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Mit Kris Meeke als Fahrer plant Citroen eine langfristige Zukunft
Kris Meeke führt die Rallye Argentinien nach dem ersten Tag an © xpbimages.com

Die Volkswagen-Mannschaft zeigt bei der Rallye Argentinien ungewohnte Schwächen, von denen Kris Meeke und Citroen profitieren

Die erfolgsverwöhnte Werksmannschaft von Volkswagen erlebte bei der Rallye Argentinien, dem vierten Saisonlauf der Rallye-Weltmeisterschaft 2015, am ersten Tag ihr ganz persönliches Waterloo. Sowohl Weltmeister Sebastien Ogier als auch sein Teamkollege Andreas Mikkelsen fielen aufgrund technischer Probleme an ihren Polo R WRC aus, Jari-Matti Latvala kämpfte mit Getriebeproblemen und fiel zurück .

Davon profitierte Citroen-Pilot Kris Meeke, der nach drei Bestzeiten bei den fünf Wertungsprüfungen des ersten Tages die Rallye souverän mit einem Vorsprung von 1:08,4 Minuten auf seinen Teamkollegen Mads Östberg anführt. "Am Vormittag hatte ich Probleme mit der Hydraulik, da sind die Handbremse ausgefallen und die Schaltung war schwergängig, aber die anderen hatten größere Probleme. Und abgesehen davon lief es wirklich gut", freut sich der Nordire über seine Vorstellung am Freitag.

Die rauen Bedingungen mit vielen Steinen auf der Strecke sowie die zahlreichen Wasserdurchfahrten forderten am Freitag Mensch und Material und sorgten für viele Ausfälle. Eines der ersten Opfer war Ogier, der seinen Polo schon bei der ersten Wertungsprüfung des Tages kurz vor dem Ziel abstellen musste. Zuvor hatte der Motor seines Polo sehr ungesund geklungen.

Motorprobleme bei Ogier, Getriebe zickt bei Latvala

"Die ersten zehn Kilometer liefen vollkommen normal", blickte der Weltmeister auf den Vormittag zurück. "Dann verlor der Motor auf einmal Power und es hörte sich an, als würde er nur auf drei Zylindern laufen. Nach ungefähr 45 Kilometern wurde der Leistungsverlust immer größer, dann starb der Motor komplett ab." Noch hat Volkswagen die Ursache des Problems nicht ermittelt, allerdings hofft man Ogier am Samstag unter Rallye2-Regeln wieder ins Rennen zu bringen.

Aufgrund der 35 Strafminuten für die fünf verpassten Wertungsprüfungen hat Ogier jedoch keine Chancen mehr auf den Sieg. Damit wird die Rallye Argentinien weiterhin die einzige Rallye im aktuellen WRC-Kalender bleiben, die der zweimalige Weltmeister noch nicht gewonnen hat. "Und aufgrund unserer schlechten Platzierung wird unsere Startposition für die Powerstage am Sonntag so schlecht sein, dass der Sieg dort auch kaum zu schaffen sein wird", sagt ein enttäuschter Ogier.

Östberg, der am Vormittag noch über Motorprobleme geklagt hatte, eroberte Rang zwei erst bei der abschließenden, sechs Kilometer langen Zuschauerprüfung in Villa Carlos Paz, bei der Latvala aufgrund der Getriebeprobleme 30 Sekunden auf die Spitze verlor. "Ich hatte Glück und habe weniger Zeit verloren als erwartet", sagte der Finne, der mit einem Rückstand von 1:23,5 Minuten auf Meeke aus eigener Kraft kaum noch um den Sieg wird kämpfen können, da nur noch gut 160 WP-Kilometer bei der Rallye auf dem Programm stehen.

Bedingungen fordern viele Opfer

Vorzeitig beendet war der erste Tag auch für Mikkelsen. Bei seinem Polo war die Servolenkung ausgefallen. Daraufhin entschied das Team, nicht mehr zu den letzten drei WP des Freitags anzutreten. Auch Ott Tänak (Ford), Hayden Paddon (Hyundai) und Lorenzo Bertelli (Ford) mussten am Freitag vorzeitig aufgeben. Alles planen jedoch am Samstag einen Neustart.

Am Samstag stehen bei der Rallye Argentinien vier Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 131,11 Kilometern auf dem Programm. Start zur siebten Wertungsprüfung ist um 14:08 Uhr MESZ.

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