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Thierry Neuville wurde in Argentinien in den vergangenen drei Jahren jeweils Fünfter
Thierry Neuville wurde in Argentinien in den vergangenen drei Jahren jeweils Fünfter © Hyundai

Hyundai reist mit Wippenschaltung und viel Optimismus nach Argentinien: Thierry Neuville will wieder Volkswagen herausfordern, Dani Sordo peilt das Podest an

Das Hyundai-Werksteam wird am kommenden Wochenende bei der Rallye Argentinien mit den Fahrern Thierry Neuville, Dani Sordo und Hayden Paddon antreten. Für die vierte Station der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) gibt es unter der Haube des i20 einige Veränderungen. Bereits bei der Rallye Mexiko wurde ein Motor-Upgrade eingesetzt. Nun folgt die Wippenschaltung. Diese basiert auf einem hydraulischen System. Damit zieht Hyundai der Konkurrenz von Volkswagen und Citroen nach.

Die Vorbereitungen für Argentinien begannen im März mit einem Test in Spanien. Dort waren alle drei Fahrer im Einsatz. Testfahrten außerhalb Europas sind laut Reglement verboten, aber in Spanien sind ähnliche Schotter-Straßen wie in Südamerika vorzufinden. "Die Rallye Argentinien ist immer schwierig, denn die Straßen können sehr hart sein", weiß Teamchef Michel Nandan aus Erfahrung. "Man muss auch die Höhe beachten, außerdem sind die Prüfungen meistens sehr lang."

"Wir hoffen, dass wir mit der Wippenschaltung einen weiteren Fortschritt schaffen. Mit dieser Evolution und der neuen Einspritzung, die wir in Mexiko vorgestellt haben, sollten wir der Konkurrenz näherkommen. Wir haben uns für Argentinien mit Tests in Spanien vorbereitet, aber es ist schwierig zu sagen, was wir uns erwarten können. Durch das schlechte Wetter Anfang des Jahres wurden viele Straßen beschädigt."

In der WM hält Hyundai nach drei Rallyes den zweiten Platz hinter Volkswagen. Bei den Fahrern ist Neuville Dritter. Der Belgier trat in den vergangenen drei Jahren in Argentinien an und wurde jeweils Fünfter. "Für mich sind das Wetter und der Nebel die größten Faktoren in Argentinien. Außerdem werden die Straßen mit jedem Auto härter und härter", sagt Neuville. "In der Vergangenheit hat es auch geregnet, was die Reifenwahl sehr wichtig macht."

"In diesem Jahr findet die Rallye etwas früher in der Saison statt. Hoffentlich ist es deswegen trockener, aber wir wissen, dass das Wetter in den vergangenen Monaten sehr schlecht war. Wir müssen abwarten, wie sich die Straßenverhältnisse präsentieren. Es wird sicherlich interessant. Wir hatten bisher einen guten Start in die Saison und wollen auch in Argentinien einen guten Lauf zeigen", gibt sich Neuville das Ziel vor. "Wir wollen wichtige Punkte für mich und das Team sammeln."

Neunter Argentinien-Start für Sordo

Teamkollege Sordo ist schon achtmal in Argentinien gefahren. 2008 und 2009 stand der Spanier als Citroen-Pilot auf dem Podium. Mittlerweile ist Sordo auch körperlich wieder fit, seine verletzt Schulter sollte keine Probleme mehr bereiten. "Argentinien ist eine Rallye, die ich sehr genieße", sagt der Routinier. "Ich bin dort schon oft gefahren und es ist eine der besten Rallyes der Weltmeisterschaft. Es kann sehr unvorhersehbar sein, aber ich fühle mich bereit."

"Ich fühle mich in Argentinien auch zuhause, denn alle sprechen Spanisch. Deshalb ist es eine besondere Rallye für mich." Einfach wird es für Hyundai nicht. Da der i20 viel zuverlässiger als im Vorjahr ist, besteht die Chance auf ein Topresultat. "Wir haben im Vorjahr gesehen, dass die Straßen oft aufgebrochen sind. Es gab viele lockere Steine. Das machte es für die Autos hart", erinnert sich Sordo, der im Vorjahr nicht ins Ziel gekommen ist.

"In diesem Jahr werden die Verhältnisse ähnlich sein, denn es gab erst vor Kurzem Überschwemmungen. Es gibt auch sehr enge Straßen, wo man sich rasch einen Reifen beschädigen kann. Ein Podestplatz ist mein Ziel. Ich werde mein Bestes geben, um das zu erreichen." Zum letzten Mal stand Sordo im Vorjahr in Deutschland als Zweiter auf dem Podium. Während der 31-Jährige auf viel Erfahrungen zurückgreifen kann, ist Argentinien für den dritten Hyundai-Fahrer praktisch Neuland.

Paddon trat erst einmal bei dieser Rallye an. Im Jahr 2011 wurde er mit einem Subaru Impreza Neunter und feierte den Klassensieg in der Produktionswagen-WM. In jenem Jahr wurde der Neuseeländer auch PWRC-Weltmeister. "Ich habe sehr gute Erinnerungen an meinen bisher einzigen Start in Argentinien und freue mich, jetzt wieder dort zu fahren", so der 27-Jährige. "Ich kann mich erinnern, dass diese Rallye sehr hart ist."

"Es ist eine dieser Rallyes, wo man gut auf das Auto achtgeben muss. Es ist ein Langstreckentest und kein Sprint und wird definitiv hart werden. Für mich geht es in der ersten Saisonhälfte darum, viel zu lernen. Das wird auch am kommenden Wochenende in Argentinien unser Ziel sein." Der fünfte Platz von Neuville im Vorjahr ist bisher das einzig zählbare Ergebnis von Hyundai bei dieser Rallye.

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