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Andrea Dovizioso konnte eine Pole-Position und zwei Podestplätze erringen
Andrea Dovizioso konnte eine Pole-Position und zwei Podestplätze erringen © Ducati

Gigi Dall'Igna stellt in der MotoGP-Saison 2014 die richtigen Weichen bei Ducati - Vor allem Andrea Dovizioso kam der Spitze immer näher

Die Saison 2014 läutete bei Ducati den Aufschwung ein. General Manager Luigi Dall'Igna - im Herbst des Vorjahres zum italienischen Werksteam gestoßen - konnte die richtigen Impulse setzen. Zunächst meldete er Ducati in der Open-Klasse, was vor allem den Vorteil brachte, dass die Motorenentwicklung nicht eingefroren war. Ducati brachte im Laufe des Jahres auch einige Ausbaustufen. Die roten Raketen waren auf den Geraden in der Regel die Schnellsten.

Die Charakteristik des Motorrades blieb allerdings unverändert. Die Fahrer hatten mit chronischem Untersteuern zu kämpfen. Daran änderte auch die überarbeitete und schlankere GP14.2 nichts. Cal Crutchlow hatte mit dem Fahrverhalten der Desmosedici große Mühe. Ein schwerer Sturz in Austin nahm ihm zusätzlich das Selbstvertrauen. Sein Höhepunkt war der dritte Platz beim Chaosrennen in Aragon. Nach nur einer Saison verabschiedete sich der Brite wieder von Ducati.

Die Glanzlichter setzten Andrea Dovizioso und Andrea Iannone, der im Pramac-Team unterwegs war. Dovizioso fuhr zweimal auf das Podest, aber es waren Rennen wie Silverstone und Misano, die den Aufwärtstrend verdeutlichten. Bei diesen Grands Prix konnte der Italiener bei trockenen und normalen Bedingungen über weite Strecken mit der Spitze mithalten. Dazu eroberte Dovizioso ausgerechnet in Japan die Pole-Position.

MotoGP-Direktor Paolo Ciabatti zieht deshalb ein positiveres Fazit als in den vergangenen Jahren: "Wir sind mit der Saison ziemlich zufrieden. Wir konnten uns im Laufe der Saison verbessern und die Entwicklung fortführen. Wir lagen 2013 weit zurück. Unser Ziel war, die Rennen in einem Fenster von zehn Sekunden zu den Siegern zu beenden. Das gelang uns. Wir konnten beweisen, dass wir im Qualifying ziemlich schnell sein können." Der weichere Hinterreifen gestaltete sich im Qualifying oft als Vorteil.

"Zudem standen wir drei Mal auf dem Podium - zwei mit Dovi, eins mit Cal. Auf Phillip Island hätten wir einen weiteren zweiten Platz einfahren können. Doch man muss die Ziellinie überqueren, was nicht gelang", erinnert Ciabatti an den unglücklichen Sturz von Crutchlow. "Uns ist bewusst, dass die vier Spitzenfahrer in einer eigenen Liga fahren. Doch mit Dovizioso waren wir auf verschiedenen Strecken schnell."

Neues Motorrad 2015

Im kommenden Jahr wird Ducati mit einem komplett neu entwickelten Motorrad an den Start gehen. Dall'Igna will die Erkenntnisse von 2014 nutzen und ein konkurrenzfähiges Bike auf die Beine stellen. Die GP15 wird zum ersten Mal bei den Wintertests in Sepang auf der Strecke zu sehen sein. Neben Dovizioso wird Iannone der zweite Werksfahrer sein. Der 25-Jährige konnte sich vor allem im Qualifying mit fünf Starts aus der ersten Reihe in Szene setzen. In den Rennen waren Iannones Leistungen nicht konstant genug.

Da ihn Ducati über mehrere Jahre aufgebaut und gefördert hat, ist er die logische Wahl. Ciabatti hat große Hoffnungen, dass Ducati bald wieder aus eigener Kraft um Siege kämpfen kann. "2015 treten wir mit einem komplett neuen Motorrad an. Zudem setzen wir auf eine neue Fahrerpaarung. 2015 und 2016 werden wir mit den beiden Andreas antreten. Das neue Motorrad benötigt noch etwas Zeit. Wir werden die neue Maschine beim Sepang-Test präsentieren.

"Gigi meinte, dass er lieber etwas spät dran ist und es richtig macht, anstatt etwas zu überstürzen. In der kommenden Saison möchten wir um Siege kämpfen", gibt Ciabatti klar die Marschrichtung vor. 2014 hatte Ducati als WM-Dritter 198 Punkte Rückstand auf Weltmeister Honda. Dovizioso belegte hinter den vier Werksfahrern von Honda und Yamaha Gesamtrang fünf.

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