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In der Moto3-Klasse musste die Rennleitung ganz genau hinsehen
In der Moto3-Klasse musste die Rennleitung ganz genau hinsehen © Repsol

Rennleiter Mike Webb ist mit dem aktuellen Strafensystem zufrieden, aber es wird fortlaufend angepasst - Zuletzt war das Moto3-Qualifying ein Problem

Die vielleicht spannendsten Rennen der abgelaufenen Saison hat die Moto3-Klasse geboten. Die Windschattenschlachten waren elektrisierend, meist lag eine große Spitzengruppe bis zum Ende beisammen und die Entscheidung war bis zur Ziellinie offen. Vor allem im WM-Duell zwischen Jack Miller und Alex Marquez wurden die Bandagen im Herbst härter. In Malaysia fuhr Miller die Ellbogen gegen seinen Gegner aus und auch beim Finale in Valencia wurde hart gefahren. Strafen wurden keine ausgesprochen.

Für Rennleiter Mike Webb ist es keine einfache Aufgabe, in der turbulenten kleinen Klasse die Übersicht zu behalten. "In der Moto3 treten junge Kerle an, die ihre Grand-Prix-Karriere gerade erst beginnen. Daher ist es in der Moto3 viel mehr nötig, den Fahrern etwas beizubringen", so Webb bei 'Crash.net'. "Es liegt in der Natur der Motorräder, dass es viele junge Typen gibt, die sie schnell fahren können."

Die Moto3 ist der klassische Einstieg in die Motorrad-WM, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. "Die MotoGP verlangt dagegen einen gewaltigen Respekt", vergleicht Webb. "Die Fahrer haben bereits mehr Erfahrung, wenn sie dorthin kommen. In der MotoGP ist das also nicht so ein Thema wie in der Moto3 und die Moto2 liegt irgendwo dazwischen."

In den Rennen wurden trotz der teilweise harten Aktionen kaum Strafen ausgesprochen. Ein viel diskutierter Aspekt betraf dafür das Qualifying. Der Moto3 stehen im Gegensatz zur MotoGP 40 Qualifying-Minuten zur Verfügung. Vor allem in den letzten zehn Minuten, wenn alle Fahrer auf der Strecke waren, warteten langsame Piloten auf den Windschatten der Topstars. Dadurch entstanden teilweise gefährliche Situationen.

Die Rennleitung nahm sich diesem Problem an. Bei den letzten Rennen wurde im Qualifying genau darauf geachtet, wie sich Nachzügler verhalten. Prompt hagelte es in Australien und Valencia zahlreiche Strafen für "verantwortungsloses Verhalten". "Insgesamt bin ich ziemlich zufrieden", blickt Webb bei 'Crash.net' auf die Saison zurück. "Allerdings gab es ein paar wiederkehrende Probleme, ganz besonders im Moto3-Qualifying, wo sich die Fahrer gegenseitig in die Quere gekommen sind. Dafür haben wir dann Strafen verteilt."

"Wir sind ständig auf der Suche nach einem Weg, um das besser in den Griff zu bekommen. Vielleicht werden wir sogar ein automatisches System einführen. Ich muss aber sagen, dass es sehr, sehr schwer ist. Es gibt Momente, in denen ich sogar will, dass ein Fahrer langsam fährt und Platz macht. Außerdem ist es nicht illegal, einem anderen Piloten zu folgen, und es ist auch nicht illegal, vom Gas zu gehen, solange du dabei nicht auf der Ideallinie bist."

"Allerdings müssen wir alle Fahrer dazu bekommen, sich korrekt zu verhalten. Es ist ein fortlaufender Prozess", sagt Webb. Insgesamt erhielten klassenübergreifend 31 Fahrer mindestens einen Strafpunkt. Es gab allerdings im Laufe der Saison 2014 keinen Fahrer, der mehr als zwei Strafpunkte auf sein Konto bekam. Bei zehn Punkten würde eine Sperre für ein Rennen erfolgen. Davon sind derzeit noch alle Fahrer weit entfernt.

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