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Zakspeed und Mercedes-AMG liefern sich eine Schlammschlacht
Zakspeed und Mercedes-AMG liefern sich eine Schlammschlacht © ADAC Motorsport

Zakspeed hat eigenen Angaben zufolge den Vertrag mit AMG zuerst aufgelöst - DMSB-Verfahren soll klären, wer für die Disqualifikation verantwortlich ist

Wer hat hier mit wem Schluss gemacht? Zakspeed habe selbst bereits am Montag den Vertrag mit Mercedes-AMG Customer Racing gekündigt, betont das Team in einer neuerlichen Presseaussendung. Zudem sagt die Mannschaft aus Niederzissen, man habe selbst das Verfahren beim DMSB eingeleitet. "Die Vorgänge bei der GT-Masters-Veranstaltung am Sachsenring haben uns keine andere Wahl gelassen, als uns mit sofortiger Wirkung von unserem Partner zu trennen", betont Peter Zakowski.

Mercedes-AMG Customer Racing hatte hervorgehoben, nichts mit den Änderungen zu tun zu haben. Zu keiner Zeit seien AMG-Ingenieure an den Modifikationen am Steuergerät des 6,2-Liter-V8-Motors beteiligt gewesen. Durch diese wurden die Nockenwellen schärfer gestellt. Auch Zakowski spielt die Unschuldskarte: "Bis zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns als Team keinerlei Daten und Fakten vor, die zur Disqualifikation geführt haben. Wir werden alles Mögliche versuchen, den Vorfall so transparent wie möglich aufzuarbeiten."

Damit meint er die sportrechtliche Untersuchung der Vorfälle. Beide Fahrzeuge haben im Sonntagsrennen am Sachsenring einen dominanten Doppelsieg eingefahren, bevor sie aus der Wertung genommen wurden. Auf das GT-Masters-Finale auf dem Hockenheimring haben die Ereignisse keine Auswirkungen: Luca Ludwig und Luca Stolz sowie Nicolai Sylvest und Nikolaj Rogivue werden an diesem Wochenende zwei Mercedes-AMG GT3 steuern.

Die Theorien im Fahrerlager gehen auseinander: Während die einen glauben, Zakspeed habe versucht, sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen, glauben andere, Mercedes-AMG hätte technische Experimente im Hinblick auf die Saison 2018 durchgeführt. Die Beziehung zwischen Mercedes-AMG und Zakspeed war auch schon vor der diesjährigen Saison nicht immer einfach.

Beide Parteien sind in der Vergangenheit bereits mit Sporthoheiten aneinander geraten. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2003 weigerte sich Zakowski, eine Dodge Viper GTS-R mit nur 90 statt 120 Litern zu betanken, was eine Disqualifikation nach sich zog. Mercedes-AMG Customer Racing geriet bei den 24 Stunden von Spa ins Visier, als man mit einem nicht homologierten Motorenkennfeld fuhr. AMG hatte eine technische Direktive der SRO anders interpretiert als die Regelhüter.

© Motorsport-Total.com

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