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Nach Suzuki und Gresini-Honda ist Alvaro Bautista im Aprilia-Werksteam gelandet
Nach Suzuki und Gresini-Honda ist Alvaro Bautista im Aprilia-Werksteam gelandet © Aprilia

Trotz pneumatischer Ventile fehlt dem Motor der Aprilia RS-GP Leistung: Alvaro Bautista vergleicht das Triebwerk mit der Charakteristik des Honda-Motors

Für das Aprilia-Werksteam steht ein langes und schwieriges Jahr bevor. Das Motorrad war bei den Sepang-Testfahrten schlichtweg zu langsam. Alvaro Bautista fehlten drei Sekunden auf die Spitze. Rückkehrer Marco Melandri war Letzter. Der Italiener hat noch nicht das optimale Gefühl und Vertrauen zu den Bridgestone-Reifen gefunden. Er war noch zu sehr mit dem Superbike-Fahrstil für die Pirelli-Reifen unterwegs. Anhand der Testergebnisse wird es für Aprilia schwierig, überhaupt in die Punkteränge zu kommen.

Ein großes Manko ist der fehlende Topspeed und die mangelnde Leistungsausbeute des Triebwerks. Im vergangenen November wurde erstmals ein Motor mit pneumatischen Ventilen getestet. In Sepang wurde die Arbeit fortgesetzt, doch aus der Rennabteilung in Italien müssen größere Fortschritte kommen. "Wir brauchen mehr Power", sagt Bautista klipp und klar. "Mit der Honda hat es sich auf den Sepang-Geraden so angefühlt, dass zu viel Motorleistung vorhanden ist."

"Wir müssen noch viel arbeiten. Der neue Aprilia-Motor war in Sepang erst zum zweiten Mal im Einsatz." Bautista fuhr in den vergangenen drei Jahren die Factory-Honda und weiß, wie ein Topmotorrad technisch aufgestellt sein muss. "Der Motorcharakter ist ganz anders", vergleicht der Spanier die RC213V und die RS-GP. "Wir brauchen bei hohen Drehzahlen mehr Power."

"Die Kraftentfaltung ist sehr linear. Beim Honda-Motor hat man unten heraus keine Leistung, aber wenn man das Motorrad aufgerichtet hat, hat man schlagartig viel Power. Der Aprilia-Motor ist durch die lineare Kraftentfaltung einfacher zu fahren." Aprilia setzt auch auf die hauseigene Elektronik, die in der Superbike-WM erfolgreich entwickelt wurde.

Auf dem Niveau der Honda-Elektronik ist sie allerdings nicht. "Die Elektronik ist im Moment sehr gut. Im Vergleich mit der Honda-Elektronik ist sie nicht so ausgereift, aber der Motor benötigt auch nicht so viel Elektronik wie bei der Honda. Ich bin mit der Aprilia-Elektronik recht zufrieden", attestiert Bautista. Ab 2016 müssen dann alle Hersteller mit der Standardelektronik fahren. Aprilia will bis dahin einen komplett neuen Prototypen entwickeln.

Aprilia hat sich gegen ein Testjahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit entschieden und gleich das Comeback in der höchsten Motorradrennklasse gewagt. Rennleiter Romano Albesiano will den Rückstand daher nicht überbewerten. 2015 wird ein reines Testjahr, bevor das neue Bike kommt. "Die ersten Testergebnisse sind definitiv positiv", meint Albesiano nach den drei Tagen in Sepang. "Man muss bedenken, dass die neue RS-GP erst die ersten Schritte auf der Rennstrecke macht."

"Außerdem kehren wir ein Jahr früher als geplant in die MotoGP zurück, um das Projekt über die Saison zu entwickeln. Um wachsen zu können, müssen wir uns im Wettbewerb mit der Konkurrenz messen. Natürlich werden wir vor viele Schwierigkeiten gestellt werden." Ioda arbeitet auch in diesem Jahr mit der gewohnten ART weiter. Enge Verbindungen zu Aprilia bestehen nicht. In der Superbike-WM gibt es 2015 eine Kooperation mit dem Red-Devils-Team.

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