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Toyota greift 2017 in der Rallye-WM mit dem Yaris WRC an
Toyota greift 2017 in der Rallye-WM mit dem Yaris WRC an © Toyota Motorsport GmbH

Toyota hat in der Rallye-WM insgesamt sieben WM-Titel erobert: In Zukunft soll an die Erfolge der 1990er-Jahre angeknüpft werden, aber es wird Zeit brauchen

Was verbindet die Marken Ford, Toyota, Subaru und Fiat im Motorsport? Richtig, diese Hersteller haben je dreimal die Markenweltmeisterschaft in der Rallye-WM gewonnen. Toyota war in den Jahren 1993 und 1994, als der Toyota Celica Turbo auf dem Höhepunkt war, erfolgreich. 1999 wurde mit dem Corolla der letzte WM-Titel geholt, bevor sich Toyota voll und ganz der Formel 1 widmete.

Bei den Fahrern ist Toyota noch erfolgreicher. Carlos Sainz legte im Jahr 1990 den Grundstein und eroberte 1992 seinen zweiten WM-Titel. 1993 wurde Juha Kankkunen mit dem Celica Weltmeister und 1994 holte sich Didier Auriol die Krone. Auch mit dem Corolla war für Sainz der WM-Titel in greifbarer Nähe. Ein technischer Defekt beim WM-Finale 1998 in Wales raubte dem Spanier noch den sicher geglaubten Erfolg.

Toyota hat eine große Vergangenheit und war vor allem Anfang der 1990er-Jahre die bestimmende Kraft in der Rallye-WM. Ab 2017 wird sich der japanischer Automobilhersteller wieder in der WRC engagieren. Die Motorsportabteilung in Köln-Marsdorf wird in Zukunft deutlich stärker aus Japan unterstützt. Die Kernprojekte Langstrecken-WM und Rallye-WM genießen eine hohe Priorität.

In der WEC wurde Toyota 2014 Weltmeister. Für das Comeback in der Rallye-WM ab 2017 ist der WM-Titel langfristig ebenfalls das Ziel. "Wir wollen so bald wie möglich ein Titelanwärter sein. Als Motorsportfirma ist das dein Ziel", stellt TMG-Geschäftsführer Rob Leupen bei 'WRC.com' klar. Um von Beginn an ein hohes Level zu erreichen, wird der Yaris schon seit dem Vorjahr getestet. Bis zum WM-Comeback ist noch viel Zeit für Tests und Entwicklungen.

Volkswagen hat die Latte in der WRC sehr hoch gelegt. "Wir haben im Moment vor Volkswagen großen Respekt. Wenn wir 2017 auf dem Podium stehen und einen Sieg holen, dann wäre das eine tolle Leistung", gibt Leupen die Ziele vor. Erfahrung ist in der Rallye-WM ein sehr großer Faktor. Nur im Wettbewerb können technische Situationen auftreten, die bei Tests oder Prüftstandversuchen vielleicht nie passieren.

Auch die Fahrer und Mechaniker müssen genug Erfahrung bei der gemeinsamen Arbeit haben und ein eingespieltes Team sein. Deshalb gibt Leupen dem Toyota-Projekt Zeit: "Es wäre zu anmaßend zu sagen, dass wir 2017 den Titel gewinnen oder ein Titelanwärter sein werden. Wir müssen anspruchsloser sein und sehen, wie wir uns entwickeln", sagt der Niederländer.

Trotz erfolgreicher Rallye-Vergangenheit gilt auch für Toyota, dass gearbeitet, entwickelt, getestet und gelernt werden muss. Die Rallye-Abteilung wurde nach dem Ausstieg Ende 1999 aufgelöst und die Strukturen müssen jetzt neu aufgebaut werden. Deswegen rechnet Leupen, dass Toyota erst 2018 oder 2019 um den WM-Titel kämpfen kann: "Nach einem Jahr Erfahrung sollten unsere Ansprüche ambitionierter werden, und wir sollten den anderen Teams das Leben schwer machen und um den WM-Titel kämpfen können."

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