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Der Ford GT stand 2016 im Zentrum der BoP-Debatte der WEC
Der Ford GT stand 2016 im Zentrum der BoP-Debatte der WEC © Michelin

Ab der Saison 2017 wird die Balance of Performance in der GTE-Pro-Klasse über Computeralgorithmen funktionieren

Die GTE-Klasse der Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) bommte in den letzten Jahren. Immer mehr Hersteller engagieren sich in der seriennahen Kategorie. Mit BMW kommt ab 2018 sogar noch ein weiterer dazu. Doch da die GTE-Fahrzeuge von ihrer Basis her in irgendeiner Weise abgeleitete Straßenrennwagen sind, ist es schwierig, alle Boliden auf ein einheitliches Niveau zu bringen. Das ist ein großer Unterschied zu den Prototypen, bei denen in der Entwicklung der Rennwagen mit einen weißen Blatt Papier begonnen werden kann.

Somit wurde die Balance of Performance eingeführt. Anhand verschiedener Parameter wurde dabei versucht, alle Fahrzeuge aneinander anzugleichen. Das System kam aber in den letzten Jahren sehr in die Kritik und machte die Mitglieder der entsprechenden BoP-Ausschüsse im Fahrerlager teilweise unbeliebt.

Für die Saison 2017 wurde hierzu nun eine Arbeitsgruppe gegründet, die in acht Meetings zwischen Oktober und März ein computergestütztes System auf den Weg gebracht hat. Neben FIA und ACO gehörten auch Aston Martin, Ferrari, Ford, Porsche, Corvette und (auf Einladung) BMW zur Arbeitsgruppe.

Als Referenzwert werden nun 60 Prozent der Renndistanz (die schnellsten Runden) des besten Autos einer jeweiligen Marke zur Analyse hergenommen. Dabei wird zusätzlich auch die Höchstgeschwindigkeit betrachtet. Unvorhergesehen Dinge, wie schlechtes Wetter, bleiben natürlich außen vor. Ein Computer berechnet dann die Werte und bestimmt für das Folgerennen anhand eines Algorithmus eine neue verbindliche BoP. Dabei besteht die Möglichkeit, zehn Kilowatt an Power und 20 Kilogramm an Gewicht hinzuzufügen oder wegzunehmen.

Die Sechs Stunden von Silverstone und die Sechs Stunden von Spa werden noch mit den selben Werten absolviert, wie beim Prolog in Monza. Die 24 Stunden von Le Mans bleiben bei der Kalkulation außen vor. Das bedeutet, dass für die Sechs Stunden am Nürburgring im Juli zum ersten Mal die von Computer erstellte Balance of Performance angewendet wird.

© Motorsport-Total.com

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