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Porsche musste wie erwartet mit der zweiten Startreihe vorliebnehmen
Porsche musste wie erwartet mit der zweiten Startreihe vorliebnehmen © xpbimages.com

Startplätze drei und vier: Porsche fuhr beim Qualifying der Langstrecke-WM in Silverstone erwartungsgemäß in die zweite Startreihe

Beim Saisonauftakt der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in Silverstone startet Titelverteidiger Porsche mit den beiden Le-Mans-Prototypen 919 Hybrid aus der zweiten Reihe. Die ersten beiden Plätze für das Sechsstundenrennen am Sonntag sicherte sich Toyota. Porsche geht in Silverstone aus strategischen Gründen mit der Aerodynamik-Abstimmung für Le Mans an den Start und fährt mit bedeutend weniger Abtrieb, als der schnelle Formel-1-Kurs verlangt.

In der WEC zählt der Durchschnitt der jeweils schnellsten Runde von zwei Fahrern für die Startaufstellung. In Silverstone fuhren Neel Jani und Nick Tandy mit der Startnummer 1 in 1.38.615 Minuten auf Platz drei. Timo Bernhard und Brendon Hartley setzten mit der Startnummer 2 in 1.39.063 Minuten die viertschnellste Zeit.

Ihre jeweiligen Partner Andre Lotterer beziehungsweise Earl Bamber hatten zugunsten der optimalen Qualifyingvorbereitung bereits im dritten freien Training pausiert. Am Vormittag belegten die beiden Porsche 919 Hybrid die Positionen zwei und drei. Auch der zweite Veranstaltungstag ging für die WEC trocken über die Bühne.

Stimmen aus dem Porsche-Lager:

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: "Wir haben im Vorfeld ganz bewusst die Entscheidung getroffen, uns aerodynamisch ganz auf Le Mans zu konzentrieren. Es war klar, dass dies hier ein Nachteil ist - über längere Distanzen etwas weniger als auf eine einzelne schnelle Runde, aber auch morgen im Rennen werden die Auswirkungen deutlich sein. Dazu stehen wir, und da müssen wir jetzt gemeinsam durch. Ich bin stolz auf unsere Fahrer-Mannschaft. Alle sechs agieren auf einem sehr hohen Level und gehen auch mit dieser Situation super um."

Andreas Seidl, Teamchef: "Beide Autos liefen absolut problemlos, und sowohl die Fahrer als auch die Mannschaft haben im Qualifying perfekt gearbeitet. Die Platzierungen und auch der Rückstand auf die Bestzeit liegen im erwarteten Rahmen. Für uns liegt der Fokus eindeutig weiter auf der Rennvorbereitung. Dort werden wir versuchen, trotzdem in Schlagdistanz zu bleiben und Druck auf Toyota auszuüben."

Neel Jani: "Wir hatten erwartet, dass wir auf den Plätzen drei und vier landen würden. Mit dem geringen aerodynamischen Abtriebsniveau, das wir hier fahren, ist das gegen Toyota das maximal Mögliche. Im Sechsstundenrennen kann natürlich viel passieren, aber von der Performance her rechnen wir uns da auch nicht mehr aus. Ganz wichtig ist, weiter mit dem Auto für Le Mans zu lernen."

Nick Tandy: "Das ist auf jeden Fall der beste Porsche 919, den ich je die Ehre hatte, fahren zu dürfen. Das absolut fantastische Gripniveau gibt mir viel Vertrauen. Der Rückstand auf die Spitze ist größer, als uns gefällt, aber wir haben andere Prioritäten gesetzt. Im Rennen sollten wir enger beieinander liegen."

Timo Bernhard: "Für unser Auto konnten wir das Qualifying nicht perfekt umsetzen. Ich hatte auf meiner ersten Runde einen kleinen Fehler und musste einen neuen Anlauf starten, da lieferte der Reifen nicht mehr seine Leistungsspitze. Im dritten Training sahen wir über längere Distanzen sehr gut aus - alles Informationen, die wir für das Rennen sammeln. Dann geht es auch um Strategie und nicht mehr allein um reinen Speed. Wir wollen aufs Podium fahren und so viele Punkte mitnehmen, wie möglich. Vielleicht können wir einen der Toyota knacken."

Brendon Hartley: "Wir sind im Qualifying Vierter geworden, aber dieses Ergebnis steht momentan einfach nicht im Mittelpunkt. Es geht um die Rennvorbereitung, und die Longruns waren gut. Wir sind überzeugt, dass unser Auto im Rennen sehr gut sein wird."

© Motorsport-Total.com

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