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Michal Hrabanek verantwortet das Motorsport-Programm von Skoda
Michal Hrabanek verantwortet das Motorsport-Programm von Skoda © SKODA AUTO

Skoda-Motorsportchef Michal Hrabank spricht über die Entwicklung des Fabia R5 und erklärt, welche Herausforderung dabei die geforderte Seriennähe war

Mit dem am Mittwoch präsentierten Fabia R5 läutet Skoda das nächste Kapitel seiner über 100-jährigen Motorsport-Geschichte ein. Im Interview blickt Sportchef Michal Hrabank auf die Entwicklung des neuen Turbo-Rennwagens zurück und erklärt, welche Herausforderung dabei die vom Reglement geforderte Seriennähe spielte. Außerdem beleuchtet Hrabanek die Arbeit der Testfahrer und spricht über die Bedeutung des Kundensports für Skoda.

Frage: "Herr Hrabanek, was sind die größten Unterschiede vom Fabia R5 im Vergleich zum Fabia S2000?"Michal Hrabanek: "Generell ist der Fabia R5 ein komplett neu entwickeltes Auto. Der größte und für den Fahrer spürbare Unterschied ist sicher der 1,6-Liter-Turbomotor. Das nach dem Reglement des Automobil-Weltverbandes FIA entwickelte Triebwerk bringt eine deutliche Änderung zum Zweiliter-Saugbenziner, der im Fabia S2000 zum Einsatz kam."

"Der neue Motor folgt auch dem Trend des Downsizings im Motorsport: weniger Hubraum, aber mehr Leistung bei geringerem Verbrauch. Neu ist auch das durch das Reglement vorgeschriebene sequentielle Fünfgang-Getriebe. Der Fabia S2000 hatte sechs Gänge und ein Mindestgewicht von 1.200 Kilogramm. Beim neuen Fabia R5 sind es 1.230 Kilogramm."

Frage: "Wie hat das Projekt begonnen und was waren die wichtigsten Schritte bis heute?"Hrabanek: "Wir haben im Januar 2014 aktiv mit der Entwicklungsarbeit begonnen. Jeder Entwicklungsschritt, jeder Test, jeder gefahrene Kilometer und jedes Mitglied des Teams waren extrem wichtig für den Erfolg des Projekts. Ich möchte mich wirklich bei allen im Team von Skoda bedanken."

"Wir haben gemeinsam alle Hindernisse auf dem Weg beseitigt. Die größte Spannung haben wir natürlich vor der Homologation gespürt. Das war nach den vielen Monaten der harten Arbeit der Moment der Wahrheit. Die Freigabe der FIA stimmt uns nun sehr zufrieden und zuversichtlich zugleich."

Frage: "Welche Rolle haben die Testpiloten bei der Entwicklung des neuen Rallye-Fahrzeugs gespielt?"Hrabanek: "Eine wichtige. Sie sind sozusagen der Spiegel des Verhaltens des Rallye-Fahrzeugs auf der Straße. Nicht alles kann mit Maschinen oder Computern gemessen werden, wichtig ist auch das Gefühl des Piloten im Auto - gerade im Rallye-Sport. Deshalb waren auch mehrere erfahrene Piloten für uns im Einsatz. Unsere Ingenieure haben von den Aussagen unserer Testfahrer Jan Kopecky, Esapekka Lappi, Freddy Loix, Pontus Tidemand und Raimund Baumschlager sehr profitiert."

Frage: "Worin bestanden die größten Herausforderungen bei der Entwicklung des neuen Autos?"Hrabanek: "Die größte Herausforderung war sicher, die Regeln des Automobil-Weltverbandes FIA für die R5-Kategorie lückenlos umzusetzen. Die Nähe zur Serie wird hier nämlich groß geschrieben. Als Limit für den Endpreis des Autos sind dort 180.000 Euro festgeschrieben. So mussten wir viele Serienteile benutzen und unter schwierigsten Bedingungen testen. Von uns erwartet schließlich jeder die Skoda typische Zuverlässigkeit."

Frage: "Wo wird der Fabia R5 in dieser Saison für Skoda zum Einsatz kommen? Welche Fahrer treten für Skoda an?"Hrabanek: "In der WRC2-Kategorie der Rallye-Weltmeisterschaft werden unsere Europameister Esapekka Lappi/Janne Ferm an den Start gehen. Die Asien-Pazifik-Champions Jan Kopecky und Pavel Dresler treten vornehmlich in der tschechischen Rallye-Meisterschaft an. Wir wollen unseren neuen Fabia R5 natürlich auch in unserem Kernmarkt China zeigen."

"Deshalb werden wir unser neues Rallye-Fahrzeug auch im Saisonverlauf der Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft den Fans präsentieren. Dort wird unser neues Team mit Pontus Tidemand und Emil Axelsson fahren, mit dem wir uns für die Zukunft noch stärker aufstellen wollen. Pontus und Jan werden im Saisonverlauf auch punktuell in der WRC2 zum Einsatz kommen."

Frage: "Wie wichtig ist das Kundenprogramm für Skoda?"Hrabanek: "Das Kundenprogramm ist ein wichtiger Geschäftsfaktor für Skoda. Die Erträge helfen natürlich dabei, die weitere Entwicklung zu finanzieren. Vor allem aber dient unser Kundenprogramm als Multiplikator der Werbung für die ganze Marke. Die Einsätze der Kundenautos in den nationalen Meisterschaften sind die perfekte Plattform für unsere Skoda-Märkte, die so ihre Kunden erreichen können. Hoffentlich, wie schon beim Fabia S2000, wieder mit vielen sportlichen Erfolgen."

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