vergrößernverkleinern
Nach drei Nullrunden braucht Jari-Matti Latvala wieder ein gutes Ergebnis
Nach drei Nullrunden braucht Jari-Matti Latvala wieder ein gutes Ergebnis © xpbimages.com

Sieben Fahrer im Abstand von nur einer halben Minute: Jari-Matti Latvala führt die Rallye Portugal knapp vor Kris Meeke und Andreas Mikkelsen an.

Sandige und ausgetrocknete Straßen, viel Staub, tiefe Spurrillen und ein abgebranntes Auto: Die Rallye Portugal, der fünfte Lauf der WRC-Saison 2015, war am ersten langen Tag ein Härtetest für das Material. Vor allem die Reifen wurden auf den Schotter-Straßen stark belastet und es gab zahlreiche Reifenschäden. Trotzdem sind am Freitagabend bis auf Ford-Pilot Elfyn Evans noch alle Topfavoriten im Spitzenfeld dabei und es ist noch keine Vorentscheidung gefallen. Es herrschen nach insgesamt sieben Wertungsprüfungen weiterhin enge Abstände.

Volkswagen-Werksfahrer Jari-Matti Latvala nutzte seine späte Startposition (neun) optimal und schnappte sich die Führung. Der Finne übernahm in WP4 "Viana do Castelo 1" die Führung und gab sie bis am Abend nicht mehr ab. "Schritt für Schritt bin ich schneller geworden", sagt er zu seinen beiden Bestzeiten. "Ich hoffe, dass ich morgen einen Vorteil aus meiner Startposition ziehen kann. Es war für mich eine schwierige Zeit. Ein gutes Ergebnis wäre für die WM sehr wichtig."

Latvala konnte sich am Nachmittag einen Vorsprung von lediglich 11,1 Sekunden auf Argentinien-Sieger Kris Meeke herausfahren. Citroen hatte sich in der zweiten Schleife mit den Reifen verpokert. "Die Straßen waren weicher als erwartet", ärgert sich Meeke. Trotzdem blieb der Nordire fehlerfrei und hat als Zweiter alle Chancen auf ein weiteres Topergebnis. Sein Teamkollege Mads Östberg beendete den Tag mit 31,3 Sekunden Rückstand als Siebter. In WP3 markierte Östberg die Bestzeit.

Sebastien Ogier verliert durch Startposition viel Zeit

Volkswagen hat sich nach den technischen Problemen in Argentinien zurückgemeldet. Andreas Mikkelsen führte am Vormittag, verlor im weiteren Verlauf des Tages aber 16 Sekunden auf Latvala. Damit hält der Norweger den dritten Platz. Die Startposition und die Reifenwahl spielten eine entscheidende Rolle. Weltmeister Sebastien Ogier musste als WM-Führender als Erster losfahren und büßte Zeit ein. Insgesamt fehlen dem Franzosen nach dem ersten Tag 25,9 Sekunden auf Latvala. Ein Reifenschaden in der Früh spielte ihm ebenfalls nicht in die Karten.

Dadurch hält Ogier derzeit den sechsten Rang, nachdem er in WP6 die Bestzeit aufgestellt hatte. Am Samstag könnte er womöglich eine Aufholjagd starten, denn die ausgeschiedenen Fahrer, die nach Rallye2-Reglement wieder fahren können, müssen am Samstag vor dem Feld antreten und die Linien säubern. "Das hilft sicher, aber es wird trotzdem schwierig", seufzt Ogier. "Ich muss diesen großen Nachteil kompensieren."

Der überarbeitete Ford Fiesta RS WRC zeigte sich in den Händen von Ott Tänak konkurrenzfähig. Der Este fuhr mehrere Top-3-Zeiten und hat derzeit nur 1,8 Sekunden Rückstand auf einen Podestplatz. Pech hatte sein Teamkollege Elfyn Evans, denn der Waliser wurde schon in der ersten Prüfung des Tages durch ein elektrisches Problem zum Anhalten gezwungen. Das Fly-by-Wire-System für das Gaspedal hatte gestreikt. Dieses Bauteil wurde vom Vorgängermodell übernommen. Am Samstag will Evans wieder starten.

Vorausfahrzeug brennt komplett aus

Das Hyundai-Werksteam hatte nur nach WP2 Grund zur Freude, denn Dani Sordo führte nach seiner Bestzeit in "Ponte de Lima" kurzfristig das Gesamtklassement an. Alle drei Hyundai-Fahrer hatten große Probleme mit den Reifen, obwohl Neuville am Vormittag eine andere Wahl als die Konkurrenz traf. Dieser Poker ging zumindest heute nicht auf. Sordo ist als Fünfter noch vorne mit dabei, während Neuville, der außerdem seinen Unterbodenschutz verlor, schon mehr als eine Minute verloren hat und hinter Hayden Paddon Neunter ist.

Ford-Privatier Robert Kubica fährt in Portugal ebenfalls den neuen Fiesta. Im Gegensatz zu den Werksfahrern (Michelin) verwendet der Pole Pirelli-Reifen. Auch er wurde am Vormittag von einem Reifenschaden eingebremst. Im Gesamtklassement fehlen Kubica schon eineinhalb Minuten auf Latvala. Damit ist er derzeit Zehnter. Der Tscheche Martin Prokop, der ebenfalls den neuen Fiesta fährt, folgt dahinter als Elfter.

Für Turbulenzen sorgte am Freitagvormittag ein Vorausfahrzeug, das bei WP2 komplett ausbrannte. Da es in Portugal derzeit sehr trocken ist, fing auch die Vegetation einer Böschung Feuer, das sich rasant ausbreiten konnte. Deshalb musste am Nachmittag die zweite Fahrt durch "Ponte de Lima" (WP5) abgesagt werden. Morgen Samstag stehen zwei Schleifen zu je drei Prüfungen auf dem Programm. Dabei müssen rund 165 Wertungskilometer zurückgelegt werden.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel