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Die M-Sport-Mechaniker brauchten für die Reparatur des Autos drei Stunden
Die M-Sport-Mechaniker brauchten für die Reparatur des Autos drei Stunden © M-Sport

Nach zehn Stunden auf dem Grund eines Sees können die M-Sport Mechaniker den Ford Fiesta von Ott Tänak wieder reparieren

Die Bilder von Ott Tänaks spektakulärem Unfall bei der Rallye Mexiko gingen um die Welt. Der Este beschädigte sich am Freitagmorgen in der Prüfung "Los Mexicanos" die rechte Vorderradaufhängung. Steuerlos schlitterte der Ford Fiesta RS WRC Richtung See, überschlug sich den Abhang hinunter und landete im Wasser. Tänak und sein Co-Pilot Raigo Mölder konnten sich rechtzeitig befreien, der Fiesta ging binnen weniger Sekunden unter.

Am Nachmittag wurden Taucher an die Stelle geschickt, doch der Bolide war im trüben Wasser zunächst schwer zu lokalisieren. Am Abend konnte er geborgen werden. Im Service Park begann der Wettlauf gegen die Zeit. Die M-Sport-Mechaniker wollten den Wagen unbedingt wieder reparieren, damit Tänak am Samstag wieder fahren kann. Obwohl das Auto fast zehn Stunden unter Wasser war, funktionierte zum Beispiel das Smartphone von Mölder noch.

Wichtiger war der Aufschrieb. Mölder konnte ihn retten und trocknete die Seiten im Hotel. In der Nacht auf Samstag arbeiteten die M-Sport-Mechaniker durch. Getauscht wurden das Getriebe, der Benzintank, der Turbo, die Kühler, die Ladedruckventile, die Elektronik, Bremsen, alle Radaufhängungen sowie Karosserieteile. Der Fiesta wurde praktisch neu aufgebaut. Glücklicherweise war der Überrollkäfig intakt, sonst wäre ein Neustart nicht erlaubt gewesen.

Die Mechaniker brauchten für die komplette Reparatur drei Stunden. Tänak fuhr den Wagen sogar selbst ins Parc Ferme. Der Este erlebte am Freitag die turbulentesten Stunden seines Lebens: "Ich bremste zu hart in eine Kompression. Dadurch wurde die rechte Vorderradaufhängung beschädigt", blickt Tänak auf den Unfall zurück. "Ich konnte das Auto nicht mehr um die nächste Linkskurve steuern und kam von der Straße ab. Der Abhang war so steil, dass wir uns ins Wasser überschlugen."

"Glücklicherweise landete das Auto auf den Rädern, aber das Wasser war so tief, dass es sehr schnell versank. Sobald wir die Türen geöffnet hatten, war das Auto binnen weniger Sekunden verschwunden. Ich hatte auch Schwierigkeiten mit dem Kabel des Intercoms, denn es wollte sich nicht lösen und zog mich unter Wasser", schildert Tänak. "Wir hatten wirklich Glück. Es war kein schöner Moment."

Nachdem der Unfall passiert war, war lange nicht klar, was überhaupt geschehen war. Ohne Funk und ohne Smartphone konnte auch M-Sport in Leon nicht kontaktiert werden. "Keine Chance. Wir hatten keinen Funk und das Mobilfunksignal war schwach", so Tänak. "Niemand vom Team wusste für 20 Minuten, was uns passiert ist. Man kann sich denken, dass die Sorgen im Service Park groß waren."

Ein kleiner Fahrfehler hatte große Auswirkungen. M-Sport präsentierte sich als eingeschworenes Team. Am Samstagvormittag fuhr Tänak aus dem Service Park, blieb jedoch nach wenigen Minuten stehen. Anschließend schaffte er es noch bis zur Nachtankzone, aber dann ließ sich der Motor nicht starten. M-Sport musste bestätigen, dass nach all den Mühen Tänak nicht weiterfahren kann.

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