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Valentino Rossi war einer von vielen Piloten, die am Freitag stürzten
Ein seltener Anblick: Valentino Rossi gehörte 2014 nicht zu den Sturzkönigen © FGlaenzel

Insgesamt 981 Stürze verzeichneten die Klassen der Motorrad-Weltmeisterschaft 2014 - Welche Piloten haben am meisten zu dieser "Bestmarke" beigetragen?

Die Motorrad-Weltmeisterschaft ist kein Kinderspielplatz, Stürze sind für Valentino Rossi, Marc Marquez, Stefan Bradl und Co. an jedem Rennwochenende an der Tagesordnung. Ein Blick in die Statistiken verrät allerdings: In den vergangenen Jahren hat die Anzahl der Stürze in allen drei Klassen deutlich zugenommen. Alleine in der MotoGP gab es in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Stürze wie noch vor acht Jahren in der Saison 2006.

Waren es damals in der ganzen Saison lediglich 98 Stürze gewesen, waren es 2014 ganze 206, durchschnittlich also 11,4 pro Grand Prix. Mehr Stürze hat es in der Königsklasse nie gegeben, bisherige "Bestmarke" waren 205 Stürze aus dem Vorjahr gewesen. Zum Vergleich: 2006 waren es lediglich 5,8 pro Rennwochenende gewesen, also nur rund halb so viele.

Ein Trend, der sich auch über alle drei Klassen gesehen bestätigt. Waren es 2006 in MotoGP, 125er- und 250er-Klasse zusammen 647 Abflüge gewesen, verpassten MotoGP, Moto2 und Moto3 in diesem Jahr mit insgesamt 981 Stürzen nur ganz knapp die 1000er-Marke. Setzt sich der Trend fort, wird dieser Wert 2015 sehr wahrscheinlich überschritten werden. Doch warum gibt es vor allem in der Königsklasse immer mehr Stürze?

Junge Fahrer riskieren deutlich mehr

Ein genauerer Blick in die Statistiken zeigt, dass vor allem die "jungen Wilden" für diesen Trend verantwortlich sind. Die meisten Abflüge legte 2014 Bradley Smith hin, der Brite landete insgesamt 16-mal im Kiesbett. Rang zwei geht an seinen Tech-3-Teamkollegen Pol Espargaro, Andrea Iannone und Alvaro Bautista mit je 14 Stürzen. Auffällig: Abgesehen von Bautista war jeder der genannten Piloten 2014 höchstens in seiner zweiten MotoGP-Saison.

Die jungen Piloten haben also deutlich mehr Schwierigkeiten, ihr Limit zu finden. Das beweist auch ein Blick an das andere Ende der Tabelle. Die erfahrenen Piloten wie Jorge Lorenzo (zwei Stürze), Andrea Dovizioso (vier) und Valentino Rossi (fünf) hatten nicht einmal ansatzweise so viele Stürze. Selbst Weltmeister Marc Marquez, ebenfalls erst in seiner zweiten Saison, gehörte mit elf Stürzen zu den "Vielfliegern".

Klassenübergreifend landet Smith mit seinen 16 Stürzen, immerhin durchschnittlich fast einer pro Wochenende, übrigens nur auf Rang acht. Spitzenreiter sind in dieser Hinsicht Moto2-Pilot Sam Lowes und Moto3-Fahrer Karel Hanika mit 25 beziehungsweise 24 Stürzen. Im Schnitt landeten die beiden mehr als einmal pro Grand Prix im Kiesbett. Deutscher "Spitzenreiter" ist Sandro Cortese mit 20 Stürzen, Stefan Bradl flog 13 mal von seiner LCR-Honda.

Mehr als 100 Stürze in Misano

Wenig überraschend war Misano 2014 der Kurs, auf dem es klassenübergreifend die meisten Stürze gab. Insgesamt 109-mal ging dort ein Fahrer zu Boden. Schuld daran war allerdings nicht nur der Asphalt, sondern auch der Regen, der damals dafür gesorgt hatte, dass die Statistiker alleine am Freitag 64 Stürze verzeichneten.

Kurios: Abgesehen von Misano gab es 2014 mit Motegi, Phillip Island (je 71) und Sepang (67) nur drei Rennen, in denen dieser Wert des Freitags über das ganze Wochenende gesehen überboten wurde. Am sichersten fühlten sich die Piloten in Mugello. Dort gab es lediglich 33 Stürze zu verzeichnen. Die gefährlichste Kurve im ganzen Kalender war 2014 derweil Kurve zehn in Barcelona. Von den insgesamt 52 Stürzen beim Europaauftakt wurden 22, also mehr als ein Drittel, in dieser Kurve verzeichnet.

Ähnlich gefährlich war auch die Haarnadelkurve in Sepang vor der Start- und Zielgeraden: 21 Abflüge gab es dort. Die meisten Stürze gab es 2014 übrigens wenig überraschend an einem Sonntag zu verzeichnen. Rund ein Drittel aller Abflüge (335) trug sich im Rennen zu.

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