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Mit der neuen GP15 ist Ducati offenbar ein guter Wurf gelungen
Mit der neuen GP15 ist Ducati offenbar ein guter Wurf gelungen © Ducati

Schon am zweiten Testtag kann Ducati mit der GP15 das Tempo von Honda und Yamaha mitgehen, doch was sind die Zeiten der Italiener wert?

Ducati hinterlässt mit der neuen GP15 beim MotoGP-Test in Sepang bisher einen hervorragenden Eindruck. Am Dienstag steigerten sich Andrea Dovizioso und Andrea Iannone deutlich und mischten die Werks-Hondas und -Yamahas an der Spitze des Feldes auf. Nachdem Dovizioso lange hinter Marc Marquez (Honda) und Jorge Lorenzo (Yamaha) den dritten Platz belegt hatte, wurde er in den Schlussminuten von Iannone verdrängt. Mit einer Zeit von 2:00.098 Minuten war er nur 0,248 Sekunden langsamer als Marquez.

"Ich konnte meine Rundunzeit klar verbessern, was am Ende des Tages nicht so einfach ist, weil die Strecke dann weniger Grip hat", freut sich Iannone im Gespräch mit 'MotoGP.com' "Ich habe jetzt ein besseres Gefühl für die GP15. Das Motorrad ist beim Bremsen deutlich stabiler und auch die Beschleunigung ist besser."

Auch Dovizioso, dessen Rückstand auf die Spitze 0,406 Sekunden betrug, schwärmt weiterhin für sein neues Motorrad. "Es ist schon schneller, was mich wirklich freut. Die Ingenieure haben tolle Arbeit geleistet", sagt er. Vor allem das bisher für Ducati typische Untersteuern am Kurveneingang sei beim neuen Motorrad verschwunden.

Einlenkverhalten ist jetzt "normal"

"Wir sind direkt mit einem besseren Motorrad gestartet und haben das Einlenkverhalten deutlich verbessert. Ich bin so glücklich", sagt er. Das Einlenkverhalten der Ducati sei jetzt laut Dovizioso "normal", was bisher offenbar nicht der Fall war. "Egal ob mit Gas oder ohne: Jetzt kann ich sagen, dass dieses Motorrad normal einlenkt."

Doch wie zu erwarten gibt es am zweiten Testtag mit der neuen Maschine nicht nur Positives zu berichten. "Wir verstehen noch nicht, warum das Motorrad im letzten Teil des Bremsvorgang nicht stark genug verzögert. Deshalb sind wir im Scheitelpunkt der Kurve immer zu schnell", berichtet Dovizioso. "Wir haben viele Abstimmungen ausprobiert, verstehen dieses Motorrad nach eineinhalb Tagen aber noch nicht richtig. Wir müssen ruhig bleiben."

Dennoch herrscht im Ducati-Team nach dem erfolgreichen Debüt der GP15 Aufbruchstimmung. "Es ist ein tolles Gefühl, bei zweiten Test in Sepang nur ein paar Zehntel hinter der Konkurrenz zu sein und zu wissen, dass wir dieses Motorrad noch deutlich verbessern können", sagt Dovizioso.

Rossi hat Ducati auf der Rechnung

Auch der Konkurrenz ist die starke Vorstellung der neuen Ducati nicht verborgen geblieben. Valentino Rossi hat die Italiener plötzlich wieder als Gegner auf dem Radar. "Ducati macht mir Sorgen, denn schon das alte Motorrad war nicht so schlecht. Dieses Motorrad (die GP15; Anm. d. Red.) sieht besser aus und die Fahrer sind glücklich", sagt Rossi. "Ich denke, dass Ducati gegen Honda und Yamaha kämpfen kann."

Im Qualifying sieht der neunmalige Weltmeister, gemessen an der bisher gezeigten Leistung, Ducati durch die Einstufung im Open-Factory-Reglement sogar vorne. "Im Training könnte es schwierig werden, an der Spitze zu bleiben, denn mit dem superweichen Reifen haben sie einen großen Vorteil", so Rossi. "Im Rennen sollten wir hoffentlich einen Vorteil haben, den da waren Honda und Yamaha im vergangenen Jahr besser als Ducati, vor allem in der zweiten Rennhälfte."

Dovizioso glaubt allerdings, dass die Konkurrenz von Honda und Yamaha noch zulegen kann uns erwartet am Mittwoch ein klareres Bild. "Ich glaube morgen wird jeder eine schnelle Runde versuchen. Dann sehen wir unseren Speed. Ich denke aber, dass wir noch nicht so schnell wie die anderen sind, denn im Kurvenscheitelpunkt können wir nicht pushen, und auch in anderen Bereichen fühle ich mich noch nicht stark", stapelt er tief.

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