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Valencia 2006: Champion Nicky Hayden ließ seinen Emotionen freien Lauf
Valencia 2006: Champion Nicky Hayden ließ seinen Emotionen freien Lauf © Repsol

WM-Titel, Siege vor den heimischen Fans oder Überraschungserfolge: Die MotoGP-Piloten haben ganz unterschiedliche Momente, an die sie sich gern erinnern

Siege und WM-Titel sind das, was jeder MotoGP-Pilot anstrebt. Doch die Voraussetzungen für die ganz großen Erfolge sind nur selten gegeben. In der Saison 2006 lief bei Nicky Hayden alles nach Plan. Der US-Amerikaner setzte sich gegen Valentino Rossi durch und gewann überraschend die Meisterschaft. Diesen Moment wird für der ehemalige Honda-Werkspilot sicher nicht vergessen.

"Der Gewinn der Meisterschaft ist eindeutig mein Lieblingsmoment. Es war ein Kindheitstraum", betont Hayden gegenüber 'MotoGP.com' rückblickend. In der Auslaufrunde nach dem finalen Rennen in Valencia ließ Hayden seinen Emotionen freien Lauf. "Der Gewinn der Meisterschaft bedeutete mir sehr viel. Meine Reaktion war absolut authentisch. Ich wollte nicht vorspielen, mich zu freuen. Es war das Saisonfinale. Ich war der Underdog und holte den Titel", so der MotoGP-Routinier.

Und auch bei Hiroshi Aoyama steht ein Titelgewinn ganz oben: "Der 250er-WM-Titel in der Saison 2009 ist mein Lieblingsmoment", bemerkt der Japaner, der sich in dieser Saison gegen Marco Simoncelli und Hector Barbera durchsetzen konnte. "Wir mussten so hart arbeiten, um diesen Erfolg zu feiern. Ich erhielt sehr viel Unterstützung vom Team."

"Wir haben bis zum Saisonfinale gekämpft. Im Rennen leistete ich mir einen Fehler und musste die Strecke verlassen. In diesem Moment dachte ich, ich hätte die Meisterschaft verloren. Doch ich kämpfte mich zurück und Marco stürzte. Dadurch gewann ich die Meisterschaft. Es war ein besonderer Moment", unterstreicht Aoyama, der in der kommenden Saison nicht mehr als Stammpilot an den Start gehen wird.

Bautista wird 125er-Weltmeister

Aprilia-Werkspilot Alvaro Bautista erinnert sich ebenfalls gern an seinen WM-Titel zurück. Vor acht Jahren setzte sich der Spanier in der kleinsten Klasse durch: "Ich erinnere mich gern an den Titelgewinn bei den 125ern in der Saison 2006. Das war ein toller Moment. Ein Traum wurde wahr. Doch ich bin mir nicht sicher, ob es besser war als der erste Sieg in Jerez in der gleichen Saison", grübelt Bautista.

"2005 hatte ich eine schwierige Saison. Der Sieg war besonders toll, weil es ausgerechnet in Jerez passierte. Ich habe tolle Erinnerungen daran. Es war vor meiner Familie, meinen Freunden und meinen Fans", blickt Bautista zurück. MotoGP-Kollege Scott Redding konnte bisher noch keinen Titel feiern. Deswegen ist der Sieg beim Heimrennen in Silverstone der Moment, der bisher am meisten heraussticht.

"Der Sieg in Silverstone mit Marc VDS und der Speziallackierung war mein schönster Moment. Es war ein tolles Wochenende und ich führte das Rennen die meiste Zeit lang an. Die Fans drehten völlig durch. Es war einer dieser Momente, in denen man besonders stolz auf sich selbst ist", berichtet der Brite, der die Moto2-Meisterschaft in der Saison 2013 durch eine Verletzung knapp verlor.

Crutchlow: Podium mit Stoner bleibt unvergessen

Landsmann Cal Crutchlow fehlt noch ein Sieg in der Motorrad-WM. Der ehemalige Superbiker stand aber bereits sieben Mal auf dem Podium. "Ich konnte einige Male mit zwei weiteren tollen Fahrern auf dem Podium stehen. Im vergangenen Jahr stand ich mit Marc (Marquez; Anm. d. Red.) und Vale (Valentino Rossi) auf dem Podium. Marc wurde später Weltmeister und Vale ist einer der größten Fahrer aller Zeiten", erinnert sich der LCR-Honda-Pilot.

"Doch das Podium in Australien 2012 sticht heraus. Es war mein zweites MotoGP-Podium. Ich stand mit Jorge (Lorenzo) und Casey (Stoner) auf dem Podium. Es war Caseys letztes Heimrennen auf Phillip Island. Es war sein sechster Sieg in Folge. Zudem sicherte sich Jorge an diesem Tag die Meisterschaft. Ich stand an diesem Tag mit zwei fantastischen Fahrern auf dem Podium", so Crutchlow.

Doch auch die Hinterbänkler haben Momente, an die sie sich gern erinnern. Paul-Bird-Motorsport-Pilot Broc Parkes trat in der Saison 2014 mit der unterlegenen PBM-Aprilia an, dem vermutlich schwächsten Motorrad im Feld. Doch bei der Dutch TT in Assen fuhr der Australier überraschend in die Punkte und konnte bei den schwierigen Bedingungen sein Potenzial zeigen.

"Das Assen-Rennen war vermutlich mein schönster Moment. Ich schaute auf meine Boxentafel und sah, dass ich auf Position sechs oder sieben liege. Die anderen Fahrer kamen gerade aus der Box. Ich war schneller beim Wechsel des Motorrads. Ich lieferte mir Kämpfe mit vielen Spitzenfahrern. Sie überholten mich und ich konnte einige Male kontern", berichtet Parkes. "Die Bedingungen waren schwierig. Es war das Rennen, bei dem ich am glücklichsten war. Ich hatte die Chance, mit meinem Motorrad gegen die Factory-Piloten zu kämpfen, und mein Potenzial zu zeigen."

Teamkollege Michael Laverty gelangen ebenfalls Top-15-Ergebnisse. "Mein schönster Moment war vermutlich der Tag, an dem ich zur Meisterschaft stieß. Es war der erste Testtag in Sepang. Es war ein sehr erfolgreicher Test", erinnert sich der Brite. "Ich war nah an Aleix Espargaro dran und konnte Randy de Puniet hinter mir lassen. Ich lernte die MotoGP-Maschine kennen und wurde zu einem Teil dieser elitären Serie. Das war vermutlich der schönste Moment. Es war ein Traum, seitdem ich ein Kind war."

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