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MotoGp of Argentina - Race
Andrea Dovizioso (r.) wurde von Ducati-Teamkollege Andrea Iannone ageräumt. Valentino Rossi (l.) profitierte vom Sturz © Getty Images

München - Andrea Iannone bringt Ducati in Argentinien um zwei sichere Podestplätze. Der Teamkollege mosert, auch Kumpel Valentino Rossi teilt aus.

Andrea Dovizioso wusste zunächst nicht wie ihm geschah, doch am Ende seiner unfreiwilligen Rutschpartie war klar: Der selbsternannte "Wahnsinnige" hat wieder zugeschlagen.

Andrea "The Maniac" Iannone ging viel zu optimistisch in die vorletzte Kurve, erwischte Teamkollege Andrea Dovizioso und räumte ihn von der Strecke. Da Iannone dabei selbst ebenfalls abflog, gingen Ducati beim Sieg des Spaniers Marc Marquez in Argentinien zwei sichere Podestplätze flöten.

"Als ich die Berührung in der vorletzten Kurve gespürt habe, war mir nicht sofort klar, ob mich Iannone oder Valentino getroffen hatte. Aber beim Dahinrutschen habe ich gesehen, dass mich Iannone abgeräumt hatte. So etwas kann ich nicht erwarten. Damit habe ich nicht gerechnet", kommentierte Dovizioso das Rambo-Manöver.

Dovizioso: "Inakzeptabel"

Dovizioso schob seine Maschine zwar noch über den Zielstrich und kassierte dafür drei WM-Punkte. Platz 13 war aber nicht annähernd das, was sich der Routinier erhofft hatte. "Der Sturz ist wirklich ärgerlich, denn wir haben in den letzten zwei Jahren unermüdlich geschuftet und hart gearbeitet. Einen zweiten Platz auf diese Art und Weise zu verlieren, ist inakzeptabel", schimpfte der Italiener.

Dies sah Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti ähnlich und kündigte Konsequenzen an. "Die Fahrer müssen auch an die Interessen von Ducati denken. Das Podium wäre für uns sehr wichtig gewesen", sagte der Italiener MotoGP.com: "Wir werden am Donnerstag in Austin mit beiden Fahrern sprechen und ihnen erklären, was wir von ihnen in den Rennen erwarten".

Auch Rossi beschwert sich

Doch nicht nur aus dem eigenen Lager hagelte es Kritik für Iannone. Während sich Kumpel und Yamaha-Pilot Valentino Rossi über ein Überholmanöver des 26-Jährigen ärgerte, schimpfte Dani Pedrosa über die Startphase.

"Ich hatte einen guten Start und wollte zwischen Marc (Marquez, d.Red.) und Valentino (Rossi, d.Red.) durchfahren, weil Valentino einen Rutscher hatte. Aber dann machte Marc die Tür zu, also versuchte ich es außen. In der ersten Kurve kam dann Iannone sehr schnell auf mich zu und ich musste geradeaus fahren. Davon erholte ich mich nicht mehr", ärgerte sich der Spanier.

Iannone: "Es tut mir leid"

Der Geschmähte selbst ist nun in sechs seiner letzten zehn Rennen nicht ins Ziel gekommen. Schon beim Auftakt in Katar war ihm sein Übermut zum Verhängnis geworden. Dieses Mal nahm er seinen Teamkollegen gleich mit ins Tal der Tränen.

"Es tut mir für das Team, für Andrea und alle Ducati-Mitarbeiter sehr leid, denn zwei Podestplätze wären für Ducati ein tolles Ergebnis gewesen", entschuldigte sich Iannone nach dem Rennen. Wirkliche Schuldgefühle empfand er dann aber doch nicht: "Nein, nein, ich habe nicht zu spät gebremst. Ich habe am selben Punkt wie immer gebremst, aber ich blieb etwas weiter innen, denn Andrea war außen. Es war seltsam", so Iannone.

Aussagen, die zumindest vermuten lassen, dass "The Maniac" auch zukünftig nicht vorhat (rechtzeitig) auf die Bremse zu treten.

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