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Plötzlich wieder in derselben Situation wie Ende 2016: Andre Lotterer
Plötzlich wieder in derselben Situation wie Ende 2016: Andre Lotterer © Porsche

Andre Lotterer ist bestürzt, dass er die Audi-Erlebnisse aus 2016 nun wieder mit Porsche erlebt - Innerlich stellt er sich nun doch darauf ein, Formel E zu fahren

Ein ganz übler Fall von Deja vu ereilt Andre Lotterer dieser Tage. Gerade erst hatte sich der LMP1-Star von Audi trennen müssen, wo er gemeinsam mit Marcel Fässler und Benoit Treluyer jahrelang ein Dreamteam gebildet hatte. Nun ereilt ihn bei Porsche nach nur einer Saison dasselbe Schicksal. Doch der Porsche-Ausstieg aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ist noch übler: Für Lotterer gibt es kein werksseitiges LMP1-Auffangbecken mehr und die technische Königsklasse des Motorsports ist nahezu tot.

"Für mich ist das eine traurige Erfahrung, das zwei Jahre in Folge zu erleben", wird der 35-Jährige von 'Autosport' zitiert. "Ich hatte diese Situation vergangenes Jahr mit Audi und bin zu Porsche gewechselt, um in dieser Kategorie weiterfahren zu können. Das ist für den Motorsport generell sehr traurig, denn es reißt ein tiefes Loch." Er fügt noch hinzu, dass er sich glücklich schätzen könne, Teil der kurzlebigen, aber intensiven LMP1-Hybridzeit gewesen zu sein.

Lotterer wird 2018 mitnichten Arbeitslosengeld beziehen müssen; der geborene Duisburger hat in der japanischen Super Formula ein zweites Standbein. Außerdem hat Porsche angekündigt, an allen unter Vertrag stehenden Fahrern festzuhalten. Lotterer wäre ein geeigneter Kandidat für die Formel E, schließlich verfügt er ebenso wie Brendon Hartley und Neel Jani (bei diesem ist es aber schon länger her) über Monopostoerfahrung.

Und so macht er sich nun doch Gedanken, ab 2019 möglicherweise Formel E zu fahren - eine Rennserie, die anfangs nicht unbedingt nach seinem Geschmack war: "Ich bin offen für neue Herausforderungen. Es gibt keinen Grund, sich an etwas festzuhalten, was nicht mehr existiert. Zu Beginn waren die Leute, die an den traditionellen Motorsport gewöhnt waren, nicht gerade begeistert. Ich denke aber, dass es nicht fair wäre, das zu vergleichen. Die Formel E scheint eine gute Zukunft vor sich zu haben. Wenn erst einmal schnellere Autos kommen, wird es auf dieser Art von Rennstrecken spannend. Sie haben gute Fahrer - es wäre eine schöne Herausforderung."

© Motorsport-Total.com

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