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Andrea Dovizioso soll für Ducati 2015 endlich wieder einen Sieg einfahren
Ducati-Pilot Andrea Dovizioso geht bei der Arbeit sehr strategisch vor © Ducati

Der Italiener betont, dass die Kommunikation mit den Ingenieuren der Schlüssel zum Erfolg ist und bestätigt, dass die MotoGP durch die Elektronik sicher wurde

Die Elektronik in der MotoGP ist und wird immer ein Thema sein, das für geteilte Meinungen sorgt. Die Hauptargumente für die elektronischen Fahrhilfen sind die Sicherheit der Piloten und der Technologietransfer in Richtung Serienproduktion. Bei den Straßenmaschinen sind Traktionskontrolle, ABS, Wheeliekontrolle, Launch-Control und Co. immer wichtiger geworden. Verständlich, dass die Hersteller die MotoGP gern als Labor für diese Technologien nutzen.

Bei den Fahrern und Fans erzeugt das Thema meist andere Reaktionen. Durch die Hilfsmittel haben die Fahrer weniger Spielraum, um sich durch ihr Talent in Szene zu setzen. Zudem hat das Geschehen auf der Strecke durch die elektronischen Hilfen etwas an Spannung eingebüßt. In den Trainings ist die Abstimmung der Elektronik eine der Hauptaufgaben der Piloten. Besonders beliebt ist diese Aufgabe natürlich nicht.

Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso gibt einen Einblick in die Arbeit: "Heutzutage arbeiten viele elektronische Programme parallel. Es ist nicht so, dass man die Traktionskontrolle heraushören kann. Es sind viele verschiedene Abläufe", wird der Italiener von 'MCN' zitiert. "Wir müssen die Elektronik clever nutzen, um schnell zu sein. Wenn man einfach nur nach Gefühl fährt, dann kann man das Potenzial der Elektronik nicht richtig nutzen."

"Der Schlüssel zum Erfolg ist es, den Ingenieuren zu erklären, was sie verändern sollen. Man selbst muss es auf der Strecke fühlen. Das sind 80 Prozent vom Job. Man muss den Ingenieuren sagen, was man sich wünscht. Das ist sehr schwierig", gesteht der WM-Fünfte der Saison 2015, der zu den Piloten mit der meisten Erfahrung zählt. Dovizioso sieht die Elektronik als Fluch und Segen zugleich.

"Man muss sich heutzutage keine Sorgen machen, weil die Elektronik beinahe immer rettend eingreift. Doch wenn man die Arbeitsweise nicht versteht und ständig pusht, kann man das Potenzial nicht ausschöpfen", bemerkt "Dovi" kritisch. "In der Vergangenheit war das komplett anders. Damals musste man die Leistung kontrollieren. Das war schwieriger."

"Bei der MotoGP-Maschine wird in beinahe jeder Kurve die Leistung heruntergeregelt. Man fühlt, wie die Elektronik in jeder Kurve arbeitet. Dadurch hat man weniger Möglichkeiten, einen gewissen Unterschied auszumachen", berichtet der Ducati-Pilot, der in der Saison 2015 zusammen mit Andrea Iannone das Werksteam der Italiener bilden wird.

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