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Jonas Folger feilte an der Abstimmung und testete eine neue Hinterradschwinge
Jonas Folger feilte an der Abstimmung und testete eine neue Hinterradschwinge © Argiñano & Gines Racing

Sandro Cortese und Jonas Folger sind mit dem IRTA-Test in Jerez zufrieden - Marcel Schrötter hat mit der neuen Tech 3 noch einige Probleme - Florian Alt hat Rückstand

Die vier deutschen Moto2-Fahrer erlebten drei unterschiedliche Tage beim zweiten Wintertest der Saison in Jerez de la Frontera. Sandro Cortese und Jonas Folger arbeiteten in erster Linie an der Abstimmung ihrer Kalex-Bikes und waren am abschließenden Tag in den Top 10 zu finden. Cortese beendete den Test als Sechster, Folger als Siebter. Auf die Spitze fehlte dem Duo rund eine halbe Sekunde. Marcel Schrötter arbeitete im Tech-3-Rennstall an der neuen Mistral 610, während sich Florian Alt auf der einzigen Suter im Testfeld an die Moto2 herantastete.

Das IntactGP-Team versuchte für Cortese eine Abstimmung zu finden, damit er die schnellen Rundenzeiten auch über die Renndistanz einfacher fahren kann. Derzeit muss der Moto3-Weltmeister von 2012 noch zu sehr ans Limit gehen, um Topzeiten zu fahren. "Wir haben in den letzten Tagen extrem viel gearbeitet, um das Motorrad zu verbessern. Am Donnerstag haben wir die richtige Richtung eingeschlagen", sagt Cortese. "Davor hatten wir ein Problem mit der Balance. Das konnten wir lösen. Dadurch konnte ich einfach befreiter fahren."

Bei Folger sah das Programm an den drei Tagen sehr ähnlich aus. Zunächst wurden unterschiedliche Abstimmungsvarianten getestet, bevor am Donnerstag schnelle Runden im Fokus standen. "Über die Dauer der drei Tage konnten wir endlich ernsthaft unsere Saisonvorbereitungen auf der Rennstrecke in Angriff nehmen", so Folger. Trainingszeit ging am Mittwoch verloren, als der Motor kaputtging. "Der dritte und letzte Testtag war schon wegen des herrlichen Wetters ein sehr guter und produktiver Tag. Bis auf eine neue Schwinge wurde am Motorrad nicht mehr viel herumprobiert, sondern es wurde erstmals ein Augenmerk auf Rundenzeiten gelegt."

"Übrigens hat sich die tags zuvor erarbeitete Abstimmung bewährt, die ähnlich wie der des vergangenen Jahres ist. Es hat sich auch gezeigt, dass die neue Schwinge Potenzial hat. Über meine Rundenzeit aus der Vormittagssession freue ich mich riesig, aber aus irgendeinem Grund mangelte es nach der Mittagspause mit neuen Reifen an Traktion, sodass ich die Marke nicht mehr verbessern konnte. Vielleicht ist es am Reifen gelegen. Unabhängig davon bin ich mit diesem zweiten Test der neuen Saison mehr als zufrieden. Ich komme fahrerisch immer besser in Form, wir haben an diesen drei Tagen deutliche Fortschritte erzielt und es passierten keine Fehler."

Schrötter fehlte mit der neuen Tech 3 eine Sekunde auf die Bestzeiten. Das bedeutete im engen Klassement Platz 13. Wie fällt sein Fazit aus? "Dieser Test ist bestimmt nicht unseren Vorstellungen entsprechend verlaufen. Es war von Beginn an ein mühsames Unterfangen, um hinsichtlich der Abstimmung des neuen Chassis die richtige Richtung einzuschlagen. Wenn man bedenkt, dass wir mit dem altem Bike vergangenes Jahr gut abgeschlossen und in Valencia damit eigentlich auch gut begonnen haben, und eben alle gesammelten Daten und Erfahrungen in den neuen Rahmen eingeflossen sind, muss dieser doch besser sein."

"Das 2015er Motorrad hat mit Sicherheit viel Potenzial, aber an den drei Tagen haben wir uns ungemein schwer getan, eine Basis zu finden und auf ansprechende Rundenzeiten zu kommen. Natürlich ist es verständlich, dass es eine Weile dauert, bis man für ein neues Motorrad eine Abstimmung erarbeitet hat", relativiert Schrötter. "Gegenüber Testbeginn gelang es auch den Rückstand allmählich zu verringern, aber nachdem wir so viele unterschiedliche Dinge ausprobieren mussten, haben wir uns hin und wieder auch im Kreis gedreht."

"Mit einer Sekunde Rückstand nach diesem Test sind wir halbwegs bei der Musik dabei, aber ganz klar, wir müssen uns noch weiter steigern. Wir müssen schnellstens einen Weg finden, um unsere Schwachstellen auszumerzen. Bis zu den nächsten Testfahrten müssen die gesammelten Erfahrungen und Daten in Ruhe analysiert und dann eine Marschrichtung festgelegt werden. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, und zwar nicht nur Hausaufgaben, sondern auch auf der Rennstrecke. Am liebsten wäre es mir, wenn wir gleich zum nächsten Test gehen könnten. Trotzdem vielen Dank an mein Team und meine Crew für den unermüdlichen Einsatz an den vergangenen drei Tagen."

Schwierig verlief es auch für Alt, der vor seiner ersten Saison in der Moto2 steht. Im vergangenen Jahr fuhr der 18-Jährige in Spanien eine Kalex mit Michelin-Reifen. Nun muss er sich an eine Suter und Dunlop gewöhnen. Bei Ioda hat Alt keinen Teamkollegen und beim Test war er außerdem die einzige Suter im Feld. 2,5 Sekunden Rückstand bedeuteten Platz 28. "Wir hatten Probleme mit den Reifen, die uns die ganze Zeit behindert haben. Am letzten Tag begannen wir mit einem neuen Reifen, der sehr gut funktioniert hat."

"Anschließend wechselten wir auf einen neuen Reifen, und es gab massive Gripprobleme. Dann wechselten wir für die zweite Session den Reifen, aber die Probleme blieben. Ich konnte kaum unter 1:46 Minuten fahren", berichtet Alt. "Für die letzte Session montierten wir wieder einen neuen Reifen, der dann funktionierte und ich konnte meine schnellste Rundenzeit fahren. Das war ein positiver Fortschritt für uns. Ich freue mich nun auf den nächsten IRTA-Test, wenn alle Fahrer mit den offiziellen Motoren fahren werden. Dieser Test wird dann das richtige Kräfteverhältnis zeigen."

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