in einigen Kurven zu aggressiv reagiert. Das können wir sicher durch die Elektronik verbessern."

"Das Problem ist, dass der hintere Teil des Chassis nicht nach meinem Geschmack ist. Ich konnte nicht meine gewünschten Linien fahren. Wenn man am Kurveneingang nicht die optimale Linie trifft, dann ist man auch am Kurvenausgang nicht auf Kurs", ärgert sich der 21-Jährige, der den Honda-Ingenieuren für den Winter einige Hausaufgaben bescherte.

"Im Moment gefällt mir die 2015er-Maschine nicht so gut wie die 2014er. Wir müssen für Malaysia einen Kompromiss finden. Das kann man an einem Tag nicht realisieren. Wir haben das Setup und die Geometrie nicht verändert. Ich bin dennoch zufrieden, weil die Ingenieure verstanden haben, was ich mir wünsche", erklärt der Spanier. "Ich bin überzeugt, dass sie die richtigen Änderungen vornehmen. Die HRC-Ingenieure haben herausgefunden, welchen Weg sie im Winter einschlagen müssen, um das Motorrad für den Test in Malaysia zu verbessern."

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