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Paul Nagle und Kris Meeke feiern ihren ersten Sieg in Argentinien
Paul Nagle und Kris Meeke feiern ihren ersten Sieg in Argentinien © Citroen

Kris Meeke spricht über seinen ersten Sieg in der Rallye-WM - Der Citroen-Werksfahrer widmet diesen Erfolg seinem früheren Förderer Colin McRae

Citroen ist der große Sieger der Rallye Argentinien 2015. Zum ersten Mal feierten Kris Meeke/Paul Nagle und Mads Östberg/Jonas Andersson einen Doppelsieg, für den französischen Hersteller war es der 29. in der Rallye-WM. Meekes Premierensieg war der erste Triumph eines Briten seit Colin McRae die Safari-Rallye 2002 gewonnen hat. In der WRC-Geschichte ist Meeke nun der 74. Fahrer, der sich in eine Siegerliste eingetragen hat. Hinter McRae (25 Siege), Richard Burns (10) und Roger Clarke (1) ist der 25-Jährige nun der vierterfolgreichste Brite.

Nagle ist nach Ronan McNamee (1989) der zweite irische Co-Pilot mit einem Sieg. Für Citroen endete eine lange Durststrecke seit Deutschland 2013. Die französische Marke feierte den bereits 94 WRC-Sieg und den 29. Doppelerfolg - beides neue Bestmarken in der Historie des Sports. Nach drei langen Tagen ließ Meeke die Champagnerkorken knallen.

Kris: "Kris, ein WRC-Sieg ist für jeden Fahrer speziell, aber dein erster Triumph muss ganz besonders sein. Es ist schon länger kein Brite auf dem Podium gestanden. Wie fühlst du dich am Ende dieser langen Rallye, und wie fühlt sich dein erster WRC-Sieg an?"Kris Meeke: "Ja, es ist außergewöhnlich gut. Ich hatte in diesem Jahr meine Schwierigkeiten, das Ziel ohne Fehler zu erreichen. Mein Speed war gut, aber ich musste mich definitiv verbessern."

"Als ich nach Argentinien gekommen bin, wollte ich einige Punkte sammeln. Vom ersten Moment, von der Prüfung Ascochinga, fühlte es sich richtig an. Einige Jungs hatten Probleme und ich hatte 30 Sekunden Vorsprung. Von da an lief es dann. Es ist ein unglaubliches Gefühl und es wird etwas dauern, bis ich es realisiert habe."

Frage: "Wie groß war die Erleichterung, als du ins Ziel gekommen bist?"Meeke: "In der Prüfung war ich komplett konzentriert, alles war in Ordnung. Es gab keine Dramen. Ich fuhr dann an den gelben Schildern vorbei und dann an den roten, und dann wurden mir im Ziel so viele Fragen gestellt. Ich war zu Tränen gerührt, weil es so ein langer Weg war. Es gab Zeitpunkte, wo ich gedacht hatte, dass meine Karriere vorbei ist."

"Ich konnte keine Möglichkeiten mehr sehen. Diesen Sieg möchte ich Colin McRae widmen, weil er mir zu Beginn meiner Karriere sehr viel geholfen hat. Als niemand an mich geglaubt hat, hat er es getan. Er hat mir in der Britischen Meisterschaft und in der Junior-WM geholfen. Ohne dem wäre es nicht möglich gewesen, ich schulde ihm alles. Das soll aber nicht die Unterstützung anderer Leute schmälern. Vor allem Yves Matton hat mir vor zwei Jahren in Finnland eine Chance gegeben, als ich keine Möglichkeiten hatte. Mit diesem Sieg kann ich viel zurückzahlen."

Frage: "Am Sonntagvormittag haben sich alle Sorgen gemacht, als du im Ziel der ersten Prüfung keine Interviews gegeben hast. Wir dachten, es würde ein Problem geben. Warst du so stark fokussiert?"Meeke: "Ich habe während der Prüfung seltsame Geräusche gehört und auch das Gefühl war seltsam. Ich versuchte in meinem Kopf herauszufinden, was es war. Es war aber nicht dramatisch, wir haben uns auf die letzte Prüfung konzentriert."

Frage: "Wie wichtig ist dieser erste Sieg für dein Selbstvertrauen?"Meeke: "Das Selbstvertrauen war in diesem Jahr ein Problem für mich. Ich habe es nicht ins Ziel geschafft, denn für die Marken-WM ist das sehr wichtig. Beim Fahrern hatte ich Vertrauen, aber etwas hielt mich davon ab, eine Rallye zu gewinnen. Mir war klar, dass ich in dieser Saison etwas machen musste, denn nach einem Jahr Erfahrung und harter Arbeit setzte ich mich selbst unter Druck."

"Die lange Pause zwischen Mexiko und Argentinien hat mir auch geholfen. Ich habe einen klaren Kopf bekommen und ging es hier mit einem weißen Blatt Papier an. Wir mussten hier einen neuen Aufschrieb erstellen. Das schien geholfen zu haben."

Frage: "Ich habe in Mexiko mit deinem Ingenieur gesprochen und er hatte Vertrauen in dich. Er ist sich sicher, dass du nach deinem ersten Sieg immer weitergewinnen wirst. Wie schätzt du den weiteren Saisonverlauf ein?"Meeke: "Didier hat Erfahrung mit Sebastien Loeb gesammelt. Ich habe sehr gute Leute um mich herum. Ohne Zweifel haben wir ein sehr starkes Auto. Die Straßen hier waren die härtesten, die ich je gesehen habe, und das Auto lief problemlos. Das ist der Arbeit des Teams und ihrer Erfahrung geschuldet. Sie sehen, was möglicherweise falsch laufen könnte. Zwischen den Prüfungen erinnern sie mich auch daran, was passieren kann. Es ist notwendig so ein Team im Rücken zu haben."

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