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Wird Jack Millers Karriereweg ein Muster für kommende Piloten werden?
Wird Jack Millers Karriereweg ein Muster für kommende Piloten werden? © LCR-Honda

Ist Jack Miller ein Wegbereiter für kommende Piloten? Lin Jarvis glaubt, dass der Karriereweg des Australiers die Motorrad-Weltmeisterschaft umkrempeln könnte

An Jack Miller scheiden sich die Geister. Während die einen der Meinung sind, dass der direkte Sprung von der Moto3 in die MotoGP zu groß ist, glauben wieder andere, dass sich der Australier langfristig auch in der Königsklasse durchsetzen wird. Yamaha-Teamchef Lin Jarvis will die Entwicklung des 19-Jährigen jedenfalls aufmerksam beobachten, da er der Meinung ist, dass Millers Zukunft die ganze Weltmeisterschaft beeinflussen könnte.

"Es wird sehr interessant werden", sagt Jarvis im Gespräch mit 'MCN' und ergänzt: "War es richtig oder falsch? Wenn man die etwas älteren Leute im Sport fragt, dann sind sie nicht überzeugt, dass das der richtige Weg ist. Aber vielleicht kann Verstappen (Max Verstappen, 17 Jahre; Anm. d. Red.) tolle Dinge in der Formel 1 leisten und Miller das auch in der MotoGP schaffen."

"Das würde alles verändern", erklärt Jarvis und ergänzt: "Ich weiß es nicht, aber ich bin sehr neugierig, was mit diesen beiden jungen Kerlen passieren wird." Sollte Miller sich tatsächlich sofort in der Königsklasse behaupten können, würden wohl weitere Fahrer seinem Beispiel folgen und versuchen, es ohne den "Umweg" über die Moto2 in die Königsklasse zu schaffen. Sollte dieses Modell sich durchsetzen, würde das der mittleren Klasse wohl langfristig schaden.

"Millers Aufstieg schadet der Moto2 nicht, aber wenn ein Kerl es schaffen kann und erfolgreich ist, dann ändert sich das vielleicht. Dann werden nämlich mehr junge Kerle dieses Risiko eingehen", erklärt Jarvis, der allerdings auch die Risiken des Wechsels erklärt: "Wenn du diesen Schritt als junger Pilot zu früh machst, dann musst du erst einmal einen Rückschlag verkraften, bevor du noch einmal eine Chance bekommst."

Wohl auch deshalb ist Miller der einzige Pilot, der den direkten Sprung von der Moto3 in die MotoGP wagt. Alex Marquez, sein WM-Rivale und Weltmeister der vergangenen Moto3-Saison, entschied sich beispielsweise für den "klassischen" Weg und wird 2015 in der Moto2 an den Start gehen. Ein Wechsel in die Königsklasse war für ihn laut eigener Aussage nie ein Thema.

Diesen Weg wählte beispielsweise auch Maverick Vinales, der sich 2013 die Krone in der kleinsten Klasse aufsetzte. 2014 verbrachte er ein Jahr in der Moto2, holte dort insgesamt vier Siege und steigt 2015 als Suzuki-Werksfahrer in die MotoGP auf. Ob das "Modell-Miller" eine Zukunft hat, wird sich also wohl zunächst einmal nur anhand der Ergebnisse des Australiers ableiten lassen.

Am Alter dürfte es jedenfalls nicht scheitern. Beim Saisonauftakt in Katar am 29. März wird Miller 20 Jahre alt sein. So alt war auch Marc Marquez, als er 2013 seinen ersten Titel in der MotoGP holte. Damit hat er auch dem von Jarvis angesprochenen Max Verstappen etwas voraus. Der wird bei seinem ersten Formel-1-Rennen nämlich gerade einmal 17 Jahre alt sein.

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