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Marc Marquez (Honda) drehte die schnellste je in Sepang gefahrene Runde
Marc Marquez (Honda) drehte die schnellste je in Sepang gefahrene Runde © Repsol

Das Honda-Duo Marquez und Pedrosa beendet den Sepang-Test vor den Yamaha-Assen Rossi und Lorenzo - Stefan Bradl glänzt mit der achtbesten Zeit

Der dritte Tag der ersten Wintertestfahrten in Sepang (Malaysia) gab einen ersten Aufschluss über das Kräfteverhältnis zwischen Honda und Yamaha. Am kühlen Vormittag starteten die meisten Fahrer bei bewölktem Himmel kurze Versuche für schnelle Runden. Das Honda-Duo hatte klar die Nase vorne. Weltmeister Marc Marquez stellte mit 1:58.867 Minuten einen inoffiziellen Rundenrekord auf. So schnell war bisher noch kein MotoGP-Bike in Sepang!

Dani Pedrosa wurde mit 1:59.006 Minuten gestoppt. Deshalb lautet das Fazit von Yamaha-Star Valentino Rossi: "Wäre das Rennen heute gewesen, hätte Honda gewonnen." In der schnellen Runde hatte Rossi eine halbe Sekunde Rückstand, Teamkollege Jorge Lorenzo fehlten sieben Zehntelsekunden. Das Yamaha-Duo reihte sich hinter Ducati-Werksfahrer Andrea Iannone auf den Plätzen vier und fünf ein.

Die schnellen Runden waren am Freitag aber nicht die einzige Geschichte, denn am Nachmittag absolvierten die meisten Fahrer Rennsimulationen. Über die Distanz hatte Pedrosa die Nase vor Marquez und Lorenzo. Allerdings ist festzuhalten, dass Marquez seinen Longrun bei etwas heißeren Temperaturen gefahren ist, während Pedrosa, Lorenzo und Rossi in etwa zur gleichen Zeit auf der Strecke waren.

Inoffiziell hat nach dem ersten Sepang-Test Honda knapp die Nase vor Yamaha. "Für Honda ist es wichtig, diesen Test positiv zu beenden, denn seit Valencia haben wir mehrere Sachen verändert", sagt Pedrosa. "Jetzt haben wir ein klareres Bild, in welche Richtung wir gehen müssen." Und Marquez ergänzt: "Es war wirklich schön, auf der Boxentafel eine 58 zu sehen. Da habe ich mich gefreut. Wir waren auf einer Runde sehr stark, aber ich habe mich auch bei der Rennsimulation wirklich gut gefühlt."

Dennoch ist Yamaha mit den drei Tagen nicht unzufrieden. Rossi erkennt klare Fortschritte: "Der erste Test war für uns gut. Negativ ist nur der Speed von Honda. Beide Fahrer sind etwas schneller als wir", gibt Rossi zu Bedenken. "Wenn wir sie schlagen wollen, müssen wir weiterarbeiten." Bei seiner Rennsimulation fuhr der Italiener mit einer neuen Hinterradschwinge und experimentierte mit den Elektronik-Mappings. Dennoch ist Honda in der Bremsphase, dem Kurveneingang und im schonenden Umgang mit dem Hinterreifen besser.

Ducati arbeitete in Sepang mit der GP14.3, die neue GP15 soll beim nächsten Sepang-Test (23.-26.2.) debütieren. "Wir haben ein wenig die Abstimmung, das Chassis und die Elektronik verbessert", sagt Werksfahrer Andrea Dovizioso. "Es waren aber nur Kleinigkeiten. Jetzt freue ich mich darauf, das neue Bike auszuprobieren." Iannone landete am Freitag auf dem dritten Platz, Dovizioso belegte Rang sieben. Bester Kundenfahrer war Pol Espargaro mit der Tech-3-Yamaha als Sechster.

Auch Stefan Bradl glänzte am Freitag auf seiner Forward-Yamaha und war erneut klar der schnellste Fahrer der Open-Klasse. "Es ist nicht schlecht. Mit den Top 10 können wir definitiv zufrieden sein", sagt der Deutsche zu Platz acht und 1,4 Sekunden Rückstand auf die Spitze. "Wir sind einige Runden am Stück gefahren, aber wir haben heute nur zwei Reifen verwendet, um eine schnelle Zeit zu fahren. Die restliche Zeit waren wir auf gebrauchten Reifen unterwegs."

Die beiden Neueinsteiger Suzuki und Aprilia hatten in Sepang Rückstand. Aleix Espargaro fehlten am Freitag 1,6 Sekunden auf die Spitze, womit der Spanier als Zehnter den Sprung in die Top 10 schaffte. Sein Suzuki-Teamkollege Maverick Vinales lag zwei Sekunden zurück. Noch größer war der Rückstand bei Aprilia. Alvaro Bautista fehlten drei Sekunden und er belegte Platz 21. Rückkehrer Marco Melandri landete auf dem 28. und letzten Platz im Klassement. Mit 61 Runden zählte der Vizeweltmeister von 2005 zu den fleißigsten Fahrern des Tages.

Am Samstag ist die Strecke für die Testfahrer reserviert. Sie werden neue Reifen von Michelin mit Blick auf die Saison 2016 testen.

Die Zeiten aus Sepang (Freitag):01. Marc Marquez (Honda) - 1:58.867 Minuten (52 Runden)02. Dani Pedrosa (Honda) +0,139 Sekunden (41)03. Andrea Iannone (Ducati) +0,521 (47)04. Valentino Rossi (Yamaha) +0,534 (49)05. Jorge Lorenzo (Yamaha) +0,757 (55)06. Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) +0,984 (50)07. Andrea Dovizioso (Ducati) +1,007 (33)08. Stefan Bradl (Forward-Yamaha) +1,427 (49)09. Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) +1,517 (50)10. Aleix Espargaro (Suzuki) +1,619 (36)11. Cal Crutchlow (LRC-Honda) +1,669 (67)12. Maverick Vinales (Suzuki) +2,097 (51)13. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +2,103 (48)14. Hiroshi Aoyama (Honda) +2,162 (46)15. Hector Barbera (Avintia-Ducati) +2,316 (57)16. Michele Pirro (Ducati) +2,365 (56)17. Scott Redding (Marc-VDS-Honda) +2,396 (67)18. Nicky Hayden (Aspar-Honda) +2,641 (52)19. Loris Baz (Forward-Yamaha) +2,757 (46)20. Jack Miller (LCR-Honda) +3,028 (50)21. Alvaro Bautista (Aprilia) +3,057 (63)22. Mike di Meglio (Avintia-Ducati) +3,261 (49)23. Karel Abraham (Cardion-Honda) +3,430 (43)24. Eugene Laverty (Aspar-Honda) +3,467 (57)25. Katsuyuki Nakasuga (Yamaha) +3,496 (22)26. Takumi Takahashi (Honda) +4,246 (64)27. Alex de Angelis (Ioda-ART) +4,604 (32)28. Marco Melandri (Aprilia) +4,774 (61)

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