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Porsche setzte sich mit beiden Autos an die Spitze des Klassements
Porsche setzte sich mit beiden Autos an die Spitze des Klassements © FIA WEC/AdrenalMedia.com

Ein Fotograf in der Schusslinie von Kurve 5: Rote Flaggen behindern den Betrieb im zweiten Freien Training der WEC am Nürburgring - Porsche mit weiterer Bestzeit

Der Arbeitstag der Beteiligten in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) brachte am Freitag am Nürburgring ein Kuriosum mit sich. Die wichtigen Longruns der Teams wurden durch einen verrückten Fotografen behindert. Der Mann, der vor Aufnahme seiner Tätigkeit an einem Briefing durch die FIA hatte teilnehmen müssen, hielt sich nahezu ungeschützt im Bereich der Ford-Kurve auf. Der Rennleitung bot sich nur eine einzige Möglichkeit: Unterbrechung der Session mit roten Flaggen.

Im Lager von Porsche hatten Brendon Hartley (1./1:38.663 Minuten) und Andre Lotterer (2./1:39.629) in der Anfangsphase im Rahmen von Qualifyingversuchen noch einmal die Stärken des überarbeiteten 919 mit dem neuen Aerodynamikpaket dargestellt. Toyota konnte mit Sebastien Buemi (3./1:39.773) gut mithalten, aber das Schwesterauto von Lopez/Kobayashi/Conway (4./1:41.656) kam nicht recht hinterher. Mitten in den ersten Longruns sorgte der Fotograf für eine zehnminütige Unterbrechung.

Die Arbeit wurde nach der erneuten Freigabe nicht leichter. In dem Moment, als die Rennleitung wieder auf Grün schaltete, kam ein Regenschauer herunter, sodass an eine normale Fortsetzung der Longruns kaum zu denken war. Erst in den letzten 20 Minuten der Session konnte wieder auf Slicks recht schnell gefahren werden. Der Eindruck: Auch über größere Distanzen hat Porsche gegenüber Toyota einen Vorteil. "Das war zu erwarten", meint Anthony Davidson.

Toyota ist auf Schadenbegrenzung aus

"Im vergangenen Jahr sind wir hier überrundet worden, haben aber später im Jahr dennoch gewinnen können. Dies ist unsere schwierigste Strecke. Wenn wir uns hier halbwegs gut aus der Affäre ziehen, also nicht überrundet werden, dann ist das gute Schadenbegrenzung. Dann dürften wir im weiteren Verlauf der Saison gut dabei sein", erklärt der Brite. Ob sich die Hackordnung wirklich so klar darstellen wird, ist ungewiss. Sicher ist: Hartley war schon heute schneller als die absolut beste Nürburgring-Rundenzeit 2016.

Im Lager von ByKolles gab es nach dem Getriebeschaden am Morgen weitere technische Sorgen. Das Team konnte nur wenig fahren. In der LMP2-Klasse musste der Rebellion-Oreca #31 (Canal/Senna/Albuquerque) in der Garage bleiben. Julien Canal hatte das Auto im ersten Training bei einem Crash mit Marvin Dienst (Proton-Porsche) stark beschädigt. Unter anderem muss das Team viel Bodywork und Kühler ersetzen.

Die Bestzeit in der LMP2-Kategorie sicherten sich Russinow/Thiriet/Hanley (G-Drive) vor dem Rebellion #13 und dem Alpine #36. In der GTE-Pro-Klasse ein buntes Gemisch im Klassement: Makowiecki/Lietz (Porsche) vor Thiim/Sörensen (Aston Martin), Pier Guidi/Calado (Ferrari) und Pla/Mücke (Ford). In der GTE-Am-Kategorie setzte sich der Spirit-of-Race-Ferrari von Flohr/Castellacci/Molina durch. Am Samstag wird das WEC-Wochenende mit dem dritten Freien Training fortgesetzt.

Und der verrückte Fotograf? Der Mann muss mit ernsthaften Konsequenzen leben. Die FIA nahm dem Übeltäter nicht nur die Akkreditierung für den aktuellen Event auf dem Nürburgring ab, sondern er wird für immer aus den Fahrerlagern der WEC, der ELMS und in Le Mans verbannt.

© Motorsport-Total.com

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