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In der Königsklasse der WEC kommt es 2017 zu einem Zweikampf. Nach dem Audi-Ausstieg greift Toyota Branchenprimus Porsche an.

Der größte Konkurrent ist weg. Porsche ist trotzdem gewarnt.

Nach dem Ausstieg von Audi läuft in der Langstrecken-WM 2017 alles auf einen Zweikampf zwischen Titelverteidiger Porsche und Herausforderer Toyota hinaus. Wer glaubt, die Saison, die am 16. April in Silverstone beginnt, werde für Porsche ein Selbstläufer, dürfte irren.

"Jetzt sind es nur noch Toyota und wir. Das macht es noch schwieriger, wenn du nicht an jedem Wochenende das richtige Tempo hast", sagt der amtierende Champion und Le-Mans-Gewinner Neel Jani.

Neue Teams bei Porsche

Der Schweizer bekommt für die Saison 2017 zwei neue Teamkollegen an die Seite gestellt. Den neuen 919 Hybrid teilt sich der Schweizer mit Andre Lotterer (35) und Nick Tandy (32, Großbritannien). Am Steuer des Schwesterautos mit der Startnummer zwei wechselt sich Timo Bernhard (36), Weltmeister 2015, mit den beiden Neuseeländern Earl Bamber (26) und Brendon Hartley (27) ab.

Toyota habe einiges geändert, sagt Jani: "Ich gehe fest davon aus, dass sie jetzt noch mehr zugelegt haben. Wenn wir nicht gleichermaßen nach vorn gekommen sind, dann wird es eng für uns."

Dabei ist das Saisonziel klar: "Wir wollen den Hattrick", betont Porsches LMP1-Boss Fritz Enzinger.

2015 und 2016 hatte Porsche alles gewonnen, was es in der WEC zu gewinnen gibt. Herstellertitel, Fahrertitel und natürlich den Langstreckenklassiker in Le Mans.

"Akribisch weiterentwickelter Porsche 919 Hybrid"

Das zu wiederholen ist die Vorgabe.

"Toyota wird 2017 ein sehr starker Wettbewerber in der Topkategorie LMP1. Wir werden ihm mit einem akribisch weiterentwickelten Porsche 919 Hybrid und einem souveränen Fahrer-Sextett begegnen", sagt Enzinger.

Toyota hat nur geringe Veränderungen am Vorjahreskader vorgenommen. Mike Conway und Kamui Kobayashi bleiben im TS050 mit der Nummer sieben, neu im Team ist Tourenwagen-Weltmeister Jose-Maria Lopez. Anthony Davidson, Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima teilen sich das Schwesterauto. In Spa und Le Mans setzt Toyota allerdings noch ein drittes Auto ein.

Einen ersten Fingerzeig in der WEC gibt es in Monza. Zunächst stellen Porsche und Toyota dort die neue Generation ihrer Boliden für die neue Saison vor, ehe auf dem Traditionskurs die gemeinsamen Testfahrten über die Bühne gehen.

Kubica bei Privatteam ByKolles

Neben Porsche und Toyota hat auch das einzige Privatteam in der Königsklasse ehrgeizige Ziele.

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ByKolles wechselt 2017 auf einen Nissan-Motor und verpflichtete den früheren Formel-1-Fahrer Robert Kubica. Der Pole fuhr bis zu seinem schweren Rallye-Unfall 2011 in der Formel 1 und galt als kommender Weltmeister. "Nach meiner Zeit im Rallyesport habe ich nach etwas gesucht, was der Formel 1 möglichst nahe kommt. Genau dies habe ich in der LMP1 gefunden", sagt Kubica.

Die WEC besteht allerdings nicht nur aus der Königsklasse LMP1, auch in den anderen Klassen sind bekannte Namen unterwegs. So sitzen die Rennfahrersöhne Nelson Piquet Jr., Alex Brundle und Nicolas Prost in der kleinen Prototypen-Klasse LMP2 im Cockpit, wie auch Bruno Senna, der Neffe der verstorbenen Formel-1-Legende Ayrton Senna. Mathias Lauda, der Sohn des dreimaligen Weltmeisters Niki Lauda, startet in der GTE-Am-Klasse.

Klangvolle Namen in Le Mans

Klangvolle Namen findet man aber vor allem beim Klassiker und WEC-Saisonhöhepunkt in Le Mans (17./18. Juni), dort hat die Teilnahme weltbekannter Stars Tradition.

Das fing im vergangenen Jahr bei Brad Pitt als Ehrenstarter an, geht über Jackie Chan als Teilhaber eines Teams bis hin zu "Grey’s Anatomy"-Star Patrick Dempsey, der sogar seit Jahren selbst im Cockpit sitzt. Der französische Fußball-Weltmeister Fabien Barthez ist ebenso gerne dabei wie 1979 Schauspiel-Legende Paul Newman, aber auch der frühere Formel-1-Teamchef Eddie Jordan oder Red Bulls Designguru Adrian Newey.

Immer wieder zieht der Klassiker aber auch Stars aus anderen Serien an. Der deutsche Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg gewann das Rennen 2015 mit Porsche, in diesem Jahr gibt der frühere Teamkollege von Michael Schumacher, der Brasilianer Rubens Barrichello, sein Debüt in Le Mans.

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