vergrößernverkleinern
Andrea Dovizioso ließ Cal Crutchlow in der Saison 2014 klar hinter sich

Bei Ducati und Tech 3 waren Cal Crutchlow und Andrea Dovizioso Teamkollegen: Vergleiche waren sowohl mit der Desmosedici als auch mit der M1 schwierig

In der abgelaufenen Saison kam es zu einer neuen Auflage des Teamduells zwischen Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow. Bereits in der Saison 2012 waren "Dovi" und Crutchlow Teamkollegen. Damals fuhren die beiden Ausnahmekönner für Herve Poncharals Tech-3-Yamaha-Team. Dovizioso wechselte nach drei durchwachsenen Jahren als Honda-Werkspilot ins Yamaha-Satellitenteam. Für Crutchlow war es die zweite MotoGP-Saison.

Dovizioso setzte sich vor zwei Jahren in der Fahrerwertung klar gegen Crutchlow durch. Der Italiener stand in Barcelona, in Assen, am Sachsenring, in Mugello, in Indy und in Aragon auf dem Podium und wurde hinter Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Casey Stoner WM-Vierter. Crutchlow gelang in Brünn das erste MotoGP-Podium. Auf Phillip Island sicherte sich der Brite einen weiteren Podestplatz. Schlussendlich wurde Crutchlow WM-Siebter. Auf der Strecke lieferten sich die beiden Tech-3-Piloten einige spannende Duelle.

Es wurde erwartet, dass das Teamduell zwischen Dovizioso und Crutchlow auch in der Saison 2014 für Spannung sorgt. Doch dazu kam es erst beim Saisonfinale in Valencia. Bis dahin dominierte Dovizioso seinen Teamkollegen deutlich. Der WM-Endstand ist eindeutig: Dovizioso beendete die Saison als erster Verfolger der Honda- und Yamaha-Werkspiloten mit 187 Punkten auf Position fünf. Crutchlow hingegen konnte nur 74 Punkte einfahren und wurde nur 13. der Fahrerwertung.

Erst bei den finalen Rennen kam der Brite mit der Ducati Desmosedici zurecht. An Teamkollege Dovizioso konnte sich Crutchlow nur bedingt orientieren: "Es war merkwürdig, weil Andrea eine sehr seltsame Arbeitsweise hat. Er arbeitet gut, aber sehr seltsam", bemerkt Crutchlow rückblickend. "Er erkennt das Limit sehr gut und stürzt nie. Er hat das optimale Gefühl für die Maschine, geht aber kein Risiko ein."

"Es war immer sehr schwierig, sich mit Andrea zu vergleichen. Sein Setup ist immer ganz anders als das der anderen Fahrer. Er ist ein sehr guter Fahrer. Hinsichtlich der Erfahrung konnte ich viel von ihm lernen", erklärt Crutchlow, der rätselt, warum er auch in den Qualifyings so deutlich zurücklag: "Andrea war in seiner Karriere nie besonders schnell auf eine Runde. Doch in der Saison 2014 war er auf eine Runde sehr schnell."

In der kommenden Saison nimmt Crutchlow bei LCR den Platz von Stefan Bradl ein. Bei den Testfahrten in Valencia machte sich der ehemalige Supersport-Weltmeister bereits mit der Honda RC213V vertraut. Neben Crutchlow wird Rookie Jack Miller für das Honda-Satellitenteam von Lucio Cecchinello antreten. Doch im Gegensatz zu Crutchlow erhält der Moto3-Vizeweltmeister keine Factory-Maschine.

Miller geht mit der Open-Version der RC213V in seine erste MotoGP-Saison. Bei den Tests saß der Australier auf der ausgemusterten RCV1000R, mit der Nicky Hayden, Scott Redding, Karel Abraham und Hiroshi Aoyama in der abgelaufenen Saison chancenlos waren. Ab 2015 erhalten die Open-Honda-Piloten - einschließlich Miller - die RC213V-RS, die durch pneumatische Ventile deutlich mehr Spitzenleistung hat als die RCV1000R.

Miller testet die neue Open-Honda erstmals bei einem privaten Test in Sepang. Der junge Australier gilt als eines der größten Talente. Kann Crutchlow vom 19-Jährigen etwas lernen? "Ich hoffe nicht, dass ich von Jack etwas lernen kann. Wenn das doch der Fall sein sollte, werde ich am Ende der Saison zurücktreten (lacht; Anm. d. Red.)", scherzt Crutchlow. "Er leistet gute Arbeit. Aber die Umstellung ist riesig. Er fuhr beim Test fehlerlos. Er wird zwei oder drei Jahre benötigen, wird aber früher oder später an der Spitze landen."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel